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Souli

von Souli erstellt am 05.01.2017, aktualisiert am 19.11.2017

144 Einträge

0

Soulis (Kino-)Jahr 2017

  • 1
    Shm6i6se7mwkgrdvw4nqc7dkeki

    Silence

    Abenteuer, Drama, Historie Laufzeit: 162 min

    Mensch, da muss man für die Existenz des gnadenlos doofen THE WOLF OF WALL STREET doch dankbar sein, denn ohne dessen Erfolg wäre es Martin Scorsese niemals möglich gewesen, sein langjähriges Herzensprojekt, die Verfilmung des Shusako Endo Romans, umzusetzen. Und zwar in genau dieser Form umzusetzen. SILENCE hat nichts mit Unterhaltungsware zu, stattdessen muss man sich hier durch über 160 kräfteraubende Minuten beißen, in der keine einzige davon der Intention unterliegt, es dem Zuschauer leicht zu machen. Martin Scorsese spannt ein unheimlich suggestives Netz aus Glaubensfragen, kulturellen Machtproben und hochmütigen Anwandlungen. Besonders beeindruckend: Obwohl SILENCE größtenteils aus der Sicht des von Andrew Garfield grandios gespielten Priesters erzählt wird, sieht sich das Drehbuch niemals gezwungen, diesen als Identifikationsfigur zu stilisieren. Nicht einmal sympathisch muss er sein, was spätestens dann deutlich wird, wenn der junge Jesuit in Japan seinen christlichen Glauben mit den Mitteln des Kolonialismus verbreiten möchte. Obgleich sich SILENCE hin und wieder in einigen Offensichtlichkeiten verliert (Symbolbilder, Voice Over), bleibt dieser Film ein besonders ambivalenter, in dem Glauben derartig viele Konnotation besitzt, dass es einen schlicht überwältigt: Glaube als Selbsterhaltungstrieb, Glaube als Flucht, Glaube als Gefahr, Glaube als Projektionsfläche individueller Krafthubereien, Glaube als Nahrung für Seele und Geist, Glaube als Refugium, Glaube als Bürde, Glaube als Sackgasse und Ausweg, als Geheimnis und Todesurteil. Und mit welcher inszenatorischen Dichte Scorsese hier mal wieder zur Tat geschritten ist. Unfassbar. Der Film ist gezeichnet von einer sagenhaften Sogwirkung. Bildgewaltige, aber gleichzeitig enthaltsame Fotografien unterstützen eine Meditation über die allgegenwärtigen Irritationen im eigenen Glaubensbekenntnis. Was ist das für ein Gott, der unseren Gebeten Gehör schenkt, aber unsere Schreie ignoriert?

  • 2
    E8dadzp0vfongykmve95yv0d0io

    Manchester by the Sea

    Drama Laufzeit: 135 min

    Ein Meisterwerk. Hochkonzentriertes Seelendrama, welches nicht nur den tiefen Schmerz der von Casey Affleck brillant gespielten Hauptfigur zum Ausdruck bringt, sondern neben seiner existentiellen Schwere auch Trost spendet. Trost spenden kann. Eindringlich, aufmerksam, behutsam, menschlich. So sieht kraftvolles Erwachsenenkino aus. In der Ruhe liegt die Kraft.

  • 3
    Big 593a613f03f9b

    Die Verführten

    Drama, Western Laufzeit: 91 min

    Überraschung: Einer der besten Filme des Jahres. Ich bin begeistert. Während Rauchschwaden in der Ferne von den Verheerungen des Krieges berichten, dringt Colin Farrell als schwerverwundeter Yankee in einen Mikrokosmos der Weiblichkeit ein und weckt in den Damen Gefühle, die sie untereinander eigentlich verdrängt haben: Leidenschaft. Gefühle, die ihren Charakteren, so glauben sie es, eigentlich widerstreben. DIE VERFÜHRTEN ist daher auch ein filmischer Taumel der Leidenschaft, in all seiner Schönheit wie Grausamkeit. Sofia Coppola hat sich, anders als Don Siegel in seiner Verfilmung des Stoffes in den 1970er Jahren, zuvorderst auf die Perspektive der Frauen konzentriert, was charakteristisch für den Output der Filmemacherin steht. Als ungemein packend allerdings stellt sich der Umstand heraus, mit welcher Klarheit Coppola sich hier für klassisches Spannungskino verantwortlich zeigt. Keine Frage, DIE VERFÜHRTEN bleibt hintergründiges Kino, welches sich nicht nur als Kommentar zum Sezessionskrieges verstehen lässt, wenn Coppola das Schlachtfeld auf ein herrschaftliches Anwesen verlegt und die Konflikte zum Kampf zwischen den Geschlechtern eindampft (und somit natürlich auch einiges über geschlechtliche Identitäten aussagt). Mitreißend jedoch ist der Film, weil er seine Machtstrukturen mit einer derartigen Vergnüglichkeit an Erotik auflädt, dass es einem hin und wieder die Sprache verschlägt. Von gestalterischer Anmut gezeichnet und durch die Bank weg herausragend gut gespielt, ist DIE VERFÜHRTEN ein Diskurs über Manipulation und Begehren, über Opportunismus und Solidarität. Nuanciert und pointiert, versteht sich, und doch gnadenlos anspannend. Willkommen im Schatten des Verlangens.

  • 4
    Big 58ab0ca36bfd6

    Die versunkene Stadt Z

    Action, Abenteuer, Biografie Laufzeit: 140 min

    Die versunkene Stadt Z erzählt die (wahre) Geschichte eines Mannes, der hinaus in den Dschungel zog, um nie wieder heimzukehren. Es ist James Grays bisher größte Produktion – und womöglich auch seine beste. Anstatt sich damit zu begnügen, nostalgische Befindlichkeiten zu beschwören und den Zuschauer mit Percy Fawetts Entdeckerdrang zu infizieren, offenbart sich Grays Ägide als eine ungemein kritische und stellt somit, bisweilen, eine Antithese zum klassischen Abenteuerkino dar. Obgleich es sich Die versunkene Stadt Z nicht nehmen lässt, eine gewisse Leidenschaft an der exotischen Erforschung Amazoniens zu stimulieren, versteht sich der Film blendend darin, Distanz zu Fawetts romantisierten Expeditionen einzuhalten. Seine Aufbruch, eine vor-zivilisatorische, mit Gold verzierte und von Tempeln gesäumte Stadt aufspüren, wird gleichwohl zur Reise ins schwarze Herz der Obsessionen eines Menschen, der sich zusehends in wahnhaften Männlichkeitsbestrebungen verliert und vergisst, wo auf der Welt sein wahrer Platz ist. Ganz zum Leidwesen seiner Familie. James Gray entfacht dabei eine für ihn ganz und gar charakteristische Sogwirkung, die den Zuschauer immer tiefer in den Bildschirm zieht, immer tiefer in die grüne Wüste und die ungestillten Geltungsbedürfnisse.

  • 5
    Big images

    I Am Not Your Negro

    Dokumentarfilm Laufzeit: 95 min

    Moderner Klassiker. Überzeitlich. In drei Ewigkeiten wird I AM NOT YOUR NEGRO noch als Referenzwerk herangezogen werden, weil er sich nicht erdreistet, Antworten zu geben, aber über seine kraft- und wutschäumenden 90 Minuten in der Lage ist, die richtigen Fragen zu stellen. Es wäre zu harsch, I AM NOT YOUR NEGRO als 'Anklage' zu beschreiben, dafür ist sich der Film zu sehr im Klaren darüber, dass er sich in diesem Falle selbst anklagen müsste. I AM NOT YOUR NEGRO ist vielmehr eine Mediation über die nationale Identität eines Landes, in dem der Hass regiert – und dem man doch, nach Leibeskräften, mit Liebe begegnen möchte. Ein Land, das so glücklich und glatt und gleichzeitig so verantwortungslos und tot ist, wie kein anderes auf der Welt. Raoul Pecks Essay ist eine feurig-bedrückende Offenlegung von Denkmustern des Zuschauers und damit auch eine Offenlegung der moralischen Apathie der Welt, weil er in beeindruckender Entschiedenheit aufzeigt, dass es keine tragfähige organische Verbindung Verbindung zwischen unserer öffentlichen und unserer privaten Lebenswirklichkeit gibt. Wir sind Mythen verschrieben. Wir verleugnen uns selbst, um uns von der Scham freizusprechen und Ideale zu hofieren, die es in Wahrheit nicht gibt. An die wir, ob Schwarz oder Weiß (beide Parteien prallen hier aufeinander, um sich gegenseitig zu enthüllen), nicht glauben können – aber, der Hoffnungsschimmer bleibt, vielleicht irgendwann wieder glauben dürfen. Doch bis dahin müssen wir von dem Katalog der Unterdrückung, den uns die Vergangenheit wie auch die Gegenwart unterbreitet hat, lernen. Moderner Klassiker.

  • 6
    Big 61dfqpmhydl. sl1200

    Elle

    Komödie, Drama, Krimi, Thriller Laufzeit: 130 min

    Paul Verhoeven meldet sich zurück auf der großen Leinwand. Und das mit einem Knall hintersinniger, provokativer und entlarvender Kunst! ELLE unterstreicht mit dem dicken roten Edding, warum wir Onkel Paule so sehr vermisst haben: Ihm geht es nicht um den Erhalt von Konventionen, sondern um das Aushebeln jedweder herkömmlicher Erzählgewohnheiten. Was also zu Beginn wie ein Thriller anmuten könnte, in dem sich eine Frau auf die Suche nach der Identität ihres Vergewaltigers macht, ist in Wahrheit ein niemals wertender Blick in die Unergründlichkeit des menschlichen Wesens – und letztlich auch eine flammende Rede für die selbstbestimmte Sexualität. Paul Verhoeven verurteilt nicht, ganz im Gegenteil, Sex ist hier ein allmächtiges Instrument, dem sich jeder ermächtigen kann, um dem Umfeld wie auch sich selbst Demütigung und Befriedigung zuzufügen. Mit ELLE begibt sich Paul Verhoevens in das Reich der Obsessionen; dort, wo Genre-Mechanismen ausgehebelt werden und Rollenmuster pulverisiert, Lust und Schmerz korrelieren, wo Lakonie und Zynismus sich die Hand reichen, wo der Mensch in all seiner Eigenwilligkeit noch Mensch sein darf, ohne sein Verhalten zu pathologisiert oder ausgedeutet zu sehen.

  • 7
    Ampyrcizvsdc0uimblj1srvgaef

    Blade Runner 2049

    Mystery, Sci-Fi, Thriller Laufzeit: 163 min

    Villeneuve gelingt es mit Bravour, den Geist der Vorlage in Ehren zu halten, anstatt sich diesem sklavisch zu beugen. Blade Runner 2049 unterliegt, trotz seines Referenzraumes, nie dem Anspruch, sich voll und ganz auf das Original zurückfallen zu lassen, sondern fungiert in der Funktion, das Blade–Runner-Universum auszubauen, es weiterzuspinnen – und dafür nutzt er sorgsam arrangierte Bild- und Tonwelten, die den Zuschauer wie einen von schöpferischer Sprengkraft angetrieben Strudel in sich saugen.

  • 8
    Ydenrbuenr4khap6tj4jzn1cpms

    A Ghost Story

    Romanze, Drama, Fantasy Laufzeit: 87 min

    A GHOST STORY ist von einer Intimität und Zärtlichkeit disponiert, die einem während und viele Stunden nach der Sichtung das Herz regelrecht zerdrückt. Ich kann mich an keinen Film aus der jüngeren Geschichte erinnern, der sich so wohlartikuliert über das Sensorische herleitet. A GHOST STORY sieht man nicht, man muss vielmehr bereit sein, diesen in sich aufzunehmen. Wenn diese Maßnahme aber getroffen wurde, erlebt man ein feingliedriges Poem, dessen engmaschiges Narrativ-Netz nicht nur die Süße des ersten Kusses destilliert, sondern auch den Schmerz der letzten Berührung. A GHOST STORY legt sich mit einer Lebensnähe auf den Brustkorb des Zuschauer, dass es diesen beinahe davor ängstigt, irgendwann der Liebe zu verfallen, eben weil der Gedanke an einen etwaigen Verlust selbiger furchtbar lähmend wirkt. In ewigen Kameraeinstellung saugt man hier jede noch so unscheinbare Gefühlsbewegung auf, oftmals versteht man erst im Nachhinein, wie profund ein Lächeln, ein Blinzeln, ein Streicheln wirklich sein kann. Und obgleich hier derart irdische Gefühlskomplexe angesprochen werden, funktioniert A GHOST STORY gleichermaßen jenseits allem Irdischen. Ein Film, der sich so zwischen die Dimensionen setzt, um sich selbst so abseits der Zeit zu verwurzeln. Spektakulär ist David Lowerys Inszenierung gerade deshalb, weil sie so unspektakulär ist. Weil sie erfahren lässt, was Zuneigung ist und was Vergänglichkeit bedeutet. Vielleicht sind die Lehren, die wir aus der Trauer ziehen, genau die Antworten, denen wir Zeit unseres Leben hinterherspüren.

  • 9
    Big 57f747e252b15

    Logan - The Wolverine

    Action, Sci-Fi, Drama Laufzeit: 135 min

    Sonnenabgewandt fristet Logan ein sorgenumwölktes Leben im Schatten und wird durch die Begegnung mit der kleinen Laura zu etwas gezwungen, was ihm seit Jahren schon abhandengekommenen scheint: Soziales Handeln. Das klingt nun zwar wieder nach der intergenerationellen Stangenware, in der das Unverbrauchte das Verlorengeglaubte nach und nach zurück an das Tageslicht trägt. Stimmt aber nicht, da LOGAN von Beginn an deutlich macht, dass sich der verlebte Hauptakteur nicht zurück ins Leben kämpfen wird, sondern nur einen geeigneten Platz zum Sterben sucht. Interessanterweise reflektiert LOGAN dabei nicht nur seine eigene Existenz als Fiktion, als populärkulturelle Entität, sondern findet auch als sagenumwobenes Kulturgut seiner selbst eine Möglichkeit für Wolverine, überzeitlich bestehen zu dürfen, während er irdisch langsam verblasst. Eben weil er das Recht hat, verblassen zu dürfen. Weil er sich lange genug für andere aufgeopfert hat. James Mangold findet sich mit seiner hervorragenden Inszenierung dabei inmitten von bestialischer Gewalt und zerbrechlicher Menschlichkeit wieder. Erzählt von Vergessen und Erinnern. Von beschissenen und sinnhaften Tagen, von zerfurchten, versoffenen lebensmüden, denen gestattet wird, keine Helden mehr zu sein.  Nicht hier.

  • 10
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    Die irre Heldentour des Billy Lynn

    Drama, Kriegsfilm Laufzeit: 110 min

    Wenn sich ein neuer Film von Ang Lee ankündigt, ist Gänsehaut vorprogrammiert. Auch BILLY LYNN folgt dieser Tradition ebenfalls ohne Wenn und Aber. Ang Lee beweist sich erneut als hochintelligenter, zutiefst sensibler und wahrhaft virtuoser Filmemacher, der es versteht, Form und Inhalt in ein sich stetig gegenseitig dynamisierendes Verhältnis zu setzen, ohne einer der Ebenen die Oberhand zu belassen. Im Kern geht es hier indes um die mediale Wechselwirkung von Heldentum und seinen Mythen. Es geht darum, wie wenig sich Amerika um seine Soldaten schert, solange man sie als leere Gefäße instrumentalisieren kann, die dann nach und nach mit verklärt-heroischen Idealen gefüllt werden: Kollektive Traumata als pyrotechnische Medienveranstaltung. Außen- und Innenwahrnehmung spielen die ganz entscheidende Rolle. Am Ende bliebt die Ohnmacht. Der Gedanke, einfach zu fliehen. Die Tränen ob der Dinge, die man hätte erreichen können, wäre diese verfluchte Uniform nicht. Wow.

  • 11
    Big index

    Fences

    Drama Laufzeit: 139 min

    Ein richtiges Brett, die Nummer hier. Klar, FENCES ist abgefilmtes Theater, was den kinematografischen Resonanzraum etwas einschränkt, aber wenn man dafür solche Schauspielleistungen raushaut, stört das am Ende herzlich wenig. Denzel Washington führt ein Ensemble an, welches sich aufopferungsvoll in ihre von Ambivalenzen bestimmten Charaktere wirft. Da werden Intensitäten freigelegt, die sich, wir Troy Maxon bei seiner Familie, bis ins Fleisch graben. FENCES bleibt nah an seinen Charakteren, immer, erzählt innerhalb eines zeitgeschichtlichen, aber dennoch universalen Mikrokosmos mit merklicher Lebensweisheit von Familie, vom täglichen Kampf über die Runden zu kommen, von Selbsthass, Selbsterhaltung und Selbstbestimmung; von Stolz, Zurückweisung und Dankbarkeit. Und natürlich von der Unausweichlichkeit, dem Schatten seiner Eltern vollständig zu entwachsen. Ein emotionaler Paukenschlag und Futter für Herz und Verstand. Klasse.

  • 12
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    Personal Shopper

    Mystery, Drama, Thriller Laufzeit: 105 min

    Olivier Assayas ist Gold wert. Das sage ich, obwohl ich bisher nur zwei Filme von ihm gesehen habe. Aber in DIE WOLKEN VON SILS MARIA und PERSONAL SHOPPER manifestiert sich schon die Meisterschaft des feingeistigen Filmemachers: Er versteht, das gegenwärtige Kino und die Erwartungshaltungen wie Sehgewohnheiten des Zuschauers nicht nur zu hinterfragen, sondern zu unterlaufen. PERSONAL SHOPPER ist erneut Transzendenz. Man hat ein abgestandenes Plotgerüst mit plakativen Verweisen an das Genre-Kino, bricht aus diesem Rahmen aber dermaßen geschickt aus, in dem man das Diffuse, das Indifferente, das Unbestimmte in den Vordergrund stellt und die Frage offeriert, wie sehr wir inzwischen von Oberflächlichkeiten abhängig sind. Oberflächlichkeiten, wie den greifbaren Handlungsverlauf. Oberflächlichkeiten, wie der Touchscreen, der hier vor allem auf das zwanghafte Verhalten der Hauptdarstellerin hinweist, die Zwischenmenschlichkeit auf Distanz hält, durch die Kommunikation im digitalen Raum aber zu sozialem Handeln gezwungen wird und sich nicht mehr in der Kleidung anderer verbergen kann, sondern nach und nach zu sich selbst findet. Von der wandernden zur fixen Seele wird. PERSONAL SHOPPER ist ohne Zweifel inkohärent, aber genau das ist ein erzählerisches Mittel, um den von Kristen Stewart (Göttin) gespielten Charakter dabei zu helfen, Ordnung in ihr Leben zu bringen. Ordnung inmitten von Trauer, Selbstverlust, Seelensuche und Reisen in höhere, außerweltliche Bewusstseinsebenen.

