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Inhalt

Das Leben, eine Rallye. Speed Racer (Emile Hirsch) ist der neue aufsteigende Superstar unter den Rennfahrern. Pops und Mom Racer (John Goodman und Susan Sarandon) strahlen vor Stolz, während Speed glücklich und zufrieden mit Freundin Trixie (Christina Ricci) die jüngsten Erfolge feiert. Als eines Tages der cholerische Firmenchef der Royalton Company (Roger Allam) vor der Haustür steht und den Rennfahrer mit imposanten Versprechen abwerben möchte, schlägt dieser das Angebot aus – und macht sich somit zum ärgsten Feind von Royalton und dessen skrupellosen Handlangern, die die Rennen für saftige Profite manipulieren. Gemeinsam mit dem undurchsichtigen Ex-Rivalen Racer X (Matthew Fox) versucht die Racer-Familie deshalb, den schmierigen Unternehmern den Garaus zu machen – bei jener Querfeldein-Rallye, die einst Speeds Bruder das Leben kostete.
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Kritik

Hör auf zu steuern und fang an, zu fahren.

Die oftmals entscheidende Frage, warum Speed Racer nur so dermaßen scheitern konnte, stellt sich bei der rigorosen Angriffsfläche des Filmes eigentlich überhaupt nicht. Es ist vielmehr bedauernswert, wie wenig Ertrag die Wachowski-Geschwister (Bound - Gefesselt) aus dem subversiven Potenzial ihres Films destillieren konnten. Eigentlich müsste die stilistische Dynamik, der sich Lana und Lilly Wachowski in Speed Racer bedienen, eine ungemein interessante Gegensätzlichkeit evozieren: Quintessenz des formalistischen Werkes nämlich ist sowohl die Parallelisierung, als auch die Verschmelzung von Nostalgie und Postmodernität. Den Abwärtstrend ihrer Karriere nach den allgemeinhin verachteten Matrix-Fortsetzungen und dem wenig sinnstiftenden V wie Vendetta aber bestätigend, erleidet das exzentrische Künstlergespann erneut Bruchlandung. Und doch bleibt das Transgender-Paar immer noch eine heiße Adresse für bisweilen hochbudgetiertes Grenzkino der besonderen Sorte.

Zuletzt war es Jupiter Ascending, der Kritiker auf die Barrikaden schickte und gleichwohl einige, wenige Verfechter der gnadenlos verqueren Space Opera Jubelschreie ausstoßen ließ. Die Zeiten von Matrix, in denen die Wachowskis tatsächlich noch prägende Filmgeschichte schreiben konnte (darüber war sich jeder einig), sind jedenfalls lange vorbei – inzwischen funktionieren sie aber immerhin noch als Diskussionsgegenstand dahingehend, ob ihr Schaffen an fehlgeleiteter Extravaganz überhaupt noch zu überbieten ist. Sieht man sich den dem Jahre 2008 entstammenden Speed Racer an, möchte man diese Frage wohl gerne verneinen. Im Zentrum steht hier der seit Autorenn-Fanatiker Speed Racer (Emile Hirsch, Into the Wild), der bereits Motorengeräusche imitieren konnte, bevor er sein erstes Wort gesprochen hat und bei Ausflügen ins Grüne immer im Auto sitzen geblieben ist.

Schon diese personellen Vorzeichen machen schnell ersichtlich, dass Speed Racer irgendwann der beste Rennfahrer der Welt sein wird. Ohnehin bedienen sich die Wachowskis der konservativen Dramaturgie des obligatorischen Sport-Films und schwadronieren von Familie und Ehre, von Schuldgefühlen und Bestimmung, während sich der Held der Geschichte natürlich noch den niederträchtigen Fängen fadenscheiniger Großkapitalisten erwehren muss und durch das Duell im großen Finale der Gerechtigkeit endlich wieder Auftrieb verleiht. Im Endeffekt aber wäre es egal, welch formelhaften Rahmen Speed Racer forciert, hätte sich der mit 135 Minuten schier endlos anfühlende Geschwindigkeitsrausch wirklich auf seine irrsinnigen (nicht irrwitzigen) Oberflächenreize verlassen. Als ADHS-Bilderbogen, der Reales mit Digitalem verknüpft, schafft es Speed Racer jedenfalls zu Anfang, den Zuschauer in dieses grelle Kaleidoskop des kontinuierlichen Hochgeschwindigkeitwahnsinns einzubinden.

Problematisch – und gleichwohl Genickbruch des Films – ist, dass er sich nicht nur in der Visualisierung seines synthetischen Worldbuildings ungemein schnell abnutzt und als bonbonbunte Farbkastenexplosion vor allem das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert, anstatt sich als Kniefall vor den popkulturellen Einflüssen der asiatischen wie amerikanischen Welt verdient zu machen. Er versucht es ebenfalls, seinen namhaft besetzen, aber schauspielerisch vollkommen verschenkten Figuren einen Funken Leben einzuhauen, dichtet ihnen psychologische Motivationen an und lässt sie in hochnotpeinlichen wie bemüht humorvollen Dialogen ihren Standpunkt unterstreichen. Selbstverständlich sind diese Sequenzen reines Gift für die ästhetische Reizüberflutung und bremsen das hypertrophe Geschehen immer wieder unbeholfen aus. Aber nun ja, dann ist dieses (ob seines quietschigen Wesens) kariesverursachende Machwerk eben nicht nur potthässlich, sondern auch unfassbar zähflüssig.

Fazit

Auweia. Mit "Speed Racer" bleiben die Wachowski-Geschwister dem qualitativen Abwärtstrend ihrer Karriere treu: Dieser quietschbunte, das Nervenkostüm des Zuschauers permanent malträtierende Geschwindigkeitsrausch scheitert nicht nur daran, Nostalgie und Postmodernität in einen Einklang zu bringen. Er bremst seinen grenzdebilen Übertreibungsdrang auch durch furchtbare Dialoge und schreckliche Charaktere aus. Um es kurz zu machen: "Speed Racer" ist nicht nur unfassbar hässlich, sondern gestaltet sich auch ebenso zäh.

Autor: Pascal Reis

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