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3zerjvxqxcm3tyghrkptdbbk0hw 3x1 – Valar Dohaeris

Im Land jenseits der Mauer sind die meisten Männer der Nachtwache von den weißen Wanderern getötet worden. Samwell Tarly hat mit Mühe überlebt und Lord Commander Mormont beschließt, die wenigen Überlebenden zur Mauer zu führen, um das Reich vor der neuen Bedrohung zu warnen. Jon Schnee hat sich zum Schein den Wildlingen angeschlossen. Er wird im Lager von Manke Rayder (im Original Mance Rayder), dem „König jenseits der Mauer“, misstrauisch und feindselig empfangen, doch Rayder nimmt ihn dennoch auf. In den sieben Königreichen scheinen die Lannisters uneingeschränkt zu herrschen. Stannis Baratheon ist vernichtend geschlagen.

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O8yl7mnzeng9w8398acfh7verb4 3x2 – Dunkle Schwingen, Dunkle Worte

In Königsmund begegnet Sansa Stark Lady Olenna Tyrell, Mutter von Mace Tyrell und Großmutter von Margaery. Olenna fragt Sansa über Joffrey aus und Sansa gesteht nach einigem Zögern, dass der König ein Monster ist. Margaery nutzt dieses Wissen, um Joffrey für sich einzunehmen. In den Flusslanden erreicht Robb Stark die Nachricht, dass Winterfell von den Eisenmännern niedergebrannt worden sei und dass Catelyns Vater Lord Hoster Tully gestorben ist, woraufhin er nach Schnellwasser marschiert. Lord Karstark äußert gegenüber Robb, dass er nicht mehr an den Sieg des Nordens glaube; sie hätten den Krieg an dem Tag verloren, als Robb Talisa geheiratet hat.

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U2dz4uvnm46kpab2rpc5tm9tzjq 3x3 – Der Weg der Züchtigung

In Schnellwasser (im Original „Riverrun“) nehmen Robb Stark und Catelyn an der Beisetzung von Hoster Tully teil. Anwesend ist auch Catelyns Onkel Brynden Tully, der sich vor Jahren mit Hoster zerstritten hat. Es kommt zum Streit zwischen Robb und Edmure Tully, Catelyns jüngerem Bruder und nun Lord von Schnellwasser. Edmure hat einen unbedeutenden Sieg über die Lannisters errungen, dabei aber Robbs Anweisungen missachtet, der nun auch Edmures König ist. In der Hauptstadt wird Petyr Baelish von Tywin damit beauftragt, zu Lysa Arryn zu reisen und das Tal von Arryn auf die Seite des Hauses Lannister zu bringen. Tyrion wird zum neuen Meister der Münze bestellt, wovon dieser wenig begeistert ist. Tyrion stellt bald darauf fest, dass Baelish sich hohe Summen geliehen hat und die Krone somit stark verschuldet ist.

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Jpliqgpg2pqet2cmfz297et0fbb 3x4 – Und jetzt ist seine Wache zu Ende

In der Hauptstadt ist Margaery Tyrell weiterhin darum bemüht, Joffrey für sich einzunehmen und gleichzeitig ihre Stellung am Hof auszubauen, worüber Cersei verärgert ist. Während einer Unterhaltung gibt Varys Tyrion, der sich für den Mordanschlag auf ihn während der Schwarzwasser-Schlacht revanchieren will, Ratschläge zum Thema Rache. Varys erfährt durch Ros, dass Lord Baelish möglicherweise im Geheimen plant, Sansa vom Hof fortzuführen. Daraufhin tauscht sich Varys mit Lady Olenna Tyrell aus. Margaery offenbart Sansa, dass die Starktochter in naher Zukunft Loras Tyrell heiraten könnte. In den Flusslanden ist Jaime durch den Verlust seiner Schwerthand in seinem Selbstwertgefühl getroffen und resigniert.

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D2b1cwswckmt5ipnxkgjfe4fjxj 3x5 – Vom Feuer geküsst

In der Hauptstadt erfährt Petyr Baelish von den Plänen der Tyrells, Sansa Stark mit Loras Tyrell zu verheiraten, und berichtet den Lannisters davon. Tywin Lannister plant daraufhin, Tyrion mit Sansa zu verheiraten, während Cersei Loras heiraten soll, um das Bündnis beider Häuser zu bekräftigen. In den Flusslanden kommt es bei der „Bruderschaft ohne Banner“ zum Duell zwischen Beric Dondarrion und Sandor Clegane. Sandor besiegt und tötet Lord Dondarrion, doch dieser wird vom roten Priester Thoros von Myr wieder zum Leben erweckt. Sandor darf ungehindert gehen, Arya soll gegen Lösegeld an Robb Stark übergeben werden.