  • 13
    Big 5

    Certain Women

    Drama Laufzeit: 107 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 14
    Big 594003456f11f

    Planet der Affen: Survival

    Action, Abenteuer, Drama Laufzeit: 140 min

    Nachdem REVOLUTION dann doch eher enttäuschte, was wohl auch dem Umstand geschuldet war, dass PREVOLUTION die Messlatte überraschend hoch gehängt hat, schwingt sich SURVIVAL innerhalb der aktuellen PLANET DER AFFEN-Trilogie in ganz neue Höhen auf. Die Welt, so wie wir sie kennen, besteht nur noch in Rudimenten – und SURVIVAL ist der Schwanengesang auf des Menschen Existenz. Was vor allem übriggeblieben ist, ist der menschliche Hang zur Zerstörung. Während die hochintelligenten, genmanipulierten Primaten den Versuch einleiten, Frieden mit den Menschen zu schließen – und sich so menschlich wie möglich verhalten -, begegnet der Mensch dem Affen mit roher Gewalt und erliegt seiner eigenen Tierwerdung. In SURVIVAL schwingt sich der Leitfaden, der Kampf von Mensch gegen Natur, in neue Dimensionen der Emotionalität auf. Matt Reeves greift in seinem 140-minütigen Kriegsfilm die großen Themen auf, zwischen Verrat, Rache und Vergebung, Freundschaft, Hass und Opferbereitschaft, zitiert sich SURVIVAL durch mehrere Genres und wartet mit gigantischen biblischen Motiven auf, versteht es jedoch gleichwohl, sich eine eigene Identität zu bewahren und finalisiert die Geschichte, die des Menschen selbst heraufbeschworenen Niedergang erzählt, mit einer geradezu phänomenalen Bildgewalt. SURVIVAL ist ein Epos geworden, sowohl in seinem Handwerk, wie auch in seinen Gesten. Manchmal ist das sicherlich zu dick aufgetragen, aber der Sinn für Ambivalenzen, der hervorragende Score und ein Woody Harrelson, der mit kahlgeschorenem Schädel Colonel Kurtz aufleben lässt, machen SURVIVAL zu einer wahrhaft eindringlichen Erfahrung.

  • 15
    Big 81ntrm4ut5l. sl1200

    The Night of the Virgin

    Komödie, Horror, Fantasy Laufzeit: 116 min

    Eine Mordsgaudi. Was Roberto San Sebastián hier abfeuert, ist jenseits von Gut und Böse und wird in nächster Zeit mit ziemlicher Sicherheit für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Allerdings nicht aus dem Grund, weil The Night of the Virgin zwanghaft Tabus brechen und Grenzen überschreiten möchte, sondern weil The Night of the Virgin dermaßen viel Laune macht, dass diese perversen Kaskaden der Geschmacklosigkeit nur die logische Konsequenz eines Werkes sind, in dem das schelmische Grinsen über jeder Einstellung thront. Hier ist ein Regisseur zu Werke geschritten, der nicht krampfhaft arbeitet, um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern ein Künstler, der sich losgelöst von allen Normen scheckig lacht. Eben weil lachen gesund ist – vor allem über Dinge, die absolut ungesund sind. Und die hiesige, fast 120 Minuten in Anspruch nehmende Sauerei, die den Zuschauer in einen hysterischen Rausch aus Kotze, Pisse, Wichse, Blut und sonstigem Körperschleim entführt, ist ein derartig passioniert arrangiertes Ekelpaket geworden, dass man applaudieren, grölen, würgen möchte. The Night of the Virgin allerdings gelingt deshalb so gut, weil sich Hauptdarsteller Javier Bódalo voll und ganz ins Zeug legt und die Performance des Jahres abliefert. Unglaublich, was der Mann hier veranstaltet. Unglaublich, was dieser Film veranstaltet.

  • 16
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    T2: Trainspotting

    Komödie, Drama Laufzeit: 118 min

    Erst einmal die große Irritation: Warum eine Fortsetzung vom nahezu perfekten TRAINSPOTTING? Die Antwort darauf liefert Danny Boyle mit T2 sehr schnell: Weil sich das mit Kotze beschmierte Karussell namens Leben immer weiterdreht – und auch wenn wir gerne wollen, gelingt uns der Absprung nun mal nicht zwangsläufig. Was gut so ist. Wer nun denkt, T2 würde sich in Nostalgie und Sentiment wähnen, um geschundene Fanboy-Herzen zu liebkosen, der täuscht sich ebenfalls: In einer Szene ist es Sick Boy, der es deutlich in Rentons Gesicht wirft: "Du bist Tourist in deiner eigenen Jugend". T2 ist der Aufruf, Erinnerungen in sich zu bewahren, aber nicht in der Vergangenheit verloren zu gehen. Und genau da wird T2 ein unheimlich lebensnaher, ehrlicher Film, wenn er das universale Problem aufzeigt, wie schwer es doch ist, einfach loszulassen. Weiterzumachen. Sich abzunabeln. Ganz ehrlich? T2 kann natürlich nicht mit dem kultisch verehrten Original mithalten, aber Danny Boyle hat seinem eindringlichen No-Future-Portrait einen würdigen Nachfolger geschneidert, weil er der sozialen, menschlichen Authentizität im Kern treu geblieben ist und Fragen stellt, auf die es zum Großteil nur bittere Antwort gibt. Antworten, die Verdrängung, Selbsthass und Suizid lauten. T2 spricht die Dinge an, im Nacken die Rückkopplungen von damals, aber den Blick doch in Richtung Zukunft gerichtet, denn: es gibt eine Zukunft. Auch in einer Welt voller Opfer. Schlagen wir doch einfach den Kragen hoch.

  • 17
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    Let Me Make You a Martyr

    Action, Drama, Krimi Laufzeit: 102 min

    Fetzen für Fetzen, Splitter für Splitter, Fragment für Fragment. John Swab und Corey Asraf scheren sich nicht darum, ihre Geschichte chronologisch zu behandeln. Stattdessen ist LET ME MAKE YOU A MARTYR ein Film, der eher auf eine sensorischen respektive sensitiven Ebene erfahren werden möchte, anstatt herkömmliche Erzählprinzipien zu forcieren. Und gerade dadurch offenbaren sich nicht nur in der Theorie neue narrative Möglichkeiten, LET ME MAKE YOU A MARTYR nutzt diese Möglichkeiten auch und erschafft einen bedrückenden Einblick in ein vollends zerrüttetes Americana, in dem die Liebe augenscheinlich nur mit dem Tod beweisen werden kann. In grobkörniger, zuweilen fast schon in sich gekehrter Bildsprache treiben wir durch ein emotional verkrüppeltes Elend, in dem Drogen, Gewalt und Hass dominieren. Der Wolf des Zorns hat die Seelen aller involvierten Figuren vergiftet und hinterlässt sie als zertrümmerte Kriegsschauplätze. Dem dieser Welt eingeschriebenen Nihilismus aber begegnen die beiden Regisseure immer wieder mit einer fast schon zartbesaiteten Einkehr, wenn sie ihre Idee von Nächstenliebe nach und nach freilegen. Da entstehen Momente, die für etwas Größeres bestimmt zu sein scheinen. Vielleicht für einen größeren Film, in jedem Fall aber für ein größeres Publikum. Da scheint ein neues Leben möglich, in dem der Schmerz des jetzigen hoffentlich ausgeschlossen wird. Extrakudos bekommt an dieser Stelle noch Marilyn Manson, dessen stoische Gelassenheit von einem abgründigen Selbstverständnis angetrieben scheint, dass es einem die Gänsehaut über den Körper jagt.. Und dieses durchdringenden Teufelsaugen erst...

  • 18
    Big 910hgtnsrol. sl1500

    Moonlight

    Drama Laufzeit: 110 min

    Ein eindringliches Erlebnis, ohne jemals aufdringlich zu sein. MOONLIGHT ist eine intime, größtenteils subtile und zuweilen gar poetische Indie-Perle, die sich nicht nur, aus afroamerikanischer Sicht, mit den gesellschaftlichen Erwartungen Amerikas auseinandersetzt. Vor allem als zurückgenommenes, leises, sinnliches Charakterporträt um einen schwulen Schwarzen, der nicht länger vor sich selbst davon laufen kann, bleibt MOONLIGHT in Erinnerung und Herzen.

  • 19
    Xzrvrryvqx1pcim77gbx4twns7i

    Loving

    Romanze, Drama, Biografie Laufzeit: 123 min

    Hat mir sehr gefallen. Nachdem man im Vorfeld die ersten Bilder vom Film gesehen hat, könnte man meinen, Jeff Nichols hätte noch nicht genug von seinen letzten Spielberg-Abwegen gehabt und wolle sich nun voll und ganz schmalzigen Rührstück hingeben. Ist natürlich kein Stück so. LOVING ist ein so herrlich bescheidener Film, der sich niemals darauf einlässt, eine Geste größer zu verkaufen, als sie wirklich sein muss. Oder besser gesagt: Jeff Nichols vermeidet es so konsequent, auf dramaturgische, dem Thema eingeschriebene Höhepunkte zuzusteuern, dass es eine wahre Freude ist, sich im zärtlichen, frei von Verklausulierungen arrangierten Treiben dieses Films zu verlieren – ein Film nämlich, der in seiner Gesamtheit einen einzigen Höhepunkt darstellt. Klar, innovativ ist das alles nicht, aber die Umgangsweise überzeugt; die Darsteller, die sich mit authentischer Hingabe füreinander einsetzen und nicht nur lernen müssen, dass die Ehe eine Institution bedeutet, sondern auch der Rassismus. LOVING aber ist keiner dieser Südstaaten-Flics, die sich mit dem Rassenhass in jenen Regionen explizit auseinandersetzen. Jeff Nichols geht es nicht darum, aufzuzeigen, welche zerstörerische Gewalt Rassismus in sich trägt. Ihm geht es darum, die Hoffnung einzufangen, die der Kampf gegen jenen Konservatismus freilegen kann. Und dafür nutzt er eine erzählerische Verdichtung, die sich ganz auf die Charaktere stürzt und alles um sie herum nur am Rande zur Kenntnis nimmt.

  • 20
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    Sexy Durga

    Horror, Drama, Fantasy Laufzeit: 85 min

    Im Kern zeigt Sexy Durga die Qualen auf, die man bereit ist, für die Liebe in kauf zu nehmen. Sanal Kumar Sasidharan lässt ein Paar im von rückständigen Moral- und Wertevorstellungen geprägten Indien durch die Nacht fliehen, um ihrer Liebe eine mögliche Zukunft zu schenken. Und Sexy Durga lebt genau von diesen 'Möglichkeiten'. In jeden Moment, den diese Flucht durch die alles umfassende Finsternis aufbereitet, scheint die Gewalt eingeschrieben zu sein und nur auf die Möglichkeit zu warten, zu eskalieren. Nachdem das Paar von einem Van aufgelesen wird, verdichtet sich das Unbehagen innerhalb des Narrativ von Sexy Durga minütlich. Ach, sekündlich. Die Angst geht um. Die Angst vor dem, was möglich ist. Lange Zeit hat es kein Film mehr geschafft, die Nacht, die Finsternis, dermaßen effektiv als Terrormedium zu nutzen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Sexy Durga seine Dialoge auf ein Minimum beschränkt und zuvorderst aus Plansequenzen besteht, die die Tiefe des Raumes, die Tiefe der Dunkelheit, in ihrem ganzen Schrecken zum Ausdruck bringt. Anspannung pur, ganz, ganz unangenehm.

  • 21
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    Jahrhundertfrauen

    Komödie, Drama Laufzeit: 118 min

    Wunderbar, um sich treiben zu lassen. Mike Mills, der sich zuvor mit THUMBSUCKER und BEGINNERS einen Namen im Indie-Kino machen konnte, zeigt auch in JAHRHUNDERTFRAUEN, was er auf dem Kasten hat: 'Ne ganze Menge nämlich. Man könnte ob des schreienden Titels vermuten, Mills' wurde sich zum feministischen Traktat hinreißen lassen und zuvorderst dröge Gender-Allgemeinplätze abklappern. Dem ist nicht so, denn abseits seiner weitestgehend öden Bildsprache, die irgendwie nach pastellfarbener Sundance-Retorte muffelt, ist JAHRHUNDERTFRAUEN ein Film, der sich ganz nah an seine Figuren herantraut, ohne sie nach allen Regeln der Kunst auszuschlachten. Drei Frauen, die allesamt einer verschiedenen Generation entstammen, und zwei Männer (wobei einer davon erst auf dem Weg ist, einer zu werden), die in ihrer Entwicklung seit jeher von Frauen "gelenkt" wurden, bilden hier die ausschlaggebende Charakterkonstellation. Mills destilliert dabei eine wunderbar organische 1970er Philosophie, die man nur verstehen kann, wenn man in den 1970er Jahren erwachsen geworden ist, was für die Protagonisten Fluch und Segen ist. Das Füllhorn an Themen, die JAHRHUNDERTFRAUEN aufbereitet, flankiert von historischem Material, überlädt den Film indes niemals, weil das famos aufspielende Ensemble dem Geschehen Gravität verleiht. Das alles ist unangenehm unaufdringlich, wenn hier über eine Frau berichtet wird, die Angst davor hat, von der Zeit überholt zu werden. Oder einem Jungen, der merkt, dass er mit seiner Mutter nicht mehr sprechen kann, weil sie seiner Lebenswirklichkeit nicht folgen kann. Oder einer Frau, die Krebs hat und vermutlich niemals Kinder bekommen kann. Feinfühligkeit ist hier Programm. Sorgen und Nöte gehören zum Leben dazu, genauso wie das Menstruieren und das Sterben.

  • 22
    Big 397731

    Mein Leben als Zucchini

    Animation, Family Laufzeit: 66 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 23
    1swavypulj8kshxlltf8dt9dssx

    Get Out

    Mystery, Horror Laufzeit: 104 min

    Da haben wir unseren Horror-Hype 2017 ja. Und der taugt auch ordentlich was: GET OUT lebt erst einmal davon, dass er das Unbehagen des (scheinbaren) Bedrohungsszenarios, in das Chris beim Besuch seiner Schwiegereltern in Spe geworfen wird, graduell intensiviert. Wie gekonnt Newcomer Jordan Peele die auf den afroamerikanischen Hauptdarstellung einschlagenden Beklemmungen verdichtet, das führt schon ein ums andere Mal zu echten Nägelkaumomenten. Dass GET OUT sein reines, genreaffines Angstgefüge auch transzendieren möchte, gibt dem Film zum einen den doppelten Boden, auf eine gesellschaftliche Problematik hinzuweisen, die nach wie vor aktuell ist, allerdings fehlt GET OUT letzten Endes der Mut, diesen Ansatz zu nutzen, um den Zuschauer in seinen vorgefertigten Gedankenwelten zu entlarven. Gegen Ende, wenn alles endgültig aus den Fugen gerät, wird GET OUT zu offensichtlich, zu greifbar, das Nebulöse, das Schemenhafte, das Verschwommene, das Unbestimmte, es weicht klaren Strukturen. Das unangenehm Diffuse wird unbeholfen blutig.

  • 24
    Big mv5bmje2ndkxnty2m15bml5banbnxkftztgwmdc2nze0mti . v1 sy1000 cr0 0 648 1000 al

    John Wick: Kapitel 2

    Action, Krimi, Thriller Laufzeit: 122 min

    Keanu Reeves packt das Gun-Fu wieder aus und Genre-Herzen schlagen höher. Und jetzt die besonders schöne Nachricht: JOHN WICK 2 ist sogar noch besser als der erste Teil. Liegt in erster Linie am Pacing, welches hier deutlich geradliniger ist und Höhepunkte kompetenter austariert. Außerdem geht die Nummer hier in Sachen Gewaltgrad noch ein Stück weit nach vorne, was den positiven Effekt nach sich zieht, dass die überstilisierte Inszenierung seitens Chad Stahelski noch befreiter ausfällt. Der Mann hat auf jeden Fall richtig Bock – und der Mann weiß auch, wie man blutverschmierte Exzesse ästhetisiert. Schöne Nummer. Auch der Ausbau der untergründigen Profikiller-Mythologie. Läuft.

  • 25
    Big 586b57157f34c

    The Founder

    Drama, Historie, Biografie Laufzeit: 115 min

    Eine echte Überraschung. Keine weichgespülte Biopic-Formel, kein hohles, patriotisches Abfeiern, sondern spritziges, vitales und, ja, wachsam-differenziertes Kino, bei dem Michael Keaton schon wieder eine brillante Performance herausrockt. Besonders erfreulich ist aber, wie deutlich THE FOUNDER aufzeigt, dass in das Fundament des amerikanischen Traums nicht zuletzt Verrat und Raffgier eingemeißelt sind. Kein Wunder, dass sich McDonalds von diesem Film distanzierte.

  • 26
    Big 58aae3d7ad314

    King Arthur: Legend of the Sword

    Action, Abenteuer, Drama Laufzeit: 126 min

    Wie oft wurde Guy Ritchie schon abgeschrieben? Auch wenn er seinen großen Erfolgen inzwischen hinterherlaufen mag, hat der Mann immer noch ordentlich Tinte auf dem Füller, wie er nun mit KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD wieder einmal unter Beweis stellt. Inhaltlich ist die Nummer hier recht konventionell geraten und erzählt die Geschichte des von Nutten aufgezogenen Königssohns, der auf Rache sinnt, Excalibur zähmt und später den Thron beziehen wird. Kennt man. Mitreißend wird KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD durch seinen stilistischen Wahnwitz: Mit dynamisch-treibender, juveniler Inszenierungslust setzt Guy Ritchie auf überschäumende Gegensätzlichkeit und zeichnet vordergründig ein historisches Ambiente, welches er mit der verwegenen Strahlkraft der Moderne durchströmen lässt. Da stehen dann eben Leute mit obskuren Spitznamen und dem Talent für das Feilschen im Mittelpunkt, denen Guy Ritchie immer passgenau die entsprechend ikonische Pose zuordnet. Die titelgebende, mythenumrankte Saga ist eigentlich zweitrangig, erfährt hier aber unter der experimentierfreudige Ägide eine launige Paraphrase. Und auch wenn KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD immer auch ein Stück weit unsortiert wirkt (und im Finale leider merklich absackt), so macht seine pompöse Hemmungslosigkeit wirklich Spaß. Cool.

