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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Dean (Christopher Thornton) war einst – unter dem Künstlernamen „Delicious D“ – ein aufstrebender DJ. Seit einem Unfall ist er jedoch an einen Rollstuhl gefesselt und hat sich gänzlich zurückgezogen: Er lebt in seinem Auto, in einem Armenviertel in L.A. Eines Tages stellt sich heraus, dass er heilende Hände hat; er kann durch Handauflegen Kranke gesund oder auch Blinde sehend machen – sich selbst kann er aber nicht kurieren. Der engagierte Pater Joe (Mark Ruffalo) bringt Dean dazu, seine Gabe für die Armen einzusetzen – doch alsbald tut dieser sich mit der Rockband des exzentrischen „The Stain“ (Orlando Bloom) und der labilen Ariel (Juliette Lewis) zusammen, um die Heilung von Menschen bei Konzerten als Show-Act zu vollführen…

Kritik

Sympathy for Delicious“ ist ein faszinierender, schwer einzuordnender Film. Es handelt sich hierbei um das Regiedebüt des Schauspielers Mark Ruffalo (bekannt als der „Hulk“ aus „The Avengers“), der zugleich den durchaus ambivalent angelegten Pater verkörpert. Jener Pater ist einerseits ein überaus positiver, nobler Charakter, andererseits zeigt sich aber, dass er Dean instrumentalisiert und dass er bereit ist, Spendengelder als Gegenleistung anzunehmen, ohne Dean darin einzuweihen. Der Hauptdarsteller Christopher Thornton (der auch das Drehbuch schrieb) stattet Dean indes mit einem hohen Maß an Verbitterung, Unfreundlichkeit und Eigennützigkeit aus – es fällt zunächst keineswegs leicht, diesen Protagonisten zu mögen. Ebenso bieten sich die Nebencharaktere nur bedingt als Identifikationsflächen an – sie überschreiten teilweise gar die Grenzen zur Karikatur: Der Band-Frontmann „The Stain“ ist eine Witzfigur, und die Managerin Nina erfüllt jedes Music-Biz-Klischee. Reizvoll werden diese Parts allerdings durch ihre Besetzung: Das Vergnügen, das Orlando Bloom an seiner durchgeknallt-unsympathischen Rockstar-Interpretation zu haben scheint, überträgt sich auf den Zuschauer – denn endlich ist Bloom einmal nicht der blasse Held; und auch der Edelmimin Laura Linney („Zwielicht“) eröffnet sich hier als Business-is-Everything-Persönlichkeit mit Smokey Eyes und gewollt cooler Aufmachung die Möglichkeit, dem Publikum eine ganz neue Facette ihres Könnens zu präsentieren. Weniger ungewohnt, aber immer wieder toll ist Juliette Lewis in einer typischen Juliette-Lewis-Rolle als fahrige Junkie-Braut.

Das Werk ist fraglos eine recht eigentümliche Mischung: Was als Seelendrama eines Verlierers (beziehungsweise eines Verlorenen) beginnt, wird zu einer Geschichte um Wunderheilung, ehe sich das Ganze als Satire (über Celebrity-Kult und über den persönlichen Ausverkauf) fortsetzt und schließlich in ein Courtroom-Movie sowie ein Moralstück mündet. Streckenweise wirkt der Film ein wenig unausgegoren; langweilig ist er jedoch nie – nicht zuletzt dank diverser spannender Fragen: Sind Deans Kräfte nun Fluch oder Segen? Und wie soll ein entschieden nicht-religiöser Mensch mit einer Fähigkeit umgehen, die von anderen als Gottes Gabe verstanden wird?

Fazit

Ungewöhnlich (und) gut! „Sympathy for Delicious“ wählt dramatische, übersinnliche und satirische Mittel, um von den Erlebnissen eines schwierigen Protagonisten zu erzählen. Nicht alles an diesem Werk weiß zu überzeugen – doch die Schauspieler zeigen beachtlichen Einsatz.

Kritik: Andreas Köhnemann

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