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2x5 – Stag Night

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Inhalt

Freddie Jackson wurde frisch aus dem Knast entlassen. Doch er denkt gar nicht daran, sein Leben als Verbrecher zu beenden. Hinter Gittern hat Freddie ein breites Netzwerk aus kriminellen Kontakten aufgebaut, das er jetzt nutzt, um gemeinsam mit seinem Cousin Jimmy ein kriminelles Imperium aufzubauen. Bald haben die beiden den Respekt und das Geld, von dem sie immer geträumt haben. Doch hinter all dem steckt Ozzy, ein legendärer Mafia-Pate, der das Schicksal von Freddie und Jimmy aus seiner Gefängniszelle heraus manipuliert. Und als Freddie immer öfter die Kontrolle über sich selbst verliert und damit das Geschäft und die Familie gefährdet, gerät die Situation außer Kontrolle
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Als britische TV-Produktion ist „The Take“ hierzulande ziemlich untergegangen, wie bereits viele qualitativ hochwertige TV-Filme von der Insel zuvor. 2009 gedreht, kam das Drama erst Ende Mai diesen Jahres in den deutschen Handel. Verdanken ist dieser Umstand augenscheinlich dem enormen Popularitäts-Hype um Tom Hardy, der nach „The Take“ mit den Dreharbeiten zu „Inception“ begann und sich dadurch quasi seinen weltweiten Durchbruch erspielte. Schon zuvor zeigte der Brite, dass er durchaus als Charakter-Darsteller bezeichnet werden kann: Während er in „Band of Brothers“, „Black Hawk Down“, „Layer Cake“, „Sweeney Todd“ und „RockNRolla“ kleine Nebenrollen belegte, lieferte er in Nicolas Winding Refn's „Bronson“ eine wahrlich oscar-würdige Vorstellung ab. Dass „The Take – Zwei Jahrzehnte in der Mafia“ mehr ist als ein Gangster-Film, ist unter anderem auch Tom Hardy's leidenschaftlich-ekligen Schauspiel zu verdanken. Durch die Kontakte des Mafia-Oberhaupts Ozzy (Brian Cox) zur Justiz kommt Freddie (Tom Hardy) frühzeitig aus dem Gefängnis. Von seinen Eltern, seinen Kindern, seiner Frau Jackie (Kierston Wareing) und seinem Jugendfreund Jimmy (Shaun Evans) wird er herzlich empfangen, die hoffen, dass Freddie von nun an ein gutbürgerliches Leben führt. Natürlich denkt Freddie nicht einmal daran, das Ganoven-Leben aufzugeben. Zumal er im Gefängnis von Ozzy (der selber im Knast hockt) zu einem wichtigen Mittelsmann aufgebaut worden ist, der Ozzy's Befehle weitergibt und dafür sorgt, dass die Mafia wie eine gutgeölte Maschine weiterläuft. Egoismus, Arroganz, Drogen und Alkohol lassen Freddie mehr als nur einmal über die Zielgerade hinaus schießen, sodass er immer mehr für Ozzy untragbar wird. Jimmy steigt durch die Fehltritte Freddie's immer weiter auf in der Mafia und wird bald zum Favoriten des Oberhaupts, bis Freddie bald ohne sein Wissen gänzlich aus den „Geschäften“ ausgeschlossen wird. Darüber hinaus hegt Freddie schon seit je her Gefühle für Jimmy's Frau Maggie (Charlotte Riley). Indes ist Jackie von Selbstzweifel geplagt und ordnet sich ihrem Ehemann, den sie anhimmelt, gnadenlos unter, all seine Seitensprünge und seine Gefühle für Maggie wissentlich zu ignorieren. Gewürzt wird alles mit einem exzellenten Kinderdarsteller (Sammy Williams), der kindliche Eifersucht und den verzweifelten Durst nach der Liebe des Vaters extrem authentisch rüberkommen lässt. Der Charakter des Sohnemanns Little Freddie und die Aktionen dessen, die der Kinderdarsteller Sammy Williams vom Drehbuch aufgetragen bekommt, erwecken Mitleid, Wut, Angst und bewirken einen Schock, dass sich solche Dinge tatsächlich auch in der Realität ereignen könnten. Zwar assoziiert „The Take“ mit dem Titelzusatz „Zwei Jahrzehnte in der Mafia“ die Angehörigkeit in das Genre eines „Good Fellas“, „Der Pate“ oder „Die Sopranos“, ist aber im Kern eher ein Familien-Drama. Das Cover und der Titel präsentieren „The Take“ vollkommen falsch und schliddern