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A5ifsts2r9znjo1xq1nnuyqdbm2 3x6 – Der Aufstieg

In der Hauptstadt kommt es zur Konfrontation zwischen Tywin und Lady Olenna Tyrell. Olenna lehnt eine Verbindung zwischen Cersei und Loras ab und spielt auf Cerseis Alter und die Gerüchte des Inzests an. Tywin droht jedoch, Loras Tyrell in die Königsgarde aufnehmen zu lassen, wodurch Rosengarten (im Original „Highgarden“) ohne einen Erben wäre. Olenna muss einlenken und stimmt der Hochzeit zu. Sansa wird von Tyrion erklärt, dass sie beide heiraten sollen. Petyr Baelish verrät Varys, dass er von dessen Gesprächen mit Ros weiß und sie jemandem übergeben habe, der sie bestrafe; Ros selbst ist derweil von Joffrey brutal getötet worden.

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27nimz6xtgczm0jsi1gk0bnjhvm 3x7 – Der Bär und die Jungfrau Hehr

In der Hauptstadt hat Tywin Lannister eine Unterredung mit Joffrey. Der König will über die Treffen des kleinen Rats unterrichtet werden, doch Tywin weist ihn zurecht und darauf hin, dass er jederzeit an diesen Treffen teilnehmen kann – im Turm der Hand, wo Tywin residiert. Die Gerüchte über Daenerys und ihre Drachen haben nun Westeros erreicht, doch Tywin macht sich diesbezüglich keine Sorgen. Sansa Stark ist deprimiert über ihre zukünftige Hochzeit mit Tyrion Lannister und vertraut sich Margaery an. Shae ist eifersüchtig, dass Tyrion heiraten wird und er selbst ist sich unsicher, wie er sich verhalten soll. In den Flusslanden marschiert Robb und sein Heer zum Sitz des Hauses Frey, wo die Hochzeit von Edmure Tully und Roslin Frey stattfinden soll. Robb erfährt von Talisa, dass diese schwanger ist.

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M4fs1dvnux8wgdsplokafhtmocr 3x8 – Die Zweitgeborenen

In der Hauptstadt steht die Hochzeit von Tyrion Lannister und Sansa Stark bevor. Tyrion versucht Sansa zu beruhigen und versichert ihr, dass er ihr nicht schaden wird und ihre Gefühle verstehe. Währenddessen nehmen die Spannungen zwischen Cersei und Margaery Tyrell weiter zu. Nach der Zeremonie betrinkt sich Tyrion, während Tywin seinen Sohn dazu auffordert, so schnell wie möglich mit Sansa ein Kind zu zeugen. Die Situation droht zu eskalieren, als Joffrey ein altes Königsrecht im Hinblick auf die Hochzeitsnacht anwenden will, woraufhin ihn Tyrion bedroht. In der Hochzeitsnacht verweist Tyrion auf Sansas junges Alter und verzichtet auf den Beischlaf mit ihr. In den Flusslanden befindet sich Arya in der Gewalt Sandor Cleganes. Dieser plant, sie an Robb Stark für Gold auszuliefern.

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27nymauv5yfb3pyd3kfy9ge7n8s 3x9 – Der Regen von Castamaer

Robb Stark, Talisa, Catelyn sowie Edmure und Brynden Tully erreichen mit dem Anhang der Starks die Zwillinge, den Sitz des Hauses Frey, wo Edmures Heirat stattfindet. Robb entschuldigt sich persönlich bei Lord Walder Frey, dass er sein gegebenes Heiratsversprechen gebrochen hat. Lord Frey akzeptiert dies und nimmt die Starks dem Gastrecht entsprechend auf. Edmure heiratet Roslin Frey, die Stimmung ist recht ausgelassen. Robb und Talisa sind in bester Laune, Edmure hat Gefallen an seiner hübschen Braut gefunden und Lord Roose Bolton erzählt Catelyn, dass er ebenfalls eine Freytochter geheiratet hat, ein dickes Mädchen, da ihm Lord Frey deren Gewicht in Silber aufgewogen hat.