  • 27
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    Spider-Man: Homecoming

    Action, Sci-Fi, Abenteuer Laufzeit: 133 min

    Gut 130 Minuten Dauergrinsen. Kann vielleicht daran liegen, dass ich inzwischen wirklich verblödet bin – oder eben daran, dass SPIDER-MAN: HOMECOMING ein richtig schnittiger Blockbuster geworden ist, mit dem Jon Watts ein achtbarer Einstieg in die hochbudgetierte Welt des Marvel-Imperiums gelan. Wer natürlich überhaupt keinen Bock mehr auf diesen ganzen Vernetzungswahnsinn hat, der wird auch bei SPIDER-MAN: HOMECOMING entnervt abwinken. Alle anderen dürfen den nunmehr dritten Anlauf der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft verfolgen, nur, dass in diesem Fall keinerlei dramaturgische Zwänge anfallen. HOMECOMING hat es nicht nötig, die Geschichte von Spider-Man vom Ursprung an aufzurollen, dafür haben wir diese in der Vergangenheit eben auch zu oft gehört. Stattdessen ist das hier federleichtes Sommerkino, kurzweilig, mit einigen wunderbaren Set Pieces und den obligatorischen Spider-Man-Gewissensfragen der Marke: Wie soll ich Spider-Man sein, wenn ich nicht einmal weiß, wer Peter Parker ist? Macht Laune. Zwiespältig ist allerdings Tony Starks Rolle als Mentor Iron Man, der, wir erinnern uns, nicht nur einen Jugendlichen für den Krieg rekrutierte, sondern sich nun auch als Erzieher geriert – bekommt am Ende aber in dieser Hinsicht auch Gegenwind von Spidy. Noch ein Wort zu Michael Keatons Bösewicht: Der ist nicht uninteressant, auch wenn er stereotyp ist. Er kämpft um die Existenzgrundlage seiner Familie, kommt den Avengers in den Weg und muss natürlich gestoppt werden. Interessanterweise verfügen beide Seiten, die Avengers und Vulture, über eine moralische Ausrichtung in ihrem Tun, die nachvollziehbar und doch verwerflich scheint. Dass Spider-Man noch nicht in der Lage ist, diese Moral (auch mal) zu hinterfragen, liegt an seinem Alter und seinen Erfahrungen. Zuerst kommt die Heldenverklärung. Darauf kann man aufbauen, mir hat's gefallen.

  • 28
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    Suburra

    Drama, Krimi, Thriller Laufzeit: 135 min

    Wenn der Mond sich blutrot färbt, steht die Apokalypse bevor. Und SUBURRA ist eine tiefschwarze Unterweltchronik, die sich genau auf diese Apokalypse einstellt. Im Schatten der Dekadenz, in der Tristesse der Unterschicht, vom Heroinjunkie bis zum Papst: Stefano Sollima spannt ein deterministisches Band der unabwendbaren Zerstörung durch alle Gesellschaftsschichten. SUBURRA versteht sich dabei sowohl als Spiegelung aktueller italienischer Verhältnisse, wie er auch die exakt getaktete Erzählmechanik des klassischen Gangsterkinos stimuliert. Dieses hochverdichtete Sittengemälde legt sich mit zunehmender Laufzeit wie ein tonnenschwerer Gesteinsbrocken auf den Brustkorb des Zuschauer und fährt mit einigen wirklich herausragenden Sequenzen auf, die SUBURRA ohne Zweifel zu einem der schillernden Highlights des europäischen Films erklärt. Ein düsterer, zuweilen ungemein suggestives Strudel der Gewalt. 

  • 29
    Big mv5bymm5zjg5zwetymqwos00nmfmltgxyzktytjkzmy3ogm4ndqyxkeyxkfqcgdeqxvynjk4njm5nzc . v1 sy1000 sx675 al

    Fremd in der Welt

    Drama, Krimi, Thriller Laufzeit: 93 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 30
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    Wo die wilden Menschen jagen

    Abenteuer, Komödie, Drama Laufzeit: 93 min

    Independent-Kino jenseits der Sundance-Wohlfühlzone. Hier gibt es keine instagramgefilterten Abziehbildchen, sondern greifbare, plastische Charaktere, die von Sam Neill und Julian Dennison famos in den Hauptrollen getragen werden. Die Harmonie zwischen den beiden ist erstklassig, gar keine Frage. Ebenfalls erstklassig: Taika Waititis Inszenierung. Sein Gespür für Situationskomik, die vor allem über den wahnsinnig treffsicheren visuellen Witz kommt, ist imponierend. Nein, das hier ist ein schöner, liebenswerter Film. Ein Abenteuer über den Wert des sozialen Handelns im neuseeländischen Busch. Gucken. 

  • 31
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    Hell or High Water

    Drama, Krimi, Thriller, Western Laufzeit: 102 min

    Knochentrockenes, durch und durch düsteres Amerikabild. Die Menschen kämpfen, weil ihnen nichts anderes übrig geblieben ist. Und sie kämpfen vergebens. Von David MacKenzie gewohnt erstklassig inszenierter Neo-Western, während vor der Kamera Ben Foster, Chris Pine und Jeff Bridges groß auftrumpfen.

  • 32
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    Jackie

    Drama, Biografie Laufzeit: 95 min

    Pablo Larrains Biopic ist ein unkonventionelles Nachempfinden eines seelischen Trümmerhaufens, der niemals an die Öffentlichkeit getragen wurde. Jackie Kennedy war Zeit ihrer Popularität eine Kunstfigur, eine Fassade, eine mediengedrille Schale. Deswegen ist es so famos, wie Larrain mit Verschiebungen, Aussparungen und Spekulationen arbeitet, um die ungreifbare Persönlichkeit, die Jackie darstellte, psychografisch zu decodieren. Natürlich gelingt das nicht, denn Jackie Kennedy bleibt ein Mysterium im blutverschmierten Kostüm, deren Existenz sich stetig durch die Überlagerung von Privatem und Politischem auszeichnete.

  • 33
    Iedh2cksydxbtaplns6ulf9ytth

    Born to Be Blue

    Drama, Biografie, Musik Laufzeit: 97 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 34
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    The Meyerowitz Stories

    Komödie, Drama Laufzeit: 112 min

    Seit jeher wird Noah Baumbach mit Woody Allen verglichen, was irgendwo logisch erscheint, weisen Baumbachs Werke nicht nur eine thematische wie inszenatorische Verwandtschaft zum Schaffen des ikonenhaften Workaholics auf. Baumbach selbst sagt, dass Allen zu seinen größten Vorbildern gehört. Konnte ich zuvor die Nase rümpfen, wenn jener Vergleich forciert wurde, muss ich nach THE MEYEROWITZ STORIES sagen: Woody, du hast einen geeigneten Nachfolger gefunden. Zweifelsohne. Wie beiläufig und doch profund es Baumbach hier zum Großteil gelingt, in den Kern einer dysfunktionalen Familienkonstellation einzudringen – das verdient Respekt. Die Geschichte zweier Brüder, die von ihrem Vater zu sehr geliebt respektive zu sehr vernachlässigt wurden, ist vor allem aus emotionaler Sicht eines: Naturalistisch. Baumbach überzeichnet nicht, selbst wenn er dialogisch und visuell einiges an Humor abruft. THE MEYEROWITZ STORIES offenbart ein tiefes, umsichtiges Interesse und Verständnis für seine Charaktere, die sich auch in den späten 40ern noch mit der Frage beschäftigt, wie sie glücklich werden können. Jenseits des Scheiterns an Erwartungen. Jenseits der Scheiterns an sich selbst. Es ist schlicht und ergreifend das feingliedrige Familienbild, mit dem Baumbach überzeugt, weil er hier aufzeigt, dass man trotz all der Demütigungen (oder Bevorzugungen) immer noch bereit ist, aus Hass zu lieben oder aus Liebe zu hassen. Familie eben. Kann man sich nicht aussuchen.

  • 35
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    Die Taschendiebin

    Mystery, Romanze, Drama Laufzeit: 130 min

    Park Chan-wook hat sich schon immer die Vorwürfe der inszenatorischen Taschenspielertricks und Augenwischerei gefallen lassen müssen. Mit DIE TASCHENDIEBIN haben sich die Anschuldigungen nun wieder verhärtet. Nachvollziehbar? Nun, als formal herausragend inszeniertes Sittengemälde in historischer Robe wird hier jedenfalls wiederholt deutlich, wie detailmanisch der – keine Frage – koreanische Meisterregisseur hier agiert, obwohl die wahre Stärke des Films in den kleinen, den sublimen, den verspielten Momenten liegt. Wenn Wookie sein Vexierspiel metaphorisch entschlüsselt oder die Andeutung der Offensichtlichkeit vorzieht. Wenn Emotionen greifbar werden und die Damen nicht nur ihre Katzen aneinanderreiben. DIE TASCHENDIEBIN ist mit Sicherheit ein Film von fesselnder Schönheit, der nicht nur ausgiebig von erotischer Ränke spricht, sondern diese auch als Projektionsfläche der geschichtlichen Besetzungsgeschichte nutzt. Immer wieder aber wähnt sich DIE TASCHENDIEBIN im vordergründigen Gefilde des Ausstattungskinos, anstatt sein inhaltliches Potenzial mit Konzentration und Akribie auszustaffieren. Der feministische Anklang aber bleibt ein interessanter, weil er über das Anbandeln zweier unterschiedlicher Damen deutlich macht, dass Erlösung und Täuschung gerne als deckungsgleiche Begrifflichkeiten verstanden werden. Verstanden werden müssen. Und er latscht den Männern auch mal auf den notgeilen Zipfeln, während sich die Frauen aus ihrer Passivität erheben. Sicher nicht Wookies bester Film, aber, trotz seiner Defizite, ein sehenswerter.

  • 36
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    I Am Not a Serial Killer

    Horror, Drama, Thriller Laufzeit: 104 min

    Klasse Nummer. Die Botschaft, die einem dieser Film mitgibt, ist von unschätzbarem Wert: Der Mensch braucht Dellen in der Seele, um auf lange Sicht unbeschädigt durchs Leben zu kommen. Und genau diese lebenskluge Weisheit destilliert Regisseur Billy O'Brien aus einem Genre-Film-Gemisch, welches kein Genre-Film ist und doch einer sein könnte. Das unkonventionelle Gemüt von I AM NOT A SERIAL KILLER gibt der Inszenierung jedenfalls die Chance, Grenzen und Regeln zu missachten und den Blick dann ganz konzentriert nach innen zu richten, wo andere Regisseure nur nach vorne preschen würden. Ein einfühlsames, gut bis sehr gut gespieltes Coming-of-Age-Drama, das auf der Meta-Ebene natürlich auch noch sein eigenes Sujet reflektiert (Faszination für Serienkiller), aber am Ende gerade als adoleszentes Charakter-Portrait voll und ganz aufgeht. Schön.

  • 37
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    Die letzten Männer von Aleppo

    Laufzeit: 110 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 38
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    Alien: Covenant

    Sci-Fi, Horror, Thriller Laufzeit: 123 min

    „Des Himmels Sklave oder der Hölle Herr?“ Mensch, in was für einem gesunden Turnus zieht 2017 denn bitte handfeste Überraschungen aus dem Produktionsköcher? Die nächste Wundertüte gibt es direkt mit ALIEN: COVENANT serviert – einem Eintrag ins ALIEN-Franchise, für den es beinahe schon eine Beleidigung wäre, ihn unter dem Begriff 'Blockbuster' zu begraben. Dafür ist ALIEN: COVENANT zu vielschichtig, zu idiosynkratisch, zu – festhalten – mutig. Ridley Scott nämlich schreitet weiter, wagt sich vor: Er möchte nicht schablonieren, was er in den späten 1970er Jahren geschaffen hat, er möchte seine eigens ins Leben gerufene Mythologie ausdehnen, erweitern, vertiefen. Wie geschickt hier Erwartungen unterlaufen werden, könnte den meisten Zuschauer genau in dem Moment entgehen, in dem sie sich darüber beschweren. Und der Unmut, der ALIEN: COVENANT breitflächig widerfährt, offenbart mehr über den begrenzten Horizont des Rezipienten, als über die Qualität des Films selbst. Natürlich ist ALIEN: COVENANT dramaturgisch und inhaltlich nicht akkurat ausgereift, genauso wie sein aalglatter Digitallook dafür sorgt, das (verhältnismäßig) übersichtliche Budget gelegentlich auszustellen. Wenn man sich allerdings auf die Erzählung einlässt, dann wird man Zeuge einer hochspannenden Reflexion über Erschaffung und Zerstörung, in der an dem von Michael Fassbender formidabel gespielten Androiden zum Ausdruck gebracht wird: Wo Schöpfung stattfindet, ist auch immer Vernichtung existent. Das philosophische Gedankenwelt jedenfalls unterliegt nicht der puren Bedeutungshuberei, stattdessen ist der thematisierte Götterkomplex auch Aufhänger, um biologische Geschlechterspezifizierungen auszuhebeln und heteronormative Muster zu unterlaufen. Perfekt mag ALIEN: COVENANT nicht sein, einen tieferen Blick jedoch sollte man sich erlauben. Es lohnt sich.

  • 39
    Big 5875d6ef9c59c

    Boston

    Drama, Thriller, Historie Laufzeit: 130 min

    Schön zu sehen, wie sich Peter Berg von Projekt zu Projekt merklich weiterentwickelt. Im Oberstübchen ist inzwischen jedenfalls mehr los als bei Kollege Bay. BOSTON ist kein tumber Reißer, auch wenn Berg mit Sicherheit immer noch kein Feinmotoriker. Aber BOSTON ist ein wirklich gelungener über eine Stadt, die sich nicht erschüttern lässt und eine Botschaft in die Welt hinaus trägt: Wir bleiben stehen. Gemeinsam. Ob man den Anschlag als pulsierendes Thrillerkino inszenieren muss, ist sicherlich zweifelhaft. Die Straßenschießerei gegen Ende aber ist schon jetzt eine der besten Action-Sequenzen des Jahres.

  • 40
    Big fast8 hauptplakat

    Fast & Furious 8

    Action, Abenteuer, Krimi Laufzeit: 136 min

    Die Fast & Furious-Reihe ist eines der größten Phänomene der heutigen Kinolandschaft überhaupt. Wie oft hat man die Reihe schon abgeschrieben, bis mit Teil 5 die endgültige Rehabilitation kam um damit eines der rentabelsten Franchises der momentanen Blockbusterlandschaft geboren wurde. Ich muss das nun auch gar nicht ausführen, worum es in FAST 8 geht und wo seine Stärken (oder Schwächen) liegen, das sollte inzwischen jeder wissen. Dass die Nummer hier aber nicht mehr die große Trauerrede ist, wie sie FAST 7 war, ist erfreulich. Es gibt einen netten Tribut an Paul Walker, fertig. Ansonsten ist das hier gigantomanische Bleifußaction ohne Unterlass. Immer nach vorne über 130 Minuten. Die Set Pieces übertreffen sich von Film zu Film (diese ferngesteuerte Auto-Stampede – whoooot), das Gesabbel um (die stetig wachsende) Familie lässt nicht nach, die Schauspieler harmonieren durchweg – das hier ist ein Spielplatz für große Jungs mit wenig Aktivität im Oberstübchen.

  • 41
    Big edge17

    The Edge of Seventeen - Das Jahr der Entscheidung

    Komödie, Drama Laufzeit: 102 min

  • 42
    Big 5873965da0692

    Kong: Skull Island

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 118 min

    Schick. Sehr schick. KONG: SKULL ISLAND ist formschöner Eskapismus, bei dem vor allem Jordan Vogt-Roberts glänzen darf. Sein audiovisueller Spürsinn ist erstklassig und mit Sicherheit (hoffentlich) nur der Anfang einer sehr erfolgreichen Blockbusterkarriere. Diese Mixtur aus gigantomanischem Creature Feature und grobkörnigen Vietnam-Chic ist stimmungsträchtig wie Sau. Die sengende Höllenhitze, irgendwo am Ende Welt, legt sich jedenfalls wie ein drückender Schleier um den Zuschauer und zieht ihn hinein in einen Kosmos, in der Mythen noch Wirklichkeit sein dürfen. Dass die involvierten Figuren nur leere Gefäße sind, ist angesichts des durchweg hochtalentierten Personals schade. Auch merkt man immer wieder deutlich, wie sehr KONG: SKULL ISLAND im Klammergriff des sequenziellen Erzählens steckt, aber wenn ein Regisseur derartig viel Gespür für das Erschaffen prägnanter Bildwelten hat – und dazu noch eine rigorose Liebe zum Monsterkino aufzeigt -, dann darf man sich schon freuen.

  • 43
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    Happy Hunting

    Horror Laufzeit: 91 min

    Der war klasse und funktioniert auf mehreren Ebenen: Der ist politisch, der gibt einen zynischen Kommentar zur Großwildjagd ab, der kann sich als 90-minütige Entzugserscheinung verdient machen, in dem ein Mann gegen seine inneren Dämonen ankämpft - und natürlich als getriebene Menschenjagd. Hatte da wirklich viel Spaß bei, ist sicherlich nicht ganz rund, aber dieser mit einigen herrlichen Bildern ausgestattete Survival-Western macht einfach Laune.

  • 44
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    Schloss aus Glas

    Drama, Biografie Laufzeit: 127 min

    Licht und Schatten. Mehr Licht als Schatten, zweifelsohne, aber der Schatten lässt sich nicht wegdiskutieren. Und selbstverständlich begründet sich dieser Schatten in SCHLOSS AUS GLAS aus seinem Anspruch, eine homogene Menage aus Fiktion und Realität abzubilden, die schlussendlich, Konvention muss sein, in Originalaufnahmen kulminiert. Das handelsübliche Biopic, am besten noch basierend auf einem Bestseller, so wie es mit SCHLOSS AUS GLAS der Fall ist, verfügt über ein ganz eigenes Bild- und Narrativrepertoire, welches genau dieses Gefilde oftmals so unbeweglich und reizlos gestaltet. SCHLOSS AUS GLAS hat auch mit genau diesen Problemen zu ringen, in seiner fast 130-minütigen Laufzeit aber gelingt Destin Cretton etwas, was anderen Werken aus diesem Bereich gerne mal verwehrt bleibt: Ein Gefühl für die Charaktere zu entwickeln. Als Zuschauer darf man sich hier auf die Figuren einlassen, ihnen nah sein und einer in (auch nicht gerade origineller) Rückblenden-Dramaturgie entschlüsselten Familienchronik folgen. SCHLOSS AUS GLAS glänzt, wenn er sich mehr auf die Dysfunktionen im innerfamiliären Geflecht einlässt – und da kommen die Schauspieler voll zur Geltung. Gerade Brie Larson und Woody Harrelson brillieren hier als von Spannungen geladenes Vater-Tochter-Gespann, welches sich gleichermaßen hasst wie es sich auch liebt. Die extreme Grausamkeit erfahren haben und doch nicht voneinander loskommen. Manchmal schafft es man es eben nicht, ein Schloss aus Glas zu bauen. Aber immerhin hat man es geplant.

