5.5

MB-Kritik

Jurassic World: Das gefallene Königreich 2018

Action, Sci-Fi, Adventure

5.5

Chris Pratt
Bryce Dallas Howard
Rafe Spall
Justice Smith
Daniella Pineda
James Cromwell
Toby Jones
Ted Levine
Jeff Goldblum
BD Wong
Geraldine Chaplin
Isabella Sermon
Robert Emms
Peter Jason
Kevin Layne
John Schwab

Inhalt

Drei Jahre sind vergangen, seit der Themenpark Jurassic World samt Luxus-Resort von gefährlichen Dinosauriern zerstört wurde. Seit die Menschen von der Isla Nublar fliehen mussten, behaupten sich nun die übrig gebliebenen Saurier als unangefochtene Herrscher des Dschungels. Doch als der inaktiv geglaubte Vulkan der Insel anfängt zu brodeln, müssen Owen (Chris Pratt) und Claire (Bryce Dallas Howard) zurückkehren, um die letzten Dinosaurier vor dem Aussterben zu bewahren. Die Rettungsaktion erweist sich als gefährlicher als gedacht, da es auf dem von Beben erschütterten Terrain der Insel bereits bei ihrer Ankunft Lava regnet. Während Owen verzweifelt versucht, seinen Raptor Blue zu retten, kommen die übrigen Expeditionsmitglieder einer Verschwörung auf die Spur, durch die die Erde in den lebensfeindlichen Zustand der Urzeit zurückkatapultiert werden könnte.

Kritik

Bei Universal müssen die Champagnerkorken ordentlich geknallt haben, als Jurassic World zu einem absoluten Top-Hit avancierte. Natürlich haben viele in die Zugkraft der Marke geglaubt, aber nach dem wenig freundlich aufgenommenen Jurassic Park III von 2001, verwunderte es schon ein wenig, dass der vierte Teil der Reihe so immens erfolgreich war. Klare Sache, ein Sequel musste her und bei dem saß diesmal nicht der bei Star Wars: Episode IX gefeuerte  Colin Trevorrow auf  dem Regiestuhl, sondern der Spanier . Dieser machte sich mit Filmen wie Das Waisenhaus oder Sieben Minuten nach Mitternacht einen Namen und versteht es deutlich effizienter die Dinos in Szene zu setzen, als Trevorrow, der wie beim Vorgänger erneut mit seinem Kollegen Derek Connolly (Monster Trucks) das Script schrieb.

Das ist leider das große Problem des Films, denn auch wenn Bayona einige wirklich einprägsame und vor allem atmosphärisch gelungene Momente erschafft, so bleibt er doch stets ein Sklave des Drehbuchs und das ist wie bei Jurassic World so dünn, hahnebüchen und vor allem frei von wirklich neuen Ideen sowie tollen Figuren, dass es dem spanischen Filmemacher deutlich einschränkt. Damit sind nicht etwa Logiklöcher gemeint, sondern die hohle Phantasielosigkeit der dargebotenen Geschichte, die sich im Grunde in zwei Teile aufsplittet. Ist der Beginn eine weitere, gefährliche Expedition mit allerlei Gigantismen, wirkt der zweite Part deutlich kompakter und konzentrierter. Manchmal stellt sich sogar ganz kurz das Gefühl eines Horrorfilms ein.

Das Interessanteste was Jurassic World: Das gefallene Königreich bietet sind aber keine Action- und/oder Spannungsszenen, sondern zwei Fragen. Die eine stellt der Film gleich zu Beginn laut und deutlich: Soll das erneute Aussterben der Gen-Dinos verhindert werden? Die andere ist Teil eines wenig überraschenden Twists. Daher hier sei hier nur erwähnt, dass es auch dabei um Ethik geht und der Film diese Frage leider nie wirklich ausformuliert. Für einen Blockbuster dieses Kalibers, wäre das wohl einfach zu viel.

Abseits davon ist Jurassic World: Das gefallene Königreich natürlich ein Film der nicht mit seinen Attraktionen geizt. Aber die sind im Grunde auch nur Wiederholungen oder abgeänderte Imitate von bekannten Elementen der Vorgänger. Allerdings muss erwähnt werden, dass Bayona diese wesentlich beiläufiger inszeniert als Trevorrow. Der Fanservive wirkt also nicht zu aufgezwungen. Das tut dem Werk durchaus gut, was jetzt noch gefehlt hätte, wäre eine bessere Geschichte und die Courage wirklich mal etwas pfiffiges mit den Möglichkeiten anzustellen, die sich aus s Jurassic Park von 1993 ergeben. Aber stattdessen gibt es wieder die alten Kamellen und als Zuschauer fragt man sich durchaus, ob diese Wissenschaftler und Investoren wirklich nichts dazu gelernt haben?

Aber gut,  Jurassic World: Das gefallene Königreich ist wesentlich temporeicher als sein Vorgänger, hält sich nicht lange mit unnötigen Charakterisierungen der schludrig konzipierten Figuren auf und bietet, wie schon erwähnt, immer mal wieder nettes Szenenfutter für die Augen. Letztlich kann der Film aber nicht verbergen, dass es der Mittelteil einer Trilogie ist. Der dritte Teil soll 2021 in die Kinos kommen, inszeniert wieder von Trevorrow. Das senkt die Hoffnungen massiv, dass wir mit großen Augen wieder die Dinos über die große Leinwand stapfen sehen. Groß werden wohl wieder nur die Effekte, das Marketing und die Versprechungen werden, nicht aber die Begeisterung. Genau die fehlt leider auch Jurassic World: Das gefallene Königreich .

Fazit

Regisseur J.A. Bayona beweist, dass er Talent hat, aber gegen solch ein Script hat er leider keine Chance. "Jurassic World: Das gefallene Königreich" ist zwar besser als sein direkter Vorgänger, aber auch ihm fehlt es an guten Ideen, brauchbaren Figuren und vor allem Begeisterung. Da kann man schon irgendwie verstehen, warum die Dinos ausgestorben sind,

Autor: Sebastian Groß
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