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Yeqwl3zn8zmqgvifmgwz2ocepz5 3x10 – Mhysa

Bei den Zwillingen werden die Reste der Starktruppen massakriert und Robb Starks Kopf wird durch den abgeschlagenen Kopf seines Schattenwolfes ersetzt. In der Hauptstadt trifft die Nachricht von der „roten Hochzeit“ ein. Joffrey ist begeistert und wünscht sich Robb Starks Kopf, um diesen bei seiner eigenen Hochzeit Sansa zu präsentieren. Tyrion nimmt Sansa in Schutz und warnt Joffrey, dass er vorsichtig sein müsse, da Könige in diesen Tagen schnell sterben. Tywin tadelt den wütenden Joffrey, da niemand wirklich König sei, wenn er alle immer daran erinnern müsse. Daraufhin wirft Joffrey Tywin vor, sich im Kampf gegen die Targaryens nur versteckt zu haben, während Robert den Krieg gewann.

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Inhalt

Die Sommer dauern mehrere Dekaden und die Winter können ein Leben lang anhalten in der fantastischen Welt der neuen herausragenden HBO-Serie basierend auf der erfolgreichen Fantasy-Buchreihe Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin. Vom ränkevollen Süden bis hin zu den wilden Ostländern, im eisigen Norden und an der uralten Mauer, die das Land von der Dunkelheit trennt, kämpfen die machtvollen Familien der sieben Königreiche verbissen um den Eisernen Thron. Es ist ein hintergründiges und betrügerisches Spiel um Einfluss und Ehre, Unterwerfung und Triumph. Im Game of Thrones, dem Spiel um den Thron, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Gewinn oder stirb.