  • 45
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    Was hat uns bloß so ruiniert

    Komödie Laufzeit: 96 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 46
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    Headshot

    Action, Komödie, Drama, Thriller Laufzeit: 118 min

    Kann natürlich nicht mit THE RAID ODER THE RAID II mithalten, die das moderne Action-Kino schon jetzt maßgeblich geprägt hat. Müssen wa gar net drüber reden. HEADSHOT ist in seiner Action weitaus unkonzentrierter, man merkt dass es den Mo Brothers nicht um Bewegungsabläufe, Kinetik und Choreographie geht, sondern um Dekonstruktion respektive Deformation: Wie lässt sich ein menschlicher Körper schnellstmöglich entstellen und zerstören. Und da strömt HEADSHOT eine Gewaltgeilheit aus, die für die Regisseure bekannt ist, die Action selbst aber auch ungemein selbstzweckhaft und bisweilen repetitiv erscheinen lässt. Dass die Fights immer noch blutverkurstete Sahne sind, eruptiv und unnachgiebig, muss man HEADSHOT dennoch anrechnen. Da ziehen die meisten US-Titel immer noch den Kürzeren. Bah, was wird hier zum Teil gemetzelt. Inhaltlich läuft HEADSHOT indes eher unrund (Überraschung) : Zu wenig Story für zwei Stunden Film. Zu wenig schauspielerisches Potenzial für Charaktere-Momente. Geht im Prinzip eh nur darum, Hau-Drauf an Hau-Drauf zu koppeln. Aber trotzdem, der ist sehenswert.

  • 47
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    De Palma

    Biografie, Dokumentarfilm Laufzeit: 107 min

    Chronologisch entschlüsselt Brian De Palma seinen gesamten Output aus der Innenperspektive und umspannt jedes seiner Werke mit einen wirklich netten Anekdoten. Dass DE PALMA eine vollkommen einseitige Angelegenheit ist, war angesichts des Konzepts abzusehen: Wenn man den Regisseur vor die Kamera setzt und über seine Karriere schwadronieren lässt, dann ist das perspektivisch nun mal zwangsläufig ziemlich festgefahren. Interessiert man sich aber für De Palma, dann wird man über 110 Minuten gut bei Laune gehalten.

  • 48
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    Baby Driver

    Action, Krimi, Musik Laufzeit: 115 min

    Bum, Bum, Tschack. In BABY DRIVER ist alles, wirklich alles, eine Frage des Timings. Wie Edgar Wright diesen poppigen Geschwindigkeitsrausch, diesen sich stetig um die eigene Achse kreisenden Bewegungsdrang, inszeniert, ist à la bonne heure. Die auf den Punkt abgestimmten Bild- und Klangwelten sorgen für eine animierend-spielerische (Erzähl-)Rhythmik, die vor allem in den ersten 45 Minuten richtig derbe Laune bereitet. Wenn die quietschenden Reifen bei angezogener Handbremse über den Asphalt gleiten, dann hat das schon fast etwas Poetisches, so tänzerisch stilisiert Wright die röhrenden Boliden. Wie aber so häufig bei einem reinen Konzeptfilm zu beobachten, fehlt es dem Narrativ an Sinnhaftigkeit bzw. an Sinnstiftung. Keine Frage, wie die Musik auf den Ohren von Baby das Geschehen taktet, strukturiert, be- und entschleunigt, wie sie den Fluchtfahrenfahrer navigiert und in die Außenwelt integriert, zeugt vom virtuosen Geist des Regisseur. Aber nur weil er virtuos ist, muss er noch lange keine Vision haben, was Baby Driver immer deutlicher aufzeigt. Nie zuvor waren die Figuren unter Edgar Wright so funktional wie hier. Nie zuvor hat er sich so hilflos mit psychologischen Konditionen beschäftigt. Nie zuvor wurden die popkulturellen Verweise so penetrant ausgestellt. Aber, vermutlich, nie zuvor hat Edgar Wright seine ästhetischen Ambitionen so geschmeidig umgesetzt.

  • 49
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    Regeln spielen keine Rolle

    Komödie, Romanze, Drama Laufzeit: 126 min

  • 50
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    Tag

    Action, Horror, Fantasy Laufzeit: 85 min

    Zwei Dinge thematisiert Shion Sono hier: Die Objektivierung der Frau in unserer hypersexualisierten Gesellschaft und die Zurückeroberung des freien Willens. Dreh- und Angelpunkt des Universums (respektive Der Multiversen) ist ein junges Mädchen, welches oberflächlich als Personifikation eines kollektiven Fetisch herhält: Kulleraugen, unschuldiges Gebaren, Schuluniform. Youporn glüht. TAG nutzt dieses reichlich plakative Symbol, um es zurück ins Leben zu führen, oder besser gesagt: Ihm wird der repräsentative Wert nach und nach genommen, um dieses zum Individuum heranzureifen. Inszeniert ist das Ganze wie ein zum Teil ultrabrutaler und größtenteils absolut frei drehendes Potpourri der Extreme, in dem jenes Mädchen von einer unsichtbaren Entität gejagt wird und von einer absonderlichen Situation in die nächste stürzt. Über allem aber thront immer Gedanke, das Bewusstsein gegenüber weiblicher Selbst- und Fremdbestimmung zu durchleuchten. Und den Zuschauer, den Konsument, zu entlarven, seine Sehgewohnheiten auch anzuklagen. Auch wenn ich das Ganze nicht immer wirklich berauschend fand, ist TAG ein überaus sehenswerter Film, der Alltagspoesie und Anarchismus in einen homogenen Einklang bringt.

  • 51
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    In a Valley of Violence

    Western Laufzeit: 104 min

    Hier findet man nur im aufscheuchenden Pistolenschuss eine wirksame Verständigungsmöglichkeit. Allerdings, und das hat der zuweilen wunderbar lakonische In a Valley of Violence vielen seiner unzähligen Vorbildern voraus, verweist der, auch hier handwerklich hochbegabte, Ti West darauf, dass gar keine Zukunft die bessere Alternative ist, als eine Zukunft hinzunehmen, die sich von Mord und Totschlag gesäumt sieht. Dieser Film steht ein für die Läuterung und für das Umdenken.

  • 52
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    Top Knot Detective

    Action, Komödie, Krimi Laufzeit: 87 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 53
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    Atomic Blonde

    Action, Mystery, Thriller Laufzeit: 115 min

    Die Rückblendendramaturgie, mit der ATOMIC BLONDE seinen Agenten-Thriller entschlüsselt, ist vor allem eines: Ein Fallstrick für die Spannung. ATOMIC BLONDE ist niemals wirklich mitreißend, weil man immer wieder aus dem stimmungsvollen, ja, immersiven Setting des sich kurz vor der Wende befindenden Berlins gerissen wird, um sich dann in einem klinisch ausgeleuchteten Verhörzimmer wiederzufinden. Und auch feministisch ist die Nummer so gar nicht, dafür operiert David Leitch viel zu sehr nach den Statuten der männlichen Triebabfuhr. Die Stärken von ATOMIC BLONDE lagern an der Oberfläche, oder im präziser zu werden: ATOMIC BLONDE ist ein fast zweistündiger Oberflächenreiz, der strahlt, aber niemals brennt. Man kann ihn wunderbar begaffen, aber man verbrennt sich nicht die Finger, weil Leitch jedes Risiko scheut. Der zeitliche wie politische Kontext wird hier dem visuellen Konzept unterwerfen. Alles in diesem Film ist Mittel zum Zweck – aber es funktioniert, weil Leitch letztlich ein begnadeter Stilist ist und Charlize Theron eines der charismatischsten Darstellerinnen unserer Zeit und wunderbarer Kristallisationspunkt dieses handwerklich erstklassigen Fetisch-Films. Wenn die mit Blessuren übersäte Frau zu Marilyn Manson, David Bowie oder Depeche Mode durch ein Berlin streitet, in dem jedes zeitgenössische Rudiment vom baldigen Umschwung berichtet, dann macht das viel Laune, diesem Neonlicht-geschwängerten, mit herrlichen Set Pieces bedachten STYLESTYLESTYLE-Schlachtruf zu folgen.

  • 54
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    Life

    Sci-Fi, Horror, Thriller Laufzeit: 103 min

    Hat mir gefallen. Ziemlich gefallen sogar. Natürlich ist die Nummer hier vollkommen generisch und zeitweise hanebüchen, aber mit einem gesunden Ausmaß Genre-Affinität und gutem Willen kann man durchaus behaupten, dass sich LIFE auch in Berücksichtigung seines epigonalen Charakter durchaus packend und effektiv gestaltet. Die Referenzen sind natürlich offensichtlich, Daniela Espinosa allerdings bewegt sich handwerklich auf einem absoluten Topniveau. Da gibt es berauschende Bilder, köstliche Kamerafahrten, eine durchweg dichte Atmosphäre und, ja, durchgehend „Spannung“. Sicher kein Nägelkauer, aber grundsolides Survival-Kino im Weltall. LIFE bedient das Genre. Jup. Aber er bedient es gekonnt.

  • 55
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    Raw

    Horror, Drama Laufzeit: 99 min

    Man sagt es bei Debütanten viel zu oft (und wird dementsprechend enttäuscht), doch auch Julia Ducournau gehört zu jenen Neulingen, die man unbedingt im Auge behalten sollt. Ihr Erstlingswerk, RAW, veranschaulicht auf sehr eigentümliche Weise, wie wenig Grenzen einem Filmgenre gesetzt sind, wenn man dieses nur mit dem richtigen Maß an feuriger Leidenschaft angeht. Im Falle von RAW ist das der klassische Coming-of-Age-Topos, den Ducournau mit Elementen des Body-Horrors kreuzt, um der Hauptdarstellerin durch ihre taumelnde Entwicklungsphase zu folgen. Justine wurde von ihren Eltern darauf konditioniert, sich vegetarisch zu ernähren. Durch ihre erste Berührung mit Fleisch erwacht in ihr ein Heißhunger, den Ducournau metaphorisch codiert: Ihre Fleischeslust wird Grundstein einer physischen und geistigen Transformation und dient RAW dazu, von sexuellem Erwachen und weiblicher Ermächtigung zu sprechen. Der Kannibalismus, zu dem Justine sich irgendwann genötigt sieht, fungiert als versinnbildlichte Ausformung ihrer Unsicherheit und ihres Aufbegehrens gegen vorherrschende Machtgefüge. Man muss mit dem polemischen Wesen des Films zurechtkommen, aber wenn man einen Blick hinter die fiebrig- (und auch) widerliche Oberfläche wagt, findet man ein durchaus stimmungsvolles Portrait einer Heranwachsenden, die um ihren Platz in der Welt ringt.

  • 56
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    Logan Lucky

    Komödie, Drama, Krimi Laufzeit: 119 min

    Das Heist-Sujet beherrscht Steven Soderbergh natürlich aus dem Effeff. Nur sind es in LOGAN LUCKY nun keine Gockel im maßgeschneiderten Anzug, die Casinos um einige Millionen erleichtern, sondern schlichte, aber greifbare Rednecks, deren Sozialdarwinismus dort zum Greifen kommt, wo sie sich selbst als Systemverlierer eines Amerikas verstehen, welches seine schwächsten Glieder ganz natürlich aussortiert. Channing Tatum verliert seinen Job. Mit Adam Driver ist seit seinem Irak-Einsatz ohnehin nichts mehr los. Die Sonnenseite des Lebens wollen sie sich trotzdem ansehen und planen das ganz große Ding. In der ersten Hälfte des Films schafft es Steven Soderbergh auch, ein durchaus authentisches Sozial- und Lokalkolorit dieser Verhältnisse aufzuzeigen, um dann mit dem Überfall durchzustarten, bei dem sich auch ein wasserstoffblondierter Daniel Craig ins Geschehen einmischt und angenehm gegen sein James-Bond-Image anspielt. Das Problem ist nur, dass LOGAN LUCKY, so lässig er auch sein mag, immer irgendwie am Zuschauer vorbeiläuft – und das ist eine der obligatorischen Krankheiten, die so gut wie jeden Soderbergh-Film heimsucht. Ebenso der Umstand, dass LOGAN LUCKY einfach nicht weiß, wann Schluss ist. Da läuft und läuft und läuft der weiter, wo eigentlich längst ein Schlusspunkt gefunden wurde. Egal, der ist sehenswert, als würde sich HELL OR HIGH WATER im Zerrspiegel selbst betrachten.

  • 57
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    Unsere Seelen bei Nacht

    Romanze, Drama Laufzeit: 101 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 58
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    Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

    Action, Sci-Fi, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 129 min

    Höher. Schneller. Weiter. Luc Besson hat 200 Millionen US-Dollar zusammengebettelt und VALERIAN wie einen Indie-Film produziert, um die volle künstlerische Freiheit über das Endergebnis zu besitzen. Das merkt man auch, denn offensichtlich hat Besson niemand gesagt, dass Nasen legen und Filmemachen manchmal auch in die falsche Richtung gehen kann. Und falsche Richtungen schlägt VALERIAN so einige ein, was nichts daran endet, dass dieses referenzielle Sci-Fi-Abenteuer über den Großteil seiner fast 140-minütigen Laufzeit Laune macht. Das hier ist phantasievoller Überschwang pur, ein fabulierender Taumel der Genre-Liebe, dessen Motive sich aus dem Retro-Kino und der Postmoderne speisen und im Endeffekt nur Versatzstücke eines überbordenden Flickenteppichs darstellen, in dem es vielleicht nur darum geht, 200 Millionen US-Dollar möglichst schrill auf den Kopf zu hauen. Und schrill ist dieser Bilderbogen, eine quietschbunte, gestalterisch-eindrucksvolle und, bis auf die letzte halbe Stunde, gut geschmierte Unterhaltungsmaschinerie. Inhaltlich bleibt VALERIAN indes natürlich vollkommen auf der Strecke, klappert Konventionen ab und palavert von Verfehlungen in der Politik sowie dem Siegeszug des Mitmenschlichen. Aber egal, dieses ungehemmte, zügellose Chaos, diese ständige Suche nach dem Maximum, kann man sich geben.

  • 59
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    Jungle

    Action, Abenteuer, Drama Laufzeit: 115 min

    Nachdem er die israelische Armee verlassen hat, folgt Yossi Ghinsberg nicht dem ihm vorbestimmten Weg und besucht eine Universität, sondern bricht auf, die große weite Welt zu sehen, um höchstpersönlich Zeuge von Abenteuern zu werden. Sein Ziel dafür soll der bolivianische Urwald sein, den Yossi zuerst mit drei anderen Gefährten bereist, bis er schließlich über drei Wochen auf sich selbst gestellt war. JUNGLE erzählt Ghinsbergs (wahre) Geschichte mit den Mitteln des Genre-Films – als von imposanten Bildern unterstützter Überlebenskampf. Und das funktioniert auch ziemlich gut, obgleich das Drehbuch nicht ausgereift ist, das Narrativ über seine zweistündige Laufzeit hin und wieder ins Stocken kommt und eine echte Grundierung der Charaktere nicht stattfindet. Vielmehr muss man JUNGLE als extreme Retourkutsche verstehen, die aufzeigt, dass die Romantik der Aufbruchsstimmung vollkommen illusionärer Natur ist. Der abenteuerliche Entdeckungsdrang als Todesurteil. Immer wieder scheint es so, als würde Regisseur Greg McLean seinen Protagonisten die Frage unterbreiten, was sie denn eigentlich erwartet hätten? In den Urwald hinausziehen und der persönlichen Erleuchtung hinterherhinken? In JUNGLE darf der Urwald wieder als grüne Hölle erwachen.

  • 60
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    Okja

    Action, Abenteuer, Drama Laufzeit: 118 min

    Einen Quantensprung in der Viehzucht hat sich der biotechnologische Konzern Mirando Corporation geleistet und Superschweine gezüchtet, mit denen dem Hunger auf der Welt im großen Stil entgegengewirkt werden soll. Was vorerst lauter glänzen mag,unterliegt in Wahrheit aber dem durchtriebenen Kalkül des modernen Kapitalismus, was Joon-ho Bong zum Anlass nimmt, wütend gegen Massentierhaltung, Marketingverzerrung und Ausbeutung auszuholen. Was OKJA aber erst einmal interessant macht, ist nicht seine Botschaft, sondern sein Hang zum erzählerischen Wildwechsel: Es beginnt wie ein Kinderfilm, den Bong sowohl mit Anleihen aus dem märchenhaften Fantasy streckt und nach und nach mit Referenzen aus dem Action- und Horror-Gefilde auskleidet. Mag sich indes das Motiv um eine ungleiche Freundschaft (also, eine der urwüchsigen Konstellationen der Filmgeschichte) als roter Faden durch die 120-minütige Laufzeit spannen, so hat OKJA dennoch das Problem, dass er zu unsortiert wirkt. Zwischen Satire und Menetekel streckt Bong seine Fühler in alle Richtungen aus, arbeitet emotional-geerdet und grausam-überzeichnet - und verliert dabei gerne die Balance. Immerhin aber hat Mann aber immer noch ein gutes Maß an Eigensinn im inszenatorischen Register vorzuweisen und fährt gleichwohl mit einem Cast zum Zungeschnalzen auf, dass es schon sehr schwer fällt, seiner Vision nicht ein Stück weit zu verfallen. Manchmal machen diese stilistischen Unsauberkeiten eben auch einiges (aber nicht alles) an Charme aus.

  • 61
    Big 91pkmknybkl. sl1500

    Chuck - Der wahre Rocky

    Drama, Sport, Biografie Laufzeit: 101 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 62
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    Sieben Minuten nach Mitternacht

    Drama, Fantasy Laufzeit: 108 min

    Gut gemeint und sehr gut gemacht. SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT ist ohnehin kein schlechter Film. Das steht außer Frage. Die bedachte Annäherung an den Themenkomplex der Trauer, der Verdrängung, Wut und irgendwann auch Akzeptanz in sich trägt, wird von Juan Antonio Bayona bisweilen schön kreativ genutzt, in dem er sich nicht nur auf seinen Referenzen zu Steven Spielberg und Guillermo del Toro ausruht, sondern originäre visuelle Wege sucht, um das komplexe Thema allegorisch respektive metaphorisch zu behandeln. Warum es aber nicht SO RICHTIG geknistert, liegt letztlich auch daran, dass es sich SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT ungeachtet seiner Ambitionen zu einfach macht. Der Schmerz des Hauptdarstellers wird nicht trivialisiert, die Situation nicht bagatellisiert, aber das Parabelhafte nötigt SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT regelrecht dazu, im Finale einen klaren Entschluss zu fassen. Gemessen an der existentiellen Schwere des Inhalts ist dieser geschmeidige Verlauf in jedem Fall fragwürdig. Nichtsdestotrotz – ein gutes Genre-Amalgam.

