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Polen 1939: Im September beginnt der Zweite Weltkrieg, das Land wird von den Nazis besetzt. Antonina ¯abiñska und ihr Mann Dr. Jan ¯abiñski arbeiten in leitender Position für den Warschauer Zoo. Sie sind schockiert, als die deutschen Besatzer sie zwingen, sich dem neu eingesetzten Chefzoologen Lutz Heck unterzuordnen. Um sich zu wehren, nehmen Antonina und Jan heimlich Kontakt zur Untergrundbewegung auf. So reift in ihnen der Plan, Menschen aus der Hölle des Warschauer Ghettos zu retten, denn inzwischen haben die Nazis die jüdischen Mitbürger in ihrem Viertel buchstäblich eingemauert. Nicht nur Antonia gerät durch diese Hilfsaktionen in Lebensgefahr, sondern ihre gesamte Familie.

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Kritik

Es ruft durchaus einige Irritationen hervor, wenn einem gewahr wird, dass Die Frau des Zoodirektors keine deutsche Kinoauswertung vergönnt war. Dabei scheinen die Trademarks, mit denen sich die neuste Regiearbeit von Niki Caro (City of MacFarland) brüsten darf, absolut massenkompatibel: Wir haben Schauspieler von Rang und Namen in den Hauptrollen, nämlich Jessica Chastain (Interstellar) und Daniel Brühl (The First Avenger: Civil War). Wir haben eine geschichtsträchtige Handlung, basierend auf wahren Begebenheiten, die zudem auch noch auf einer erfolgreichen Romanvorlage beruht. Und wir haben viele knuddelige Tierchen. In den Vereinigten Staaten allerdings hat es für Die Frau des Zoodirektors bereits schon nicht gereicht, um das eigene Produktionsbudget von 20 Millionen US-Dollar einzuspielen. Die Vorzeichen also stehen nicht gut für den Film, aber ist der Box-Office-Flop wirklich kaum zu gebrauchen?

Vielleicht kann man es am besten so ausdrücken: Dem Publikum, welchem bereits Filme wie Das Tagebuch der Anne Frank und Die Bücherdiebin gefallen hat, darf sich auch an Die Frau des Zoodirektors heranwagen. Der historische Schauplatz, Warschau unter deutscher Besetzung, möchte in Die Frau des Zoodirektors nicht genutzt werden, um eine geschichtlich-akkurate Aufarbeitung zu erfahren, vielmehr verlässt sich Niki Caro auf den kleinsten Nenner, den sie ihrer Zuschauerschaft zumuten kann. Freilich bedeutet das für den Verlauf der Handlung, dass man hier zusehends auf die Tränendrüse drückt, um zum Ende hin seine plakativen Nachrichten an die Leute zu bringen. Dass man mit Jessica Chastain eine überaus begabte Schauspieler aufzubieten hat, rettet den ein oder anderen Moment durchaus, allerdings ist Chastains Antonina Zabinska letztlich ein Opfer des weichgespülten Drehbuchs. Und gleiches gilt auch für Daniel Brühls Zoologen Lutz Heck, dessen Persönlich mit Ach und Krach einige Ambivalenzen abgerungen werden.

Fragwürdig an Die Frau des Zoodirektors ist bereits der Umstand, dass einem die menschlichen Schicksale zu keiner Zeit wirklich ans Herz gehen. Grund dafür ist, dass Niki Caro sich verstärkt auf das süße Auftreten der zu rettenden Tiere verlässt, anstatt ihr involviertes Ensemble charakterlich zu vertiefen. Das mit über 130 Minuten strapaziös lange Weltkriegsdrama entzieht seine emotionale Pressung aus dem Kontrapunkt, mit dem die Geschichte ins Rollen gebracht wird: Wo vorher noch sonnendurchflutete Harmonie bestand, bleiben kurze Zeit später nur Trümmer und Rauch. Die Menschen sind im Zuge des Verheerungen des Krieges immerzu zweitrangig, deutlich schlimmer ist es, wenn Tiere von den diabolischen Deutschen geopfert werden. Dass Die Frau des Zoodirektors sich darüber hinaus noch als Appell an die Selbstlosigkeit besteht, fügt sich natürlich wunderbar ins penetrant anbiedernde Gesamtbild dieses gefühlsduseligen Rührstücks.

Fazit

"Der Pianist" trifft auf "Wir kaufen einen Zoo"? Na gut, ganz so geschmacklos ist "Die Frau des Zoodirektors" dann doch nicht, Niki Caros neuste Regiearbeit hat nur ein Problem: Sie erzählt die Geschichte einer selbstlosen Frau, interessiert sich aber niemals wirklich für menschliche Schicksale. Stattdessen wird hier auf dem Rücken der zu rettenden Zootiere eine emotionale Erpressung des Zuschauers ausgetragen, die "Die Frau des Zoodirektors" so penetrant wie schmalzig gestaltet.

Autor: Pascal Reis

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