meilenweit am Thema vorbei. Viele Zuschauer dürften, einen Mafia-Film erwartend, entsetzt von dem sein, was ihnen da geboten wird. Sicher, die Mafia kommt darin vor, Alkohol, Drogen, Sex, illegale Machenschaften im London der 80er Jahre und auch Gangster. Die Thematik behandelt (vor allem in der zweiten Hälfte) die familiären Verstrickungen der einzelnen Charaktere, wobei Freddie als Auslöser allen Übels dasteht. Die Mafia-Geschäfte dienen in erster Linie nur dazu, um den fortdauernden Absturz Freddie's in die moralischen Abgründe darzustellen. Ab der zweiten Hälfte übernehmen immer mehr familiäre Angelegenheiten diese Aufgabe und führen zu einer Vergewaltigunsszene, die dank Tom Hardy's sehr brutalen und furchterregenden Schauspiels das Level der psychischen Bedrückung des Zuschauers durchaus auf ein neues Level hieven kann. Produziert wurde „The Take“ als vierteilige Mini-Serie, was man der DVD-Version allerdings nicht ansieht. Weder wird „The Take“ als „Serie“ bezeichnet, noch sind die Episoden aufgeteilt. Stattdessen wird sie in Form eines Spielfilms präsentiert (wobei man durch Musik, Kamerafahrt und Regie erkennen kann, wo eine Folge endet). Zwar funktioniert das Familien-Drama durchaus als Spielfilm, wirkt allerdings zuweilen zäh und langsam. Erst der Konsum in Serien-Form (wie es auch von den Machern beabsichtigt war) entfaltet das wahre Potenzial von „The Take“ und legt ein nahezu perfektes Pacing hin, wobei jede Episode fast wie in einem dramatischen Theaterstück in fünf Akte (Exposition, Komplikation, Peripetie/Klimax, Retardation, Katastrophe/Auflösung) aufgeteilt wird. Als drei Stunden langer Spielfilm entfaltet sich „The Take“ natürlich nur bedingt. In einem charakter-orientierten Werk sind die Darstellungen der Schauspieler von immenser Bedeutung. Davon lebt der Film schließlich. Tom Hardy ist das größte Zugpferd für „The Take“ und liefert eine so leidenschaftliche und realistische Darstellung ab, dass das Sympathisieren mit Freddie nur schwer möglich, wenn nicht sogar unmöglich ist. Allen Menschen in seiner Umgebung fügt er gewollt oder unwissentlich Schaden und Schmerz zu. Sein gutmütiger und besonnener Jugendfreund Jimmy kann nicht anders als ihn zu unterstützen und fühlt sich ihm gegenüber verpflichtet, was ihn nicht nur einmal mit ins Schlamassel zieht. Shaun Evans kann als Jimmy in nahezu allen Szenen überzeugen, Charlotte Riley liefert als verständnisvolle und intelligente Frau eine Glanzleistung ab. Leider wurde Brian Cox sehr wenig Screentime gewährt, sodass er nicht richtig aufblühen kann. Zudem merkt man „The Take“ sein viel zu niedriges Budget mehr als nur einmal an. Das Kunstblut sieht einfach nur wie dunkelrotes Wasser aus, Splatter-Szenen werden gar nicht erst gezeigt, sondern nur angedeutet. Das wäre an sich nicht so schlimm, wären die Andeutungen nicht so plakativ. Überzeugen kann indes die fantastisch-rockige Musik-Untermalung.

Fazit

Das Familien-Drama lebt nicht nur von seinen grandiosen Darstellern, sondern bisweilen von seinem extrem facettenreichen Drehbuch, das auf dem gleichnamigen Roman von Martina Cole basiert. Mafia-typische Themen, wie Verrat, Intrigen, Loyalität und Mord, aber auch Liebe, Eifersucht, Ehebruch, Lüge und Hass werden zu einem realistischen und stimmungsvollen Ganzen zusammengemixt. Dabei treffen viele Themen auch auf die Kinder zu, wodurch sie überraschend und beängstigend anders wirken. Nur die etwas provisorischen Effekte, der fehlleitende Titel und die minderwertige DVD-Veröffentlichung, bei der man sich einfach nicht genug Gedanken gemacht hat, trüben den Gesamteindruck. Alles in allem ist „The Take“ eine dichte und emotionale Figuren-Vernetzung, die unweigerlich wie eine Lokomotive auf die Katastrophe am Ende zurast.

Kritik: Kadir Güngör

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