  • 63
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    The Bad Batch

    Sci-Fi, Romanze Laufzeit: 118 min

    A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT war ein ästhetischer Siegeszug. Ein ästhetischer Siegeszug, der darüber hinaus auch in traumwandlerischer Schönheit von der Suche nach Leben in einem toten Land berichtet hat. Dass Regisseurin und Drehbuchautorin Ana Lily Amirpour keine Eintagsfliege gewesen ist, bestätigt sich nun mit THE BAD BATCH. Obgleich sie nicht an den formvollendeten Stilistik ihres Erstlings herankommt, weiß Amirpour Zweitwerk zu überzeugen. Entgegen herkömmlicher erzählerischer wie dramaturgischer Prinzipien entführt THE BAD BATCH den Zuschauer in eine Zukunftsvision, die so herrlich anti-verklausuliert ist, dass man den Film als reine Sinneserfahrung goutieren kann. Und wie schon A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT aufgezeigt hat, ist Amirpour absolut begnadet darin, originäre Bild- und Klangwelten zu erschaffen, auch wenn THE BAD BATCH immer wieder diesen Ansatz von Selbstzweck auffächert. Nichtsdestotrotz: Das seltsam Unbestimmte, was den Film durchzieht, macht den Großteils des Reizes innerhalb der Verquickung von Versatzstücken aus. Genau darüber gelingt es Amirpour auch erneut, ihr Herz für Randläufer und Ausgestoßene zum Ausdruck zu bringen und eine herrliche Frauenfigur ins Zentrum zu setzen, die deutlich macht: Nehmt mir die Beine, ich laufe trotzdem. Nehmt mir die Arme, ich schlage trotzdem zu. Auch in einer toten Zeit. Auch in einer Zeit, die tötet. Am Ende bleibt das Leben ein Traum – und jeder Mensch genießt das Recht, diesen Traum zu verfolgen.

  • 64
    Big 510gsvmawil

    40 Tage in der Wüste

    Abenteuer, Drama, Historie Laufzeit: 98 min

  • 65
    Big 516500.jpg r 1920 1080 f jpg q x xxyxx

    Killer's Bodyguard

    Action, Komödie Laufzeit: 118 min

    Da hat Patrick Hughes den miserablen THE EXEPNDABLES 3 doch glatt wieder vergessen gemacht. KILLER'S BODYGUARD ist zwar immer noch formelhaft, macht aber richtig derbe Laune. Als Hommage an das Buddy-Movie-Kino der 1980er und 1990er Jahre – oder eben einfach als flotte Action-Komödie, die über ihre 120-minütige Laufzeit keinen einzige Durchhänger aufzuweisen hat. Das liegt vor allem an der blendenden Chemie zwischen Ryan Reynolds (der gefühlt von Film zu Film besser wird) und Samuel L. Jackson (der anscheinend auch mal wieder richtig Bock hatte am Rad zu drehen). Da wird sich dann durchgehend selber abgefeiert, das Blut spritzt, die dummen Sprüche kommen im Stakkato und inszeniert ist das auch tadellos. Gibt sogar eine RICHTIG geile Einstellung und n paar verdammt starke Action-Sequenzen. Nur Gary Oldman, der zieht mal wieder den Kürzeren. Sein weißrussischer Antagonist ist, mit Verlaub, fürn Arsch

  • 66
    Odvskmtwcep3fes8ecyazkwjgdz

    Lommbock

    Komödie Laufzeit: 91 min

  • 67
    Big 91j02zholwl. sl1500

    Vendetta - Alles was ihm blieb war Rache

    Drama, Thriller Laufzeit: 92 min

    Zwei Themenkomplexe behandelt AFTERMATH (dem absolut unangebrachten deutschen Verleihtitel – Vendetta – Alles was ihm bleib war Rache – verweigere ich mich geflissentlich) ganz explizit: Trauer und Rache. Elliot Lester (der zuvor so tumbe Schleuderware wie BLITZ gemacht hat) veranschaulichte beide Gefühle in einem korrelierenden Verhältnis, was natürlich nur logisch ist. Rache ist der Trauer naturgegeben eingeschrieben. Und Trauer ist, wie auch Rache, eine Blockade der rationalen Geistes. Nachdem die Tochter von Arnold Schwarzenegger bei einer Flugzeugkollision ums Leben gekommen ist (die Kollision inszeniert Lester übrigens unheimlich stark – als Strichbild auf dem Radar), sucht er einen Verantwortlichen. Warum? Weil er eine Entschuldigung erwartet, die ihm seit jeher untersagt geblieben ist. Schon dort zeigt sich auf, welch verblendete Blühten das Wesen der Trauer in einem Menschen angedeihen lässt. Und auch wenn AFTERMATH nichts Bahnbrechendes ist, so ist die multiperspektivische, angenehm entschleunigte Erzählung zwischen einem nach Rache gierenden Vater und dem Fluglotsen, der das Unglück nicht verhindern konnte, nicht nur eine emotonial-auslaugende Spiegelung von Schuldverständnis, sondern eine gar nicht mal dumme Auseinandersetzung mit der Irrationalität menschlichen Leids. Schwarzenegger selbst bemüht seine Kurskorrektur weitergehend und zeigt erneut einige Stärken in Sachen Charakter-Schauspiel. Gerne mehr von dieser Unscheinbarkeit.

  • 68
    Myrzrzcxdfuwjkjwgphhz1ogkjd

    Ghost in the Shell

    Action, Drama, Krimi Laufzeit: 103 min

     GHOST IN THE SHELL hat das Problem, dass ihm die Möglichkeiten, die Perspektiven, die der Themenkomplex um kybernetische Organismen bereithält, aus jeder Pore tropfen, der Film diesen Möglichkeiten jedoch nie gerecht wird. In einer Welt, in der alles Cyber-überarbeitet ist, in der die Bewohner erst einmal Hardware bedeuten, die funktionieren soll, wird anhand der von Scarlett Johnasson gespielten Figur (eine Maschine mit menschlichem Hirn) die Frage bemüht, ob die Akzeptanz der eigenen Einzigartigkeit immer nur zum inneren Frieden führt – oder ob Einzigartigkeit ebenso Einsamkeit bedeuten kann? Das als emotionaler Nukleus, dem GHOST IN THE SHELL auch im Zuge einer Familiengeschichte begegnet. Die Auseinandersetzung mit dem Körper als Hülle und dem Bewusstsein als geprägter Sehnsuchtsapparat bereitet einige wirklich einnehmende Momente auf, das durchwachsene Pacing der Erzählung aber verleidet dem Zuschauer oftmals, wirklich immersiv in diese (visuell hervorragend modellierte) Welt mit all ihren Gedankengängen einzutauchen. Gut ist der trotzdem, aber er bleibt unter seinen Möglichkeiten

  • 69
    Big 71b89esszzl. sl1200

    The Devil's Candy

    Horror Laufzeit: 90 min

    War gut. Nicht nur als Replik auf das Horror-/Terror-Kino der altehrwürdigen 1970er Jahre, DEVIL'S CANDY mixt auch aus den Zutaten Heavy Metal und Satanismus einen gar teuflischen Cocktail, der vor allem Sean Byrnes Gespür für stimmungsvoll-bedrohliche Bild- und Tonkompositionen zur Geltung bringt. Inhaltlich ist das hier aber eine krude Nummer (wen das wirklich jucken sollte), wirkt die meiste Zeit wie ein zusammengestopfter Flickenteppich (was auch daran liegt, dass die Verkaufsfassung 10 Minuten weniger misst als die Festivalversion). Egal, packende Bilder kann er – und seine Protagonisten kann er auch ordentlich schreien lassen.

  • 70
    E1kgnngjjau8lt3vrypfk5h85in

    Rock and a Hard Place

    Dokumentarfilm

    „Der Wahnsinn hat Methode“. Die von Dwayne Johnson produzierte HBO-Dokumentation verfolgt 38 Straftäter in das Miami Dade Boot Camp, wo sie im Zuge eines mechanischen Training zu Kadetten ernannt werden und jeden Tag extremen körperlichen und physischen Stress überstehen müssen. Mittels Militärdrill soll den Sozialfällen Disziplin beigebracht werden, in Therapiesitzungen und Antiaggressionsseminaren finden sie einen Raum, um über ihre Probleme mit Facharbeitern zu sprechen. Ein Ort, wo Tränen nicht mehr nur heimlich unter der Dusche fallen müssen. Wer allerdings scheitert, wer nicht funktioniert, der muss in den Knast. ROCK AND A HARD PLACE ist nicht uninteressant, weil die Dokumentation über die übersichtliche Laufzeit von 80 Minuten stetig den Widerstreit des Boot-Camp-Programms vor Augen führt: Das physische und mentale Brechen, das Rauben eines individuellen Werts, um den Männern Gehorsam und Struktur einzuimpfen, ist auf den ersten Blick verabscheuungswürdig. Es steht allerdings auch außer Frage, dass genau diese Methode fruchtet. Dass es Menschen gibt, die diese harten Hierarchien in ihrem Leben brauchen, um sich für die Gesellschaft rehabilitieren zu können. Sie müssen Grenzen erfahren - und sie müssen sich an diesen Grenzen stoßen. Die pädagogische Marschroute mag weiterhin fragwürdig bleiben, aber sie ist nicht ineffizient. Schade ist nur, dass ROCK AND A HARD PLACE dann doch recht tendenziös geraten ist, auch wenn gezeigt wird, dass es immer wieder Kadetten gibt, die scheitern, die nicht „umerzogen“ werden können. Die Nüchternheit fehlt, am Ende hat es mich dann doch irgendwie berührt, als die Verwandte auf ihre schwarzen Schafe treffen.

  • 71
    Big 593a61b9113a7

    Barry Seal - Only in America

    Action, Komödie, Biografie Laufzeit: 115 min

    An der Realität ist BARRY SEAL wenig interessiert. An politischen Verstrebungen zwischen dem CIA, dem Drogenhandel und deren Auswirkungen auf die damalige wie heutige Regierung. Die Geschichte rund um Barry Seal wäre eine, die man in erster Linie im dokumentarisch angehauchten Polit-Kino sehen würde, mit all ihren Geheimnissen und Ungereimtheiten, all ihren Intrigen und verbrecherischen Winkelzügen. Doug Liman allerdings erzählt BARRY SEAL als knackige Thriller-Comedy, in der sich ein mal wieder blendend aufgelegter Tom Cruise durch ein aberwitziges Doppelleben-Szenario schlawinern darf. Barry Seal hat es geschafft, sie alle zu täuschen: Das Weiße Haus, das CIA, das Medellin-Kartell. Er hat dabei geholfen, Armeen zu formieren und den Drogenschmuggel zum Milliardengewerbe aufzustocken. Selbstredend macht es Spaß dabei zuzusehen, wie sich dieser Irrwitz von A bis Z entlädt, wie sich der nicht sonderlich intelligente Teufelskerl Barry Seal zwischen die Fronten bewegt und dort auch noch blendend funktioniert (aber auch nur, weil ihm gesagt wurde, er möge funktionieren). Der Film selbst allerdings weigert sich zusehends, endlich zuzubeißen. BARRY SEAL ist launig, aber harmlos. Als Satire fehlt ihm jede echte Zugkraft, was dem Geschehen eine gewissen dramaturgische Schuldigkeit anlastet, wird die Fallhöhe doch niemals wirklich klar. Dafür ist das alles zu brav, zu sehr auf federleichtes Entertainment ausgelegt. Unter dem Blickwinkel allerdings geht BARRY SEAL auf.

  • 72
    Big 81m7 qsfxsl. sl1500

    The Autopsy of Jane Doe

    Mystery, Horror, Thriller Laufzeit: 99 min

    Gebrochene Fuß- und Handgelenke, eine durchtrennte Zunge, Torfreste unter den Nägeln und die seltsam graugefärbten Augen werfen Fragen auf, die erst den Anfang einer erschreckenden Wahrheit bedeuten. The Autopsy of Jane Doe funktioniert genau solange, wie André Øvredal sein Gruselszenario in der Schwebe behält und die Wahrheit auf Abstand hält. Eine ausgefeilte Klangkulisse ist der Taktgeber für einen Rhythmus, der die Spannungsschraube schwelend, siedend, einnehmend-mysteriös andreht. Nach besagter Stunde allerdings verläuft sich The Autopsy of Jane Doe ganz gewaltig. Der Film wird lauter – und damit auch ineffektiver. Aus dem Unwohlsein, welches ganz genüsslich unter die Haut zu kriechen verstand, wird eine schrille Geisterbahnfahrt, die jedes Kribbeln und Kratzen im Keim erstickt, was The Autopsy of Jane Doe hinten heraus ungemein unrund erscheinen lässt. Geheimtipp und Konfektionsware reichen sich hier die Hand.

  • 73
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    Sandy Wexler

    Komödie Laufzeit: 130 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 74
    Big 5918b3ffe975b

    Wonder Woman

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 141 min

    Ein Film, in dem sich die inhaltlichen Dichotomien überdeutlich in den Vordergrund drängen. Dass WONDER WOMAN kein schlechter Eintrag ins DCEU ist, steht außer Frage. Und auch über diesen Rand hinaus, hinein in die ewigen Weiten der Blockbusterlandschaft, hat Patty Jenkins Geschichte geschrieben, was vorwiegend, aber nicht nur, an ihrem Geschlecht und dem Erfolg am Box Office liegt. WONDER WOMAN jedenfalls geht in die richtige Richtung, rückt starke Frauen in den Vordergrund und bricht (bisweilen) mit denen im Superheldengenre inhärenten, glorifizierten Männlichkeitsikonographien. Die werden hier eh mit schönem Camp und angenehmer Naivität befeuert. Und trotzdem funktioniert WONDER WOMAN besser in der Theorie, als in der Praxis. Die feministische Durchschlagskraft nämlich ist ein Gedankenkonstrukt, welches allein schon durch die knappe Bekleidung der Amazonen-Prinzessin ein Stück weit unterwandert ist. Auch wenn Patty Jenkins Gal Gadot nicht als Sexobjekt inszenieren mag, ihr Körper ist gleichwohl Schauwert, an dem es sich zu laben gilt. Ebenso ist Wonder Woman letztlich unbedingt auf die Unterstützung ihrer männlichen Mitstreiter angewiesen, um wirklich etwas zu bewirken und die Empathie, das Herz, die Liebe, zurück in die Welt zu bringen. Da ist der Grundgedanke der Figur nicht wirklich konsequent ausgearbeitet. Dass WONDER WOMAN darüber hinaus auch viel zu wenige, wirklich memorable Bilder evoziert, ist angesichts der Bedeutung von Action-Sequenzen ebenfalls äußerst bremsend. Patty Jenkis besitzt in ihrem Zack-Snyder-Gedachtnis-Be-und-Entschleunigungszwang nicht in der Lage, energetische, mitreißende Set Pieces zu kreieren (auch wenn sie ansehnlich bleiben). Also: Ein toller Film in der Theorie, ein okayer in der Praxis.

  • 75
    Big 1   kopie

    Compulsion

    Horror, Krimi, Thriller Laufzeit: 71 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 76
    Big 81ooneuotbl. sl1500

    The Runaround - Der Nachtschwärmer

    Komödie Laufzeit: 86 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 77
    Big 58fde0a02c511

    Das Belko Experiment

    Action, Horror, Thriller Laufzeit: 88 min

    Ein massiver Betonklotz im Nirgendwo. Ein verwinkelter Bürokomplex. 80 Angestellte. Eine Durchsage. Ein blutiges Chaos. Greg McLean lässt den Blutsaft suppen und vermittelt eine fast diebische Freude daran, den Bürohengsten im Blutrausch dabei zuzusehen, wie sich das Seitliche segnen – oder ihre ehemaligen Mitarbeiter über den Jordan schicken. Keine Frage, THE BELKO EXPERIMENT ist zynischer, (im wahrsten Sinne des Wortes) menschenverachtender Schund. Wenn man den Film aber als moderne Exploitation liest, dann kann man hier durchaus Spaß haben (darf man aber öffentlich nicht zugeben). Wenn McLean und Drehbuchautor Gunn ein größeres Bewusstsein für das satirische Potenzial ihrer Handlung geschaffen hätten, wäre die Nummer hier sogar richtig fein geworden. So gibt es die kompromisslose Verweigerung von Menschlichkeit (Menschen sind hier nur organisches Anschauungsmaterial dafür, wie man sie erledigen kann) ohne sinnstiftende Durchschlagskraft. Aber die niederen Instinkte. Die werden in diesem kurzweiligen Gemetzel wunderbar befriedigt. Bin ich halt n Gorebauer.

  • 78
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    Army of One - Ein Mann auf göttlicher Mission

    Abenteuer, Komödie, Biografie Laufzeit: 92 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 79
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    Das Spiel

    Horror, Thriller Laufzeit: 103 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 80
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    Bleed for This

    Drama, Sport, Biografie Laufzeit: 116 min

    Jeder, der sich nur ansatzweise für den Boxsport interessiert, ist der Name Vinny Pazienza geläufig: Er war nicht nur der erste Boxer, der in verschiedenen Gewichtsklassen einen WM-Titel ergatterte. Sein Kampf gegen Robert Duran ist legendär, gilt dieser doch als das wohl größte Comeback des Boxsports. Warum? Zuvor brach sich Pazienza bei einem schweren Verkehrsunfall den Nacken. BLEED FOR THIS erzählt nun die Geschichte dieses Mannes. Und freilich kann sich Ben Youngers Ägide nicht von einigen formelhaften Auswüchsen freisprechen, was das Narrativ sowie die Dramaturgie gerne mal in standardisierte Gefilde ausbrechen lässt. Erwartet man hier aber wirklich ein Genre-Novum? Eher nicht. Was man aber dennoch bekommt: Eine Hymne auf den Kämpfergeist. Distanziert vom Glamour-Faktor, den andere Werke dem Boxsport immer andichten wollen, zeigt BLEED FOR THIS geschickt und stimmig, dass die wahre Leidenschaft nicht im Rampenlicht entflammt, sondern im Halbdunkeln, im Abseitigen, im Keller der Eltern, in dem heimlich Gewichte gestemmt werden. Mitgerissen hat mich BLEED FOR THIS aber dennoch nicht, das liegt einfach daran, dass zum Boxsport filmisch schon vor Jahren alles gesagt wurde. Gut bis sehr gut gespielt ist das Ganze hier ohne Zweifel. Die Geschichte des „Tasmanischen Teufel“ ist es wert, auf der Leinwand aufbereitet zu werden. Die Zerstörung und der Wiederaufbau des Körpers findet in der Szene, in dem Vinny die Metallschrauben seiner Orthese aus dem Schädel geschraubt werden, einen unerwartet intensiven Höhepunkt.