Die KRITIK zur zweiten Staffel "Game of Thrones" gibt es HIER

Die KRITIK zur dritten Staffel "Game of Thrones" gibt es HIER

Die KRITIK zur vierten Staffel "Game of Thrones" gibt es HIER

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Kritik

Nachdem Peter Jackson der ganzen Welt bewies, dass J. R. R. Tolkiens Ring-Epos doch nicht so „unverfilmbar“ ist, bei der Oscarverleihung 2004 mit einem Clean-Sweap elf Oscars abräumte und sich mit so ziemlich jeder Sekunde seiner Trilogie einen ewigwährenden Platz im Herzen jedes Filmfans gesichert hatte, wurde das Kino um ein Genre reicher, das seit Jahren nicht mehr wegzudenken ist aus der Filmlandschaft. Peter Jackson machte mit „Der Herr der Ringe“ den Fantasy-Film salonfähig, der zuvor als das „Genre der Nerds und Geeks“ abgestempelt wurde oder nur als Zeichentrickfilm etwas hermachen konnte. Der Weg für viele kommende Fantasy-Filme wurde von Frodo, Aragorn, Gandalf und Co. geebnet. Einer dieser Profiteure des Erbes von Peter Jackson ist zweifelsohne die hochgelobte HBO-Hitserie „Game of Thrones“, die es ohne die „Der Herr der Ringe“-Trilogie in dieser Form nie gegeben hätte. Eins vorweg: Ich als der unbestreitbar größte „Game of Thrones“-Fan und -Suchti in ganz Westeros habe natürlich bisher alle Staffeln doppelt und dreifach gesehen, die mies gezeichneten Comics gelesen, besitze die hervorragenden Soundtracks vom deutschen Komponisten Ramin Djawadi auf meinem iPod (auch als CD) und bekomme allein schon beim Gedanken an das Intro eine Gänsehaut. Konsequent, wie ich bin, habe ich auch alle bisher erschienen sechstausendsiebenhundertvierundachzig Seiten (zehn Bücher) der Vorlage „Das Lied von Eis und Feuer“ in drei Monaten durchgenudelt und ließ während jedem Kapitel mein Hirn mit den Instrumenten des Mindfucks „Twist“ und „Cliffhanger“ durchkneten. DENNOCH werde ich, wie man es kaum von mir gewohnt ist, das Fanboy-Gesülze seien lassen und nur das loben, das auch gelobt gehört und nur leicht kritisierend anmerken, was eigentlich verrissen werden sollte :P Und jaaja, keine Spoiler -_- (die verlinkten Videos sind relativ spoilerfrei, dennoch gucken auf eigene Gefahr.) Obwohl der Vergleich zwischen der „HdR“-Trilogie und „Game of Thrones“ oberflächlich betrachtet naheliegt, könnten die beiden Formate unterschiedlicher nicht sein. Während Tolkien in „Der Herr der Ringe“ eine relativ einfache Geschichte um ein Abenteuer (das sich später zu viel Größerem entwickelt) erzählt, gibt es in „Game of Thrones“ eigentlich nur ein wichtiges Thema: Macht. Es geht um Menschen, die Macht besitzen und diese zu halten versuchen und um Menschen, die Macht erlangen möchten. Dass es dabei unzählige Arten der Macht gibt, wissen die Showrunner und Drehbuchautoren David Benioff und D. B. Weiss eindrucksvoll darzustellen. Während viele Charaktere sich mit der offensichtlichsten Form von Macht, der Gewalt, ihre Kontrolle verschaffen, sind es die subtileren Arten, die die eigentliche Spannung erzeugen. Als bestes Beispiel sei hier Tyrion Lannister genannt (hervorragend: Peter Dinklage). Als kleinwüchsiger Mann, hat er es in der feudalen Gesellschaft alles andere als leicht. Vom gemeinen Volk wird er als „Strafe“ der Götter für die Sünden des Vaters betrachtet. Der Weg zur Macht durch die Tür der Gewalt ist für ihn so gut wie unpassierbar, so hat er sich seine eigene Waffe kreiert. Der Verstand (und die gewitzte Zunge) ist Tyrions stärkste Waffe und Verteidigung ("My brother has his sword and I have my mind. And a mind needs books like a sword needs a whetstone."). Sein Humor und seine Wortwahl haben ihn schon aus der gefährlichsten Situation gerettet, in der ein Schwert nutzlos gewesen wäre. Andererseits stößt er bei debilen, dummen oder humorlosen Charakteren (z.B. der Zellenwächter „Mord“) auf taube Ohren. Als letzter Ausweg bleibt ihm aber letztendlich immer sein Gold. Er ist schließlich ein Lannister. Frauen gelten gemeinhin als schwach und gebrechlich, doch sind es oftmals die starken Frauenfiguren, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Allen voran Cersei Lannister (Lena Headey) und später auch Melisandre (Carice Van Houten), aber auch Catelyn (Michelle Fairley) und augenscheinlich Daenerys Targaryen (Emilia Clarke). Ihre stärkste Waffe ist dabei nie das Schwert (außer im Falle Brienne), sondern immer der Verstand oder auch Sex. Und so zieht sich ein Netz aus Intrigen, Lügen, Korruption und Machenschaften durch die Politik in Westeros. „When you play the Game of Thrones, you win or you die. There is no middle ground.“ Die Welt, in der „Game of Thrones“ angesiedelt ist, ist stark vom europäischen Mittelalter inspiriert. Schwerter, Schilde, Pferde, Burgen, Ritter. Zumindest Westeros, der große Kontinent auf der westlichen Seite der Erdkugel (?), die als Hauptschauplatz der Handlung fungiert. Der östliche (und viel größere) Kontinent im Osten Essos ist geprägt von unterschiedlicheren Einflüssen. Während die sogenannten „Free Cities“ (unabhängige Stadtstaaten) an der Westküste Essos' noch am ehesten mit Westeros in Verbindung stehen, sind es die Länder, Völker und Orte weiter im Osten, die ein wenig mehr ins Fantastische abdriften, dabei aber stets „real“ bleiben. Ein weiterer großer Unterschied zu „Der Herr der Ringe“ ist das „Maß“ an Fantasy in der Serie. Während Gandalf, Sauron, Saruman und Elrond mit Magie und Zauberei nicht gerade sparsam umgehen, bildet die Magie in „Game of Thrones“ ein wahres Mysterium. Sie ist definitiv existent, wie die roten Priester, die in den Flammen die Zukunft deuten können, die Drachen und die White Walkers beweisen, so richtig Glauben schenkt der Magie jedoch keiner mehr („Maybe magic was once a mighty force on the world … but not anymore. The dragons are gone, the giants are dead and the children of the forest forgotten.“). Letztendlich ist „Game of Thrones“ mehr ein Drama, als eine Fantasy-Serie. Denn obwohl Fantasy auftaucht (wenn auch nur ganz dezent am Rande) und Westeros im Grunde fiktiv ist, ist sie doch von ungeheurem Realismus geprägt. Die Figuren kämpfen mit realen Problemen, sie handeln rational und glaubwürdig (zumindest ihrem Charakter entsprechend). Selbst die Drachen und die Jahreszeiten (ein Winter und ein Sommer können Jahre andauern) sind zwar genau wie die Geographie fiktiver Natur, doch im Konzept des „Game of Thrones“-Kosmos sind sie schlüssig und glaubhaft integriert, weswegen man ihnen ihre „Echtheit“ auch sofort abnimmt (siehe u.a. „Mass Effect“). Drachen sind eben riesige Echsen und der Winter dauert eben ein Jahrzehnt. Deal with it.