  • 81
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    Domain

    Sci-Fi, Drama, Thriller Laufzeit: 97 min

    Oberhalb der Erdoberfläche grassiert die Seuche, unterhalb befinden sich einige Privilegierte in ihrem Bunker und nehmen an einem Überlebensprogramm teil, welches, im Prinzip, den Erhalt der Menschheit rechtfertigen soll. Allesamt sind sie ineinem Zimmer eingeschlossen und können sich einzig über Bildschirme unterhalten. Nathaniel Atchesons gelingt es recht gut, den Zuschauer gekonnt auf die falsche Fährte zu führen (mehrfach), verheddert sich hinten raus dann zwar etwas zu sehr in seiner Twistorama-Dramaturgie, kann sich aber auf ein gut aufgelegtes Ensemble verlassen, welches den Film auch über die ein oder andere Länge (der Film weiß halt auch nicht, wann er denn enden soll) hinweg trägt, aber letztlich auch nicht gänzlich rettet. Trotzdem, interessanter Film um Manipulation und Fremdsteuerung.

  • 82
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    Happy Death Day

    Mystery, Horror, Thriller Laufzeit: 96 min

    Blumhouse Productions hat wieder zugeschlagen. Bekannt für produktionsökonomische Meisterleistungen hat die Produktionsfirma verstanden, wie man mit dem Einspielergebnis eines einzelnen Films gleich mal 20 neue Filme finanzieren kann. Und auch der ziemlich gut gecastete HAPPY DEATH DAY lässt momentan die Kassen klingeln. Verdenken kann man es dem knackigen Murmeltiertag-Slasher nicht, zeichnet sich Christopher B. Landon für eine durchaus vergnügliche UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER-Variation verantwortlich, bei dem eine selbstgefällige Schickse jeden Tag aufs Neue ins Gras beißen muss, nachdem sie von einem maskierten Irren heimgesucht wird. Im Endeffekt ist HAPPY DEATH DAY natürlich nur Futter für den hohlen Zahl, der kleine Snack für zwischendurch, aber Landon schafft es, das inzwischen abgedroschene, aber nicht reizlose Szenario mit Kurzweil auszustaffieren. Die 90 Minuten jedenfalls vergehen in Windeseile. Dass die Auflösung, nun ja, nicht besonders ist und am Ende natürlich auch noch ein moralischer Effekt aus dem ganzen Stress destilliert werden muss, war wohl abzusehen.

  • 83
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    Der Eid

    Drama, Krimi, Thriller Laufzeit: 110 min

  • 84
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    Dog Eat Dog

    Action, Drama, Krimi Laufzeit: 95 min

    Paul Schrader berichtet von einem verwahrlosten, vom Medienkonsum vollkommen gelähmten Amerika, in dem sich alle Menschen vor Irren mit einer Pumpgun unter dem Kopfkissen beschützen sollten - und er berichtet somit natürlich auch von einem Amerika, in dem sich Irre ohne Probleme eine Pumpgun beschaffen können. Das ist zuweilen tiefschwarz, manchmal giftig, oftmals vollkommen daneben und konsequent verstreut. Aber die Tintenpatrone auf dem Füller ist bis zum Anschlag gefüllt. Grelle Nummer. Wirklich grell. Nicht gut, aber grell.

  • 85
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    Die Mumie

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 110 min

    Oh oh, das mit dem Dark Universe könnte ganz böse in die Hose gehen, wenn man bedenkt, dass uns nach DIE MUMIE noch mindestens 12 weitere Ausformungen dieses Universal-Monster-Verknüpfungsirrsinn erwarten. Sicherlich, Alex Kurtzman hat die Bürde zu tragen, dem ganzen Treiben einen Anfang zu setzen, fungiert quasi als Appetizer, um das Universum einzuführen und ein globales Interesse daran zu wecken, wie es weitergehen mag. Das Problem aber ist genau diese Funktionalisierung: DIE MUMIE ist ein Film ohne erkennbare Eigendynamik. Sklavisch seinem Verkettungswahnsinn und dem Expositionszinnober verschrieben, niemals auf sich selbst fokussiert, sondern fortwährend auf das, was in der Zukunft noch anstehen wird. Das Ergebnis ist dementsprechend stur generisch und krampfhaft, wenngleich DIE MUMIE doch über das ein oder andere beeindruckende Bild verfügt (Abseilen in das Grab, Flugzeugabsturz, Wettschwimmen mit Kreuzritter-Mumien). Zum Glück aber hat man ein schauspielerisches Großkaliber wie Tom Cruise in der Hauptrolle, der sowohl Erklärbär Russel Crowe in den Boden stampft, als auch seine blonde Barbiepuppe mühelos überpflügt. Cruise ist mal wieder hervorragend, lässt den einen oder anderen Bruch in seinem Heldenimage zu, agiert so selbstironisch wie verschlagen, ist in jeder Szene absolut präsent – und rettet DIE MUMIE letztlich auch ins erträgliche Mittelfeld.

  • 86
    Big 71apr3kfdvl. sl1200

    Man Down

    Drama, Thriller Laufzeit: 92 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 87
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    Why Him?

    Komödie Laufzeit: 111 min

    Wäre gerne unangepasst und zügellos, ist in Wahrheit aber handzahm. Stört aber nur auf den letzten Metern, da wird WHY HIM? Nämlich zur obligatorischen Hollywood-Suppe, die dann doch zu harmoniebedürftig ist, als dass man subversiven Impulsen freie Bahn lässt. WHY HIM? Lebt über seine (zu langen) 107 Minuten durchweg vom spielfreudigen Auftritt der Schauspieler: Vor allem James Franco und Bryan Cranston dürfen sich hier angesprochen fühlen. Franco darf seinen manischen Hang zur bildenden Kunst maßgeblich auf die Schippe nehmen und einen im Eigenurin konservierten Elch im Wohnzimmer ausstellen, Cranston gibt den verklemmten-bürgerlichen Schwiegervater, der sich nicht mit dem neuen Lover seiner Tochter arrangieren möchte, irgendwann aber, natürlich, über seinen spießigen Schatten springt und erkennt, dass man Menschen Freiräume lassen muss. Die Komik destilliert sich dabei zum Großteil aus den Unannehmlichkeit, die die divergierenden Charaktere respektive ihre jeweiligen Lebensphilosophien von Franco und Cranston erzwingen – und das amüsiert auch. Wäre da nicht dieses unnötig brave Ende, da verflacht ein Film, der ohnehin schon reichlich simpel gestrickt ist.

  • 88
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    Baywatch

    Action, Komödie, Drama Laufzeit: 119 min

    Stimmt schon, mehr als eine stylische R-Rated-Comedy mit Action-Anteilen wäre BAYWATCH im Endeffekt nicht gewesen, wenn dieser unfassbar gut aufgelegte Cast nicht wäre. Da macht der Dummfick tatsächlich Spaß, auch wenn der Film es trotzdem nur gerade so aus dem Nichtschwimmerbecken des Blockbustersektors schafft. Dwayne Johnson und Zac Efron sind jedenfalls dicke Kumpels, das merkt man, das steckt an, das unterhält sogar über die 120-minütige Laufzeit hinweg. Darüber hinaus? Puh. Stramme Wachbrettbäuche und dicke, hüpfende Glocken verweisen immerhin schon mal, dass Sexismus keine Einbahnstraße ist. Vielmehr noch: Der Fokus auf den männlichen Körperkult wurde verschärft, Muskeln anstatt Rundungen sind der Oberflächenreiz, an dem es sich in diesem auf Hochglanz polierten Edeltrash zu laben gilt. Dass Seth Gordon nicht so richtig weiß, wie er unter der popkulturellen Flagge BAYWATCHs Posse treiben respektive agieren soll, schränkt das launige Treiben aber etwas ein. Zieht er die Serie nun durch den Kakao, zollt er ihr Tribut oder ist im doch alles scheißegal? Nun ja. Kurzweiliger Buddy-Nonsense. 

  • 89
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    Guardians of the Galaxy Vol. 2

    Action, Sci-Fi, Abenteuer Laufzeit: 137 min

    Mh. Nee. Guardians of the Galaxy war vor 3 Jahren ne durchaus fetzige Weltraumsause, die dem Marvel-Universum den ein oder anderen frischen Impuls abverlangt hat. Mit Volume 2 fällt auch dieses Franchise den Untiefen der risikoscheuen Superhelden-Komfortzone anheim. Die ersten 30-40 Minuten machen als grelles Popart-Spektakel auch noch Laune, weil James Gunn wieder einmal seine Begeisterung für die Fabulierlust aufzeigt und in dieser überstilisierten Achterbahnfahrt durch den interplanetaren Raum erneut sein gestalterisches Gespür dahingehend beweist, farbtrunkene Bildwelten zu erschaffen. Allerdings folgen auf diesem Zeitraum noch gut 100 Minuten und Volume 2 offenbart immer mehr, dass er bis in den letzten Pixel kalkuliert ist: Hier wird der weitläufige Fundus der Popkultur gefleddert, um sich dadurch selbst zum populärkulturellen Gut zu erheben. Die stilistische Treue zum Vorgänger wird aufgenommen und gnadenlos übersteigert, das ständige Augenzwinkern und Übersteuern weckt rigorose Ermüdungserscheinungen und dem Leitmotiv des Films (Familie) wird der emotionale Grundstock im Rausch der Übertreibung und Anbiederung fortwährend verflacht. So richtig auf die Nase fällt Volume 2 nicht, aber am Ende ist das hier dann doch zu viel von allem.

  • 90
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    Into the Forest

    Sci-Fi, Drama, Thriller Laufzeit: 101 min

    Die forciert weibliche Perspektive, die die Narration in Into the Forest einnimmt, entfesselt dabei die wohl interessantesten Impulse: Männer sind Randerscheinungen, der Kosmos, auf den sich das Geschehen eingegrenzt, bietet nur Raum für zwei Personen. Zwei Schwestern. Zwei Überlebende, die das Weitermachen nicht nur als Euphemismus für das Herauszögern des sicheren Todes definieren wollen. Dass sich Into the Forest etwas zu bemüht in seinen Indie-Gepflogenheiten vergräbt und dadurch der ein oder anderen (Genre-)Konvention Auftrieb verleiht, verwässert die sinnbringenden Anlagen es Films zuweilen merklich. Abträgliche Redundanzen und aufrechte Intimität gehen Hand in Hand. 

  • 91
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    Wilson -Der Weltverbesserer

    Komödie, Drama Laufzeit: 94 min

    Offenheit und Großherzigkeit sind Attribute, die von allen Seiten immer wieder erwünscht werden. Wilson gehört aber zu den Menschen, der mit einem zu großen Ausmaß beider Eigenschaften bestückt wurde – und das macht ihn zwar nicht hassenswert, aber unangenehm, anstrengend und doch berührend. Und wie Woody Harrelson diesen „Weltverbesserer“ spielt, ist wahrlich ein Genuss. Woody braucht ohnehin mehr Hauptrolle, hier ist der erneute Beweis, dass der Mann ein kompletter Schauspieler ist, dessen darstellerisches Register unerschöpflich scheint. Man muss sogar so weit gehen und sagen, dass Woody zu gut für diesen Film ist. WILSON – DER WELTVERBESSERER nämlich kann sich nicht entscheiden, ob er bitterböse und zuckersüß sein möchte, ob er mehr die Tragik in der Komik oder die Komik in der Tragik suchen soll, was Craig Johnsons Regie unstimmig zwischen den Tonalitäten umherspringen lässt. Am Ende stagniert die Nummer dann noch in Glückskeksweisheiten, was schade ist, denn in diesem Film steckt eine durchaus ansprechende Diskussion darüber, wie beflügelnd oder destruktiv emotionale Verpflichtung sein kann

  • 92
    Big 586b9cdc8d201

    xXx - Die Rückkehr des Xander Cage

    Action, Abenteuer, Thriller Laufzeit: 107 min

    Überraschung: Die Rückkehr des Xander Cage ist der beste Teil der Reihe, was dieser Franchise-Reaktivierung, nach der niemand gefragt, beinahe eine gewisse Daseinsberechtigung einräumt. Inhaltlich immer noch total egal, wird dieses Poserkino mit Sprücheklopfabo aber mit einer Euphorie vorgetragen, die dem Zuschauer schon eine nicht zu unterschätzende Erheiterung entlockt. Die hypertrophe Stuntshow aber ist auch ein Verweis auf Vin Diesels unverkennbares Peter-Pan-Syndrom: Da möchte jemand nicht erwachsen werden und die Welt retten, indem er möglichst viel kaputt machen darf. Von mir aus.

  • 93
    Big 58ab0ca3766ca

    Power Rangers

    Action, Sci-Fi, Abenteuer Laufzeit: 124 min

    Wenn noch einmal jemand die identitätsstiftende, ungemein feinfühlige Meisterschaft eines THE BREAKFAST CLUB mit diesem Superhelden-Vehikel aus der mittleren Schublade vergleicht, dann gibt’s Kinoverbot. Es ist natürlich logisch, warum man den Vergleich bemüht wird (auch hier treffen sich einige sich weitestgehend unbekannte Schüler beim Nachsitzen und wachsen zusammen). Aber: POWER RANGERS hat nicht den Anspruch, aufmerksame Charakter-Studie zu sein, sondern erliegt den Zugeständnissen an die obligatorische Origin-Story, die wir inzwischen jährlich im Kino aufgeboten bekommen. Da wird die beliebige Highschool-Typologie auch nicht transzendiert, sondern unbehandelt im Raum stehen gelassen. Warum POWER RANGERS trotzdem irgendwo funktioniert? Die Schauspieler harmonieren, die Action ist so unfassbar cheesy, dass man glauben könnte, es wäre auch so gewollt, und die unfreiwillige Komik, wenn die Power Rangers zu Felde ziehen, macht sich irgendwie schon bezahlt. Ungewollt ulkig.

  • 94
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    Gold - Gier hat eine neue Farbe

    Abenteuer, Drama, Thriller Laufzeit: 121 min

    Es ist schon erschreckend, wie egal einem dieser Film größtenteils ist. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des Kenny Wells ist prinzipiell Stoff, der für das Kino gemacht ist, die Umsetzung allerdings lässt zu wünschen übrig. Als generische Leinwandbiographie ist es GOLD nie möglich, seine formelhafte Dramaturgie zu verlassen und so sieht man über 120 Minuten dabei zu, wie ein schmierbäuchiger Gierlappen das große Los zieht – und merken muss, dass das große Los gar nicht so wohltuend ist. Joa. Die angestrebte Mischung aus Satire und Charakter-Portrait bleibt dementsprechend wenig bissig. Warum man sich GOLD aber anschauen sollte, ist der Performance von Matthew McConaughey geschuldet. Der haut hier kettenrauchend, alkoholkrank und vollkommen abgebrannt wieder einen sagenhaften Auftritt raus und macht die Sucht nach der elektrisierenden Droge Gold auch für den Zuschauer körperlich greifbar.

  • 95
    Ekg8qenideq1ylheahltstlpe2k

    Die Jones - Spione von nebenan

    Action, Komödie Laufzeit: 105 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 96
    Big 111

    1922

    Horror, Drama, Krimi Laufzeit: 101 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 97
    Dvxzwcfktole8htm6h95qp6zzrc

    Amerikanisches Idyll

    Drama, Krimi Laufzeit: 126 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 98
    Ntoithydge4jadsiuh1naaxkmzy

    Burning Sands

    Drama Laufzeit: 96 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 99
    Big 51k r5yrfml

    Eliminators

    Action Laufzeit: 94 min

    Zu Anfang etwas Morgensport. 500 Liegestütze, 300 Klimmzüge und das Blut kommt immer noch nicht in Wallung. Man könnte Eliminators wohl kaum offensichtlicher beginnen lassen, um die ausdauernde Manneskraft des von Scott Adkins gespielten Thomas, ein ehemaliger DEA-Agent, der sich nun mit seiner Tochter im Zeugenschutzprogramm befindet, zu beschreiben. Die Kamera allerdings liebt Adkins, und noch mehr liebt sie seine – wirklich beachtlichen – Muskelpakete. So langsam müsste allerdings auch Scott Adkins beginnen, die Kamera zu lieben, damit endlich mal ein wirklich guter Klopper mit seiner Beteiligung aus dem DTV-Sumpf herausragt. Eliminators ist jedenfalls immerhin auf dem richtigen Weg und gefällt als ordentlicher Reißer, der zwar dem Action-Genre, oh Wunder, nichts Sinnstiftendes beizufügen weiß, aber nicht nur mit einer gut aufgelegten Scott-Adkins-Ein-Mann-Armee auffährt, sondern ihm auch mit Wade Barrett auch einen ebenbürtigen Kontrahenten gegenüberstellt. Endlich mal ein Duell auf Augenhöhe! Gemessen an der sonstigen Qualität, die der Heimkinomarkt aufbringt, geht Eliminators absolut klar. Kann man sich mit ruhigem Gewissen geben. 

  • 100
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    Fist Fight

    Komödie Laufzeit: 91 min

    Gut, darf man natürlich nicht mögen, ist R-Rated-Comedy Konfektionsware, aber mein Gott. Ab und an ist dieser niveaulose Krempel mal ganz angenehm. Ich muss ja auch sagen, dass ich die stoischen Wutfalten von Ice Cube ganz gerne in Komödien sehe, wenn er sich komplett hitzköpfig durch den Film schnaubt. FIST FIGHT ist nichts Besonderes, das steht nie zur Debatte – und einen echten Brüller besitzt er auch nicht. Es hat mich aber schon unterhalten, wie sich Charlie Day (im Film die feige Petze von Lehrer) und Ice Cube (im Film der einschüchternde Psychopath von Lehrer) die Bälle zuspielen und sich irgendwann, egal welchen Winkelzug Day auch ausführen möchte, im titelgebenden Faustkampf gegenüberstehen. Dass Gewalt die Männer hier erst zu Freunden macht, ist natürlich alttestamentarisch und passt zum primitiven Wesen des Films, ich hab den Kram hier trotzdem ganz entspannt weggeguckt. Noch schöner wäre es nur gewesen, wenn Will Ferrell noch dabei gewesen wäre.

  • 101
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    Unlocked

    Action, Thriller Laufzeit: 98 min

    Was schnell auffällt, ist die unausgegorene Narration, mit der sich Unlocked eigentlich über seine gesamte Laufzeit herumplagen muss. Dem Drehbuch scheint es unmöglich gewesen zu sein, all die (im Wesentlichen bekannten) Versatzstücke der Handlung unter einen stimmigen Hut zu bekommen und so die dramatische Fallhöhe des Bedrohungsszenarios greifbar zu machen, was Peter O’Brien offenkundig dazu nötige, erzählerische Unzulänglichkeiten hinter einigen Finten und Wendungen zu verbergen, was hier natürlich doppelt in die Hose geht. Dennoch wäre es ein Akt der Ungerechtigkeit, Unlocked als ein gescheitertes Projekt herabzuwürdigen, dafür nämlich ist der Thriller immer noch zu wertig inszeniert – und zu gut besetzt. Man merkt Michael Apteds Ägide an, dass der Regisseur seine filmische Sozialisation in einem weitaus früheren Jahrzehnt erfahren hat, denn Unlocked beschäftigt sich weniger damit, Gegenwartsspiegelung denn klassischer Spionage-Flic zu sein.

  • 102
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    Bite

    Horror Laufzeit: 90 min

    Was a Geschmodder. Chad Archibalds neuster Film, THE HERETICS, war mies. BITE ist netter Durchschnitt. Bedeutet: Archibald entwickelt sich zurück. Tragisch. Na ja, nicht unbedingt, den Mann kennt eh keine Sau. BITE stellt sich ganz in die Tradition des schleimigen Körperhorrors und verfolgt die schmierige Transformation einer Frau, die beim Junggesellinnenabschied von einem exotischen Käfer gestochen wird. Danach entwickelt sie sich auch zum Insekt, spuckt den ganzen Tag Eier und verwandelte ihre Wohnung in eine siffige Bruthöhle. Das ist alles nicht sonderlich sinnbringend, vor allem nicht mehr nach DIE FLIEGE, der dem Body-Horror alles gegeben hat, was möglich ist. Aber es ist ordentlich gemacht, hat feine, analoge Ekeleffekte und ist mit 90 Minuten gut wegguckbar. Kann man machen, wenns mal wieder siffen soll.

  • 103
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    Sand Castle

    Drama, Kriegsfilm Laufzeit: 113 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 104
    Big mv5bmteyndewyzitodbkmi00ogq4lwe4yjatowy0otq0mtywywywxkeyxkfqcgdeqxvymzm2mtyxmdy . v1 ux182 cr0 0 182 268 al

    Rupture - Überwinde deine Ängste

    Sci-Fi, Thriller Laufzeit: 102 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 105
    Big 91ahbo19nml. sl1500

    Life of a King - Think before you move

    Drama Laufzeit: 100 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 106
    Big carer  dvd promo fsk0 211x300

    Shakespeare für Anfänger

    Komödie, Drama Laufzeit: 89 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 107
    Big 5858de080e058

    Live By Night

    Drama, Krimi Laufzeit: 128 min

    Formal erstklassig, narrativ mangelhaft. LIVE BY NIGHT erzählt nichts Neues. Das muss er im Prinzip auch nicht, wenn er das Altbekannte wenigstens mit vitalen Impulsen durchströmen würde. Das gelingt Ben Affleck, der sich in der Hauptrolle solide zwischen Dandy und Melancholiker anlegt, in seiner vierten Regiearbeit aber nicht. LIVE BY NIGHT ist eine durch und durch generische Gangster-Ballade, das phlegmatische Narrativ weist das absolut stimmungsvolle Zeitkolorit gnadenlos in  die Schranken. Die stoffliche Dichte der Vorlage von Dennis Lehane ist höchstens zu erahnen. Nä. 

  • 108
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    Es

    Horror, Drama, Thriller Laufzeit: 135 min

    Seine stärksten Eindrücke hinterlässt Es sicherlich im Coming-of-Age-Sektor, der das Gemeinschaftsgefühl im übertragenen Sinne auch als psychologischen Prozess der Trauma-Bewältigung anschneidet, wenn auch nur oberflächlich. Nichtsdestotrotz, abseits seiner gelungenen Momentaufnahmen, bleibt Es ein irgendwie schizophrener Film, der durchgehend auf Nummer sicher geht; der vorwiegend nach marktwirtschaftlichem Kalkül funktioniert und sich dem Anspruch hingibt, möglichst massenkompatibel auszufallen. Eben doch ein Film, der Angst machen will, anstatt das Wesen der Angst zu ergründen

  • 109
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    Das Gesetz der Familie

    Action, Drama, Krimi Laufzeit: 99 min

    Und nochmal: Mh. Nee. Für ein Debütwerk sicherlich nicht gänzlich uninteressant, hat es Adam Smith durch eine solide Regie relativ sicher geschafft, auch in Zukunft noch eine Rolle in der Branche zu spielen. Seine Geschichte um eine Horde britischer Gypsys, die in einem notdürftig arrangierten Trailerpark hausen und sich abseits gesellschaftlicher Konventionen und staatlicher Organe ihr kleines Outlaw-Reich aufgebaut haben, setzt sich aus zwei Leitmotiven zusammen: Familie und Männlichkeit. DAS GESETZ DER FAMILIE erzählt von innerfamiliären Machtstrukturen und der Crux, dass man sich sein eigenes Blut nun mal nicht aussuchen kann. Er erzählt von Vätern und Söhnen, von Erziehung und Sozialisation – und natürlich auch vom Scheitern beider Aspekte. Adam Smith aber gelingt es nicht, dem Filme eine echte, einzigartige, originäre Strahlkraft einzuverleiben, was sich vor allem an der Tatsache abzeichnet, dass die Schauspieler DAS GESETZ DER FAMILIE vielmehr Emotionalität eingestehen, als das Drehbuch veranschlagen könnte. Da lassen einen die ganzen Gewissenskonflikte seltsam unberührt. Alles zieht an einem vorbei. Das Einzige, was man wahrnimmt, sind die gewohnt starken Fassbender und Gleeson. Der Rest ist morgen vergessen.

  • 110
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    Begabt - Die Gleichung eines Lebens

    Drama Laufzeit: 101 min

    Och joa. Irgendwie hatte ich nach (500) DAYS OF SUMMER gedacht, Marc Webbs Karriere würde andere Bahnen einschlagen. Aber nachdem er Spider-Man verhunzt hat (und das nicht mal komplettieren durfte), ist er mit BEGABT endgültig im biederen Familienkino angekommen. Gar keine Frage, die Schauspieler machen sich, auch Chris Evans, der, wie Ryan Reynolds, gefühlt immer besser wird, überzeugt als herzlicher, bisweilen überforderter Onkel, der seine hochbegabte Nichte irgendwie an das Leben heranführen will, ohne dass sie sich stetig als Außenseiterin sehen muss. BEGABT allerdings nicht nie die Perspektive dieses Kindes ein, sondern lässt es vorerst darauf beruhen, dieses wie die Tiere im Zoo zu begaffen. Mathematisch hat sie alles drauf, guck mal! Aber soziale Kompetenzen, ohoh! Am Ende ist das alles, nachdem einige Krokodilstränen erzwungen wurden, harmoniesüchtiges Einmaleins. Muss man nicht machen. 4,5

  • 111
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    War Machine

    Komödie, Drama, Kriegsfilm Laufzeit: 121 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 112
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    La La Land

    Komödie, Drama, Musik, Musical Laufzeit: 126 min

    Dröge Vergangenheitsinszenierung eines hochbegabten Regisseurs. Beim nächsten Mal dann bitte den Kopf aus dem Arsch der Wehmut ziehen, dann klappt es auch mit der Melancholie.

  • 113
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    Passengers

    Abenteuer, Romanze, Drama Laufzeit: 116 min

    In den ersten 40 Minuten ein wirklich interessantes Gedankenspiel über die Einsamkeit des Menschen. Danach versandet Passengers im generisch-sexistischen Blockbuster-Sumpf. Da geht es urplötzlich nicht mehr um menschliche Befindlichkeiten, sondern nur noch um den größten Effekt.

  • 114
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    Die Schöne und das Biest

    Fantasy, Family, Musical Laufzeit: 123 min

    Jede Generation braucht ihr DIE SCHÖNE UND DAS BIEST. Na ja, nicht ganz. Aber Bill Condons Live-Action-Adaption des weltberühmten Volksmärchen ist nun für ein Effekt-verwöhntes Publikum zurecht geschnitten worden, welches sich nicht länger mit aufwendiger Maskenarbeit respektive handgemachtem Kulissenbau beschäftigen möchte. Hier bekommt man nun das geboten, was die Hochleistungsrechner hergeben, was technisch von der Sache eindrucksvoll sein mag, letztlich aber kein Herz und keine Seele besitzt. DIE SCHÖNE UND DAS BIEST wirkt künstlich, artifiziell, digital. Da hilft es auch nicht, wenn eine Emma Stone erneut traumhaft anmutig durch den Pixelbrei wandelt und ihrer verführerischer Natur freien Lauf lässt. Da fehlt das Gefühl. Der Zaubertrank. Darüber hinaus muss man sagen, dass DIE SCHÖNE UND DAS BIEST eine 1:1-Neuauflage des (überaus gelungenen, wohlgemerkt) Disney-Klassikers von 1991 geworden ist. Natürlich ohne dessen pittoresken Zauber einzuholen, weil der Pomp hier vor allem dem Bedürfnis frönt, astreines Ausstellungs(bzw. Überwältigungs)kino abzuliefern. Da verschütten sich die wunderbaren inhaltlichen Motive wie von selbst.

  • 115
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    The Great Wall

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 103 min

    Langweilig ist der jedenfalls nicht, dafür gibt es ständig was zu sehen, aber es ist doch seelenloser Pixelbrei. Plastikkino, rein nach kommerziellem Kalkül verfahrend, laut, grell, pathetischen, mit schrecklichen Dialogen, unterforderten Schauspielern und zuweilen mäßigen CGI-Effekten. Die Massenszenen, wenn die Hundertschaften von Statisten zum Einsatz kommen, haben es aber in sich.

  • 116
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    Shot Caller

    Drama, Krimi, Thriller Laufzeit: 121 min

    Gar nicht mal so gut. Ein derber Schicksalsschlag führt einen Familienvater in den Knast, wo er sich die Hände schmutzig macht, um den Preis der Sicherheit zu bezahlen. SHOT CALLER erzählt nichts Neues, muss er ja auch gar nicht, allerdings sollte er das, was erzählt, schon mit Verve tun. Das jedoch hat Ric Roman Waugh Zeit seines Schaffens noch nie beherrscht. Die große Stärke des FELON- und SNITCH-Regisseurs war immer schon seine Schauspielführung, die in SHOT CALLER ebenfalls zur Geltung kommt. Nikolaj Coster-Waldau trägt den Film auf seinen muskulösen Schultern mühelos über die Ziellinie. Auch wenn das Drehbuch einem oftmals einer gewissen Nachvollziehbarkeit seiner Handlungen schuldig bleibt, spielt Coster-Waldau stark auf. Zeigt sich als zutiefst verletzter Vater und gleichzeitig absolut gnadenloser Bastard. Ansonsten? Hm. Der Geschichte um einen Vater, der sich nichts sehnlicher wünscht, als dass sein Sohn in die eigene Fußstapfen tritt, fehlt die schöpferische Vision. Das alles ist abgestanden und altbekannt. Muss nicht sein, lieber zu MAUERN DER GEWALT und R greifen.

  • 117
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    Table 19 - Liebe ist fehl am Platz

    Komödie, Drama Laufzeit: 87 min

    Kennste einen, kennste alle. TABLE 19 ist eine harmoniesüchtige Hochzeitskomödie von der Stange. Da wird dann zu Anfang die klischierte Typologie der Gästeliste vorgestellt, um dann nach und nach das gesamte Figurenkonstrukt wie auf einem Schachbrett hin und her zu verschieben – und mehr und mehr Chaos zu stiften. Das könnte dann im besten Fall ganz niedlich werden und im schlechtesten Fall furchtbar nervtötend. Jeffrey Blitz hat mit TABLE 19 aber einen Film gedreht, der sich als vollkommen unstimmig erweist und niemals weiß, ob er nun eigentlich entspannte Comedy sein will oder doch über Lebenswahrheiten sinnieren. Das narrative Ungleichgewicht lässt den Film schnell in sich zusammenbrechen, was zur Folge hat, dass TABLE 19 weder amüsiert, noch berührt. Und ganz ehrlich: Was ist mit Anna Kendrick los? Gefühlt wird die von Film zu Film schrecklicher.

  • 118
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    Der Dunkle Turm

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 95 min

    Hoch lebe der Durchschnitt. DER DUNKLE TURM wirkt tatsächlich so, als habe man sich hier gedacht: Bloß kein Risiko eingehen, dann lieber genau das abliefern, wo wir uns auch sicher bei sind – die absolute Mittel- und Bedeutungslosigkeit. Stephen Kings Romanzyklus in einen Blockbuster zu komprimieren, ist schier unmöglich. Vor allem dann, wenn er wie DER DUNKLE TURM nach schlanken 90 Minuten den Abspann über die Leinwand rollen lässt. Was man aus diesen 90 Minuten mitnimmt? Vielleicht, dass Nikolaj Arcel ein solider Handwerker ist. Vielleicht auch, dass Matthew McConaughey selbst in einer, sagen wir, recht beschränkt geschriebenen Rolle durchaus überzeugen kann. Und mit Sicherheit, dass Idris Elba mehr Hauptrollen braucht. Ansonsten? Ja, Kings Leidenschaft für Multiversen, die Apokalypse und ohnehin alles Überlebensgroße findet auch hier statt, doch DER DUNKLE TURM verfügt über kein Gefühl für seine adaptierte Mythologie, was daran deutlich wird, dass er sie eben nicht adaptiert. Oder nur in Motive, in Ansätzen, in leise glimmenden Ideen. Herausgekommen ist ein fahriger Konfektionsblockbuster; Kein vollkommener Blindgänger, aber ein weiterer nichtssagender Eintrag in die endlose Liste der Stephen-King-Verfilmungen. Wenn man so möchte: DER DUNKLE TURM ist die Negation der Eigendynamik.

  • 119
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    Masterminds - Mininaler IQ, maximale Beute

    Action, Komödie, Krimi Laufzeit: 94 min

    Schade, dass Jim Carrey frühzeitig abgesprungen ist. Ändert aber auch nichts daran, dass diese komödiantische Aufbereitung des Loomis-Fargo-Raubzugs nur die Hälfte seiner Spielzeit funktioniert. NAPOLEON DYNAMITE-Regisseur Jared Hess kann sich aber grundlegend auf sein Ensemble verlassen. Galafianakis, Wiig, Wilson, Sudeikis und McKinnon haben Spaß, sich zum Affen zu machen. Und das machen sie dann auch. Albernheit um Albernheit. Kostüm um Kostüm. Zote um Zote. MASTERMINDS unterliegt aber auch dem Zwang, seinem kriminalistischen Rahmen, also seiner wahren Begebenheit, gerecht zu werden, hat aber kein Gespür dafür, Spannung zu erzeugen. Eben weil die Schauspieler zu jeder Zeit verdeutlichen, dass MASTERMINDS unbeschwerter Nonsense ist. Und nach 40 Minuten verflacht der Film so extrem, dass selbst die Darsteller erkennbare Nöte damit haben, das Geschehen über die letzten Runden zu vitalisieren. Die Paarfoto-Szene mit Enya-Untermalung feiere ich aber. Für mehr als 4 Punkte reicht es dennoch nicht.

  • 120
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    Free Fire

    Action, Komödie, Krimi Laufzeit: 90 min

    Kann diese Art von Kino nicht mehr sehen. Seit RESERVOIR DOGS scheint es so, dass jedes Jahr irgendein Hanswurst versucht, sich der ausgeklügelten Stilistik Tarantinos zu ermächtigen, aber ganz dabei vergisst, dass Tarantino es verstand, den Stil auf ein durchdachtes, mitreißendes Plotfundament zu erden, auf dem ebenfalls echte Charaktere gedeihen konnten. Interessante Charaktere. Mitreißende Charaktere. Gut, Ben Wheatley ist nun kein Hanswurst, aber sein FREE FIRE verfügt nicht einmal über den Nährboden, um funktionieren zu können. Klar, diese Reduktion aller Auszeichnungen des Gangster-Genres hätte launig werden können, wenn einem die Nummer nicht so furchtbar scheißegal wäre. FREE FIRE ist eine attitüdenhafte Gebäre von Film. Reines Kalkül. Krampfiges Augenzwinkern quittiert jeden Schusswechsel. Die intratextuelle Verkrampfung des Drehbuchs zeigt dann auch schön auf, wie selbstzweckhaft diese Luftnummer letztlich doch ist. FREE FIRE verkapselt sich einzig und allein in Bemühungen, kultig zu erscheinen. Blöd.

  • 121
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    Abgang mit Stil

    Komödie, Krimi Laufzeit: 96 min

    Die Firma, in der Willie, Joe und Albert ihr Leben lang gebuckelt hat, wird nach Vietnam verlegt und der Rentenfond verfällt. Das ist Finanzpolitik! Was also machen, wenn man wenigstens die letzten Jahre seines Lebens noch in finanzieller Ruhe verbringen möchte? Genau, man raubt eine Bank aus. So viel zum Plot. Die erste Auftragsarbeit von Zach Braff, der mit GARDEN STATE eine Perle der Indie-Nische abgeliefert und mit WISH I WAS HERE mal so richtig reingeschissen hat, ist vor allem eine Sache: Scheißegal. Braves Seniorenkino eben, mit süßen, tüddeligen Opis, die einen ganz verrückten Plan aushecken und sich nur das zurückholen, was ihnen nun mal zusteht. Das Volk lässt sich nicht länger unterdrücken! Dass die Greise ebenfalls Verbrechen begehen, legitimiert ABGANG MIT STIL natürlich ganz simpel mit „Die anderen haben angefangen“ - aber von soziale Realität will diese handzahme Heist-Komödie eh nichts wissen. Stattdessen gibt es Klischees, Vorhersehbarkeiten und eine neue Grube in der Versenkung, in der ABGANG MIT STIL baldig verschwinden darf. Ein Film, bei dem man merkt, dass er nicht mehr will, als niemandem weh zu tun.

  • 122
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    A Cure for Wellness

    Mystery, Horror, Drama, Thriller, Fantasy Laufzeit: 146 min

    Richtig angenehm ist A CURE FOR WELLNESS dann, wenn er seine nostalgische Ader in Form einen klassischen Gruseler auslebt. Das beißende Unbehagen der Situation wird an den Vordergrund gestellt, Gore Verbinski offenbart dabei mal wieder sein Talent als Stimmungsmacher und Bildschmied. Das Problem ist nur, dass A CURE FOR WELLNESS keinen Sinn dahingehend besitzt, tiefzustapeln. Dem Zuschauer nachhaltig „nur“ einen Schauer über den Rücken zu jagen. Der Begriff „Erzählökonomie“ scheint den Verantwortlichen vollkommen fremd zu sein. Und so gibt es zweifelsohne einige überaus packende Augenblicke, im Großen und Ganzen aber ist A CURE FOR WELLNESS ein sich zusehends selbstzerstörender Breitarsch von Horror-Blockbuster. Die Überlänge, für die Gore Verbinski niemals griffige Argumente liefert, wird nicht mit atmosphärischen Nervenkitzel, der sich aus dem Wahrnehmungswechsel zwischen Trugbildern und tatsächlichen Grauen ergeben könnte, ausstaffiert, sondern mit vollkommen überkonstruierten Wendungen eingekleistert. Nee, dieser Ausflug in ein Schweizer Sanatorium ist gescheitert.