„I am the sword in the darkness. I am the watcher on the walls. I am the shield that guards the realms of men.“ - Schwur der Nachtwache

Die Vergangenheit (hauptsächlich die „Age of Heroes“), die tausende von Jahren zurückliegt, bildet den Angelpunkt der Fantasy in „Game of Thrones“. Da alles, was man über diese Zeit weiß, nur Legenden und Sagen sind, macht das aus der Fantasy ein so großes und extrem spannendes Mysterium. Auch die White Walker (quasi die große Gefahr) entstammen jener Zeit, ebenso wie der riesige Eiswall (800 Fuß hoch, 300 Meilen lang, erbaut vor 8000 Jahren), der nach dem ersten Auftauchen der White Walker errichtet wurde. Die Nachtwache, eine Bruderschaft, die die Mauer bemannt, einst respektiert (und als „Schutzschild der Reiche der Menschen“ verehrt), ist mit dem Ausbleiben der White Walker geschrumpft. Nur die wenigsten glauben, die Nachtwache hätte noch einen Nutzen und dass die White Walker aus den Legenden, einfach nicht mehr sind als Legenden („I dont believe that giants and ghouls and white walkers are lurking beyond the wall.“) All diese Punkte (und noch etwa siebzehn Dutzend weitere) machen die Welt von „Game of Thrones“ so facettenreich, was „Game of Thrones“ natürlich seiner Vorlage „Das Lied von Eis und Feuer“ zu verdanken hat. Doch lauert bereits die Gefahr, die vom Original ausgeht. Dass die Drehbuchautoren Weiss und Benioff dem Charakter-, Ereignis- und Detailreichtum in den kommenden Staffeln nicht mehr Herr werden können, ist gar nicht so abwägig. Dieses Problem wurde bisher äußerst clever umschifft, wobei weniger bedeutende Figuren oder ganze Handlungsstränge gestrichen wurden. Und trotz dieser notwendigen Kürzungen hat „Game of Thrones“ immer noch den augenscheinlich größten Cast aller Fernseh-Serien (laut HBO ganze 54 wiederkehrende Charaktere, mit noch weit mehr „Eintagsfliegen“ und Statisten). Und in den kommenden Staffeln wird der Haufen der Figuren nicht kleiner. Wie sich das in Zukunft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Ich vermute, Benioff und Weiss werden zu drastischen Kürzungen gezwungen sein, da so viele Charaktere letztendlich mit 10 Folgen pro Staffel nicht zu präsentieren sind, sofern sie dieses Konzept beizubehalten gedenken. Bisher hat das jedoch sehr gut funktioniert. Viele Namen der Nebenfiguren bleiben dem Zuschauer und Nicht-Kenner der Vorlage nicht im Gedächtnis und das muss es auch nicht (selbst in den Büchern verliert man die Übersicht) . Einerseits verdankt man die Abspeicherung der Figuren im Publikums-Hirn den markanten und hervorstechenden Gesichtern der Charaktere (von denen der Großteil EXAKT so aussieht, wie man sie sich beim Lesen vorgestellt hat), dem fantastischen Kostüm-Design und nicht zuletzt den Schauspielern, die ihren Rollen ihre vorlagengetreue Persönlichkeit exzellent zu verleihen wissen. Dass man sich in der Welt von „Game of Thrones“ leicht verirren und den Faden verlieren kann, liegt aufgrund der vielen Handlungsorte auf der Hand. Aber auch dieses Problem wissen die Showrunner mit den richtigen Werkzeugen anzugehen. Einerseits besticht jede einzelne Location mit ihrer eigenen, charakteristischen Kulisse. Sei es die graue, kalte Burg von Winterfell mit seiner irisch-anmutenden Umgebung, das braune, stinkende und heiße King's Landing, das aus Sandstein hätte bestehen können oder die weiße Mauer, die einem, dank des vorbildlichen Einsatzes von CGI, die Kinnlade auf den Boden krachen lässt. Andererseits ist es das Intro: Gerne werden die Eröffnungssequenzen übersprungen, doch gerade bei „Game of Thrones“ lohnt es sich, dranzubleiben. Denn um dem Zuschauer die Übersicht zu erleichtern, läuft man während dem Intro die Weltkarte ab. Die Orte, in denen die jeweiligen Folgen stattfinden, werden aufwändig-animierend aufgebaut. Gemeinsam mit dem magischen Titel-Theme entwickelt das Intro nicht nur eine Sog-Wirkung, sondern verhilft dem Zuschauer auch den Überblick über die Geschehnisse in Westeros zu behalten. Da die Handlungsorte natürlich nicht immer die selben sind, ändert sich auch das Intro einige Male. Aufpassen! (Vergleichs-Beispiel: Intro aus Staffel 1 und aus Staffel 2) Apropos CGI: Der Einsatz dieser Computer-Wunderwaffe ist beispielhaft. Anstatt alles „undarstellbare“ einfach mit CGI nachzubauen, dienen die Animationen meist nur als Hilfestellung. Hier wird aus einem kleinen echten Zeltlager eine Zelt-Armee, an anderer Stelle aus etwa zwanzig Statisten, die Verwundete darstellen, mehrere Tausend. Für die Animationen war und ist das Stuttgarter Studio Pixomondo verantwortlich (u.a. auch für „Hugo Cabret“ und „The Amazing Spider-Man“), die in einem eigenen Trailer (ACHTUNG! Dicke Spoiler) für „Game of Thrones“ eindrucksvoll darstellen, wie alles animiert wurde. Ein weiterer Kompromiss den die Macher eingehen mussten, ist die möglichst sparsame Inszenierung von großen Schlachten aus „Das Lied von Eis und Feuer“, die zwar nicht häufig auftreten, aber wenn, dann in großem Maße. Die Schlachten werden selten oder gar nicht gezeigt (die einzige Schlacht, die es bisher zu sehen gab, war in Episode 9 „Blackwater“; Staffel 2). Meist entgeht man solch einem Budget-Schlucker, indem man die unmittelbaren Folgen sieht und die in folgenden Dialogen kurz, knapp und kompakt erläutert wird. Einem Unwissenden wird die Kürzung der Schlacht wahrscheinlich nicht einmal auffallen, aber selbst den gestandenen Kennern der Vorlage, bleibt ein bitterer Nachgeschmack, etwas verpasst zu haben, erspart. Leider muss man eingestehen, so sehr sich die Drehbuchautoren auch bemühen, so viel wie möglich von der Vorlage auf die Bildschirme zu bringen, der Tiefe und dem Detailreichtum des Originals nicht das Wasser reichen kann. Aber ebenso muss ich zugeben, dass sie es geschafft haben, viel mehr Facetten zu behandeln, als ich je zu hoffen gewagt hätte. Dennoch kommen die meisten Charaktere (und auch Handlungen) in einigen Folgen zu kurz, sodass sie in der Informationsflut einfach untergehen. Das Gefühl der Eile und der Hast kommt auf, als ob man versucht hätte, die eine oder andere Szene noch in diese Folge zu quetschen, sodass es oftmals unsauber wirkt.

Fazit

Man kann lange Buchreihen auf zwei Arten verfilmen. Als TV-Serie oder als Kinofilm-Serie, wie z.B. Harry Potter. Wäre man mit „Das Lied von Eis und Feuer“ den letzteren Weg gegangen, stünden wahrscheinlich noch 38 weitere Filme auf dem Plan. Hier brilliert das Serien-Format mit seinen Vorteilen. Mit einem viel geringeren Budget einen (zusammengerechnet) zehn Stunden langen Spielfilm zu drehen. Und das funktioniert bisher exzellent. Fast alle Facetten der Vorlage konnten detailgetreu adaptiert werden, das Casting der Schauspieler hätte besser nicht sein können, von denen die meisten tatsächlich so aussehen, wie man sie sich beim Lesen vorgestellt hat. Die Kulissen und das CGI gehen Hand in Hand und lassen Westeros in seinem ganzen Glanz und Dreck auferstehen. Zwar kommen durch die enorme Charakter- und Handlungsvielfalt einige Figuren zu kurz, doch das ist verschmerzbar. Wenn einem nach jeder Folge das Herz bis zum Aussetzen durch die monströse Spannung angetrieben wird, nur um sie am Ende der Staffel herauszureißen, fesselt das den Zuschauer umso mehr an den Bildschirm, wie es bei mir bisher nur „Breaking Bad“ geschafft hat. Niemand ist sicher in Westeros, wie die Neulinge unter euch schnell feststellen werden. Und immer dran denken: „Winter is coming.“

Autor: Kadir Güngör

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