  • 123
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    King Cobra

    Drama, Krimi Laufzeit: 91 min

    Das war nichts, leider. Eigentlich hat der Film gute Voraussetzung, einen tieferen Blick das Räderwerk der Gay-Porn-Industrie zu werfen, um von Schönheit, Konkurrenzkampf und gesellschaftlicher Akzeptanz zu sprechen. In KING COBRA ist die Branche ein Hochdruckgebiet der Eifersucht – und allen Involvierten wird eine psychische Krank angelastet, was das Menschenbild des Regisseur natürlich äußerst fragwürdig macht. Außerdem kann sich die Nummer nie entscheiden, ob sie nun grelle Überzeichnung oder doch nur plumpe Crime-Konventionen bestätigen will. Zu prüde, zu einfach gestrickt, aber immerhin gut besetzt. 

  • 124
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    Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

    Action, Abenteuer, Fantasy Laufzeit: 129 min

    Jetzt reicht es nicht mal mehr fürs Mittelmaß. FLUCH DER KARIBIK zählt für mich immer noch zu den besten Blockbustern des neuen Jahrtausends, weil Gore Verbinski eine Vision hatte. Eine Vision, die er in einer sauber erzählten, von einem spielfreudigen Cast unterstützten und mit vielen Details gespickten Erzählung freilegte. Mit dem inzwischen fünften Teil der Reihe hat die Sause ihre Spritzigkeit endgültig verloren. Selbst ein Angriff von Zombie-Haien oder akrobatische Turnübungen über Kanonen hinweg können da nichts gegen bewirken. Stattdessen begeht SALAZARS RACHE nur noch den Ausverkauf ehemals erfolgreicher Trademarks. Charaktere von anno dazumal dürfen ihre Visage nochmal in die Kamera halten, die neuen Charaktere können nicht Fuß fassen, weil sie stetig im Schatten von den alten Fratzen vor sich hin vegetieren – und damit ist natürlich vor allem Johnny Depp gemeint. Der ist so satt und überbezahlt, dass er selbst auf seine (eigentliche) Lieblingsrolle überhaupt keinen Bock mehr hat. Aber wer kann es ihm bei diesem durch und durch unorganisierten Drehbuch, in dem notdürftig eine Geschichte erzählt, die keiner hören möchte, auch verdenken. Ein dröger Aufguss, ein hohler Nachklapp. Die abenteuerliche Fabulierlust? Sie gehört der Vergangenheit ein.

  • 125
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    Split

    Horror, Thriller Laufzeit: 117 min

    Sicherlich, so richtig schlecht ist Split nicht, zeigt er doch auch auf, dass M. Night Shyamalan neuen Mut auf dem Regiestuhl geschöpft hat. Mut zum Eigensinn. Aber erzählerisch ist das hier unfassbar bräsig. Da geht gar nichts. James McAvoy allerdings ist geil.

  • 126
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    Ich gehöre ihm

    Drama

    Seit AUF KURZE DISTANZ sollte jeder gemerkt haben, dass deutsche Fernsehfilme durchaus in der Lage sind, über sich hinauszuwachsen ICH GEHÖRE IHM schafft es aber nicht, dem Zuschauer Superlativen zu entlocken. Keine Frage, die „Loverboy“-Thematik ist wichtig, tagesaktuell und muss, auch auf diesem Wege, angesprochen werden. Was ICH GEHÖRE IHM allerdings fehlt, ist Feingefühl. Die Figuren sind unheimlich einfach geschrieben und verhalten sich dementsprechend zuweilen kaum nachvollziehbar. Solide bis gut gespielt ist der Film definitiv, inszenatorisch ist das zum einen äußerst uninspiriert und schmucklos in Szene gesetzt – und dazu noch ungemein reißerisch, immer auf der Suche nach dem nächsten klischierten Schock, damit der obligatorische ARD-Zuschauer verstört den Kopf schütteln darf: Was ist nur aus unserer Welt geworden! Und trotzdem kommt man nicht umhin, dem Film seine Relevanz zuzusprechen. Gut gemeint, mäßig umgesetzt.

  • 127
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    Die Frau des Zoodirektors

    Drama, Historie, Biografie Laufzeit: 124 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 128
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    Girls Night Out

    Komödie Laufzeit: 101 min

    Solche Filme haben wir HANGOVER zu verdanken. Junggesellenabschiede bedeuten auf der Leinwand natürlich meistens nur eine Sache: Grenzüberschreitung und der Verlust jedweder Selbstkontrolle. So auch in GIRLS NIGHT OUT, in dem nun eben kein männliches Wolfsrudel im Zentrum steht, sondern eine Gruppe hochgradig attraktiver Damen, die seit dem College nicht mehr ordentlich die Sau herausgelassen haben. Also? Auf in den Flieger, auf ins Chaos und bloß nicht auf ins Gefängnis, nachdem der bestellte Stripper urplötzlich in seinem eigenen Blut badet. GIRLS NIGHT OUT weist ein durchaus spielfreudiges Ensemble auf, gar keine Frage, hat aber mit dem typischen R-Rated-Comedy-Problem zu kämpfen: Alles wirkt krampfhaft erzwungen. Und dementsprechend strapaziös für das eigene Nervenkostüm ist es, den Damen dabei zuzusehen, wie sie von einem Malheur ins nächste stolpern. Da wird unentwegt gekreischt und geflennt, Bitchfights angezettelt und sich hüpfend im Kreis gedreht, bevor sich die Ereignisse im letzten Akt noch einmal richtig überschlagen dürfen. Anstrengend und unfassbar unlustig.

  • 129
    Big 1

    The Heretics

    Horror Laufzeit: 87 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 130
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    Naked

    Komödie Laufzeit: 96 min

  • 131
    Big 58739687dafde

    Sleepless -Eine tödliche Nacht

    Action, Krimi, Thriller Laufzeit: 93 min

    Formelhafter Abzählreim. Das Hollywooddebüt vom #Who am I - Kein System ist sicher‍-Regisseur ist handwerklich tadellos, aber ohne jede Handschrift. Ein namhafter besetzter Malen-nach-Zahlen-Genre-Brei. 90 Minuten können manchmal verdammt lang sein.

  • 132
    Big 11

    Death on Scenic Drive

    Horror Laufzeit: 75 min

    Der auf seine Audiovisualität geprägte Kunst-Horror macht sich natürlich auch dadurch verdient, dass er seine formale Ebene ebenfalls intellektuell verwertbar gestaltet. In dieser Hinsicht ist Nicolas Winding Refn momentan tonangebend. Gabriel Carrer, der NWR zu seinen großen Vorbilder zählt, eifert dem Stil des virtuosen Dänen geradezu sklavisch hinterher und verliert sich in prätentiöser Kunstgewerblichkeit, die nur so vor unfreiwilliger Komik strotzt. In 6 Tagen wurde die Nummer hier runtergewichst, einiges wurde improvisiert, beim Rest wurde so getan, als gäbe es ein Skript. Der Regisseur meinte, er wollte in diesem Film seine Wut kanalisieren und diese über Licht und Farben herauskristallisieren. Ich denk mir da nur: Wennde meenst. Für mich war das artifizieller, geltungssüchtiger Rotz. Schade, der Regisseur ist n sympathischer Dude, inszenatorisch kann er jedoch nur imitieren, verfügt aber über keinerlei eigene Vision.

  • 133
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    Casino Undercover

    Komödie Laufzeit: 88 min

    Poa, der war mies. Wo Will Ferrell draufsteht, bin ich selbstverständlich dabei, das heißt aber nicht immer, dass man sich angenehm beömmeln kann, wie CASINO UNVERDOVER nun wieder schmerzlich unter Beweis stellt. Die Ausgangslage ist simpel: Ferrell und Amy Poehler müssen schnellstmöglich Kohle beschaffen, um ihrer Tochter das College zu ermöglichen. Also machen sie zusammen mit Jason Mantzoukas ein illegales Casino auf (bei dem es nebenbei auch noch einen Fight Club gibt). Die Kohle häuft sich schnell, auf gelungene Gags muss man allerdings vergeblich warten. Regisseur Andrew J. Cohen (sein Regiedebüt, vorher Drehbuch zu Bad Neighbors 2) hat keinen blassen Schimmer, was er mit seinen Comedy-Stars anstellen soll. Und gerade Will Ferrell und Amy Poehler sind Schauspieler, die alles mit sich machen lassen. Dementsprechend funkt es nicht zwischen den Figuren, weil CASINO ROYALE uninspiriert und handzahm bleibt. Es gibt zwei ordentliche Splatter-Sequenzen (bei einer wird Jeremy Renner der Arm abgesäbelt – da spritzt der Lebenssaft wie im EVIL DEAD-Remake), aber ansonsten ist das die übliche Schleuderware, die gerne frech wäre, aber nur konservativ ist. Selbst dann, wenn sie TERMINATOR 2 zitiert.

  • 134
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    Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

    Drama, Historie, Biografie, Kriegsfilm Laufzeit: 139 min

    Mel Gibson meldet sich zurück, verändert hat sich allerdings nicht. Desmond Jesus Doss darf durch ultrabrutale Schlachtengemälde stampfen und dem Herrn dafür danken, dass es gerechte Tode gibt. Okay.

  • 135
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    The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit

    Drama, Historie, Biografie Laufzeit: 119 min

  • 136
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    Die Besucher - Sturm auf die Bastille

    Komödie, Fantasy Laufzeit: 110 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 137
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    Verborgene Schönheit

    Drama Laufzeit: 97 min

    Eine einzige Unfassbarkeit von Schmalzklamotte. Wer sich bei VERBORGENE SCHÖNHEIT wirklich geborgen, verstanden, aufgefangen fühlt, der kann sich auch kopfüber in die Zuckerwattemaschine hängen. Ist genauso wirr, klebrig und süß. Wie unverhohlen der Film sich selbst dafür auf die Schulter klopft, emotionalen Missbrauch im großen Stil abzuleisten (nichts anderes geschieht hier inhaltlich), ist schon, ja, beeindruckend. Beeindruckend weltfremd. Richtig bekloppt wird dieses verquere Malträtieren der Tränendrüsen aber erst am Ende, wenn der Film auf den Abspann zu rollt, aber die ein oder andere geniale Idee noch parat hält, die unbedingt noch eingebaut werden muss. Da stimmt dann gar nichts mehr. Hanebüchener, von Glückskeksweisheiten gestürmter Weichspüler wäre wohl noch ein Kompliment für diesen Rotz. Trotzdem, Empfehlung.

  • 138
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    Leatherface

    Horror, Thriller Laufzeit: 90 min

    Bleibt alles soweit beim Alten. Also, mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE nach der Jahrtausendwende. Wobei, ja, gut, das von Michael Bay produzierte Remake ist schon in Ordnung, aber TEXAS CHAINSAW MASSACRE: THE BEGINNING und TEXAS CHAINSAW 3D waren astreine Beleidigungen für Tobe Hoopers verstörend-geniales Original. LEATHERFACE möchte nun den Ursprung des Mythos des Franchise weitergehend ergründen und zeigt uns Klein Leatherface dabei, wie er zum ersten Mal im Kreise der Familie die Kettensäge schwingen darf und wird. Wollen wir das sehen? Natürlich nicht. Dachten sich wohl auch die US-Debütanten Alexandre Bustillo und Julien Maury, die zuvor richtig geil-bauchigen Genre-Unsinn verzapft haben, sich nun aber dem reinrassigen Etikettenschwindel des amerikanischen Markts verschrieben. Mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE hat LEATHERFACE nichts zu tun. Mit Kino, im Großen und Ganzen, auch nicht. Das ist reinster DTV-Schund, der, würde sich nicht an einem prominenten Label vergehen, postwendend im Videotheken-Niemandsland verschwindet. Frei von jedwedem Gespür für subkutanen Horror oder terrorisierenden Grindhouse verspielen die beiden (eigentlich extrem begabten) Franzosen Minute für Minute mehr von ihrer Reputation. Wo Spannung erschafft werden soll, werden Köppe eingehauen. Wo Menschen agieren sollen, verballhornen sich uninteressante Reißbrettvisagen durch die uuuunfassbare Drehbuchidotie kontinuierlich selbst. Eine billige Frechheit.

  • 139
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    Das neunte Leben des Louis Drax

    Mystery, Thriller Laufzeit: 108 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 140
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    Cold Ground

    Mystery, Sci-Fi, Horror Laufzeit: 86 min

    KRITIK GESCHRIEBEN

  • 141
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    Resident Evil: The Final Chapter

    Action, Sci-Fi, Horror Laufzeit: 106 min

    Die Resident-Evil-Reihe ist eigentlich ein wunderbares Beispiel dafür, wie grandios Autorenkino scheitern kann. Unfassbar, dass es von diesem zerhackstückelten Pixelbrei inzwischen ganze sechs (!) Auswürfe gibt. Noch unfassbarer: Dass man sich diesen absehbaren Scheiß auch tatsächlich immer und immer wieder gibt.

  • 142
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    Savage Dog

    Action Laufzeit: 94 min

    Gegen SAVAGE DOG wirken CLOSE RANGE und ELIMINATORS, die letzten DTV-Vehikel mit Scott Adkins, fast schon wie Sternstunden des retroverliebten Actionkinos. Bin immer wieder bestürzt, wie extrem man diesen großartigen Schädelbrecher, den Adkins seit jeher darstellt, verheizen kann. SAVAGE DOG ist dafür ein erneutes Paradebeispiel. Angesiedelt im illegalen Showkampf von Indochina (was für ein geiles Setting!), macht sich Adkins mal wieder auf einen Rachefeldzug und kloppt sich durch die mit angespannter Wangenmuskulatur Reihen. Das wäre natürlich ausreichend gewesen, würde Jesse V. Johnson einen Funken Ahnung von seinem Job haben. Ist, hier, aber nicht so. Die Action ist grausig energielos, dem Schnitt fehlt jede Orientierung für Dynamik , Scott Adkins agiert auf Sparflamme, hat wohl auch gemerkt, dass die Nummer hier voll in die Hose geht – und dieser Billo-Look ist grässlich. Komplett höhepunktloser Klopper. Schade

  • 143
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    Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe

    Romanze, Drama Laufzeit: 115 min

    Hilfe! Da verzieht sich der Lümmel nach innen. Also. Ja, FIFTY SHADES OF GREY war vor 2 Jahren schon ein echter Unfilm, dass es einem die Schamröte ins von Kotzbrocken gesprenkelte Gesicht trieb. FIFTY SHADES OF GREY 2 unterbietet den Vorgänger aber noch. Jedenfalls hat mich Teil 2 nun noch entrüsteter zurückgelassen: Dieser auf Hochglanz polierte Schmatzfetzen mit Popohaugarantie, der vor allem dazu da ist, Mädchenträume zu stimulieren und Hausfrauenphantasien anzuheizen (weil ist ja alles so kontrovers und uiuiui, wenn Papi mir aufs Maul gibt, ist das nicht so sexy wie bei Mr. Grey), ist vor allem eines: Ein breiiger Haufen verklemmter Moralverstrahlung. Wenn sich hier noch einmal jemand anmaßt, zu sagen, in FIFTY SHADES OF GREY 2 ginge es um BDSM, dann darf man diese Person unangespitzt in den Boden rammen. Ist auch BDSM (nach der Logik des Films). Hier wird weitergehend sexuelle Gewalt und emotionale Erpressung als heißester Scheiß propagiert, bei dem sich die untervögelten Dummchen lasziv auf die Unterlippe beißen. Schlag mich! Ist BDSM! Stalk mich! Ist BDSM! Schotte mich von allen sozialen Kontakten ab! Ist BDSM! Und wenn ich NEIN sage, will ich nur spielen. Ist BDSM! Dass die Nummer hier auch noch SAGENHAFT (!) schlecht geschrieben, hochnotpeinlich gespielt und frei von jedem eigenständigen visuellen Vokabular gezeichnet ist, gibt dem verqueren Scheiß den Rest. Wegmachen.

  • 144
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    Transformers: The Last Knight

    Action, Sci-Fi, Abenteuer Laufzeit: 148 min

    Es glich schon einem wahren Faszinosum, wie Michael Bay es in ÄRA DES UNTERGANGS vollbracht hat, seinem infantilen Größenwahn ein in den Digitalbrei geschlagenes Denkmal zu setzen. Da veräußerte sich der Autounfall-Effekt in Reinkultur. Mit THE LAST KNIGHT allerdings hat sich die, bis auf den ersten Teil, qualitativ schon immer weitreichend schauderhaft präsentierende TRANSFORMERS-Reihe ein neues Level der Zuschauerverachtung erreicht. Sicherlich war es zuvor schon überaus euphemistisch, die Schauwerte des Franchise als Argument dafür heranzuziehen, doch den ein oder anderen Blick zu riskieren. Aber immerhin steckten in genau diesen Schauwerten auch ein Übermaß an fetischistischen Manierismen, die jene gnadenlos auf die Persönlichkeit Michael Bays zurückwarfen. THE LAST KNIGHT ist immer noch die überschäumende Reizüberflutung, die zu erwarten war, doch fehlt dem nunmehr fünften Teil jedwede Ekstase des Kontrollverlusts. THE LAT KNIGHT ist nicht mehr der Affront gegen Organisation und Struktur, THE LAST KNIGHT ist eine Ungeheuerlichkeit, die in ihrer in jedem Frame eingeschriebenen Übersättigung nur noch Teilnahmslosigkeit heraufbeschwört. Ein kinematographisches Vakuum. Michael Bay selbst scheint die Lust daran verloren zu haben, seine Profilneurosen unter Staunen und Starren, Prahlen und Protzen auszustellen. So gibt es nur noch knackige Professorinnen, durchtrainierte Weltretter, kampfeslustige Robter, jenseits von allem Nabelschaulichen. Eben ein Film, der gemacht werden musste und kein Film, der gemacht werden wollte. Michael Bay hatte in seiner TRANSFORMERS-Serie zwar noch nie etwas zu sagen, aber zu zeigen. Ob gewollt oder unfreiwillig. Nun allerdings bleibt einzig Gammelfleisch, Totholz, Altmetall und der Untergang eines der zerstörungswütigsten Kleinkinder Hollywoods.

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