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Es war eine große Schlacht, die im pazifischen Ozean während des Zweiten Weltkrieges geschlagen wurde - die Insel Midway galt als Dreh- und Angelpunkt im kriegerischen Zweikampf zwischen den USA und Japan. Bevor es jedoch zu der historischen Schlacht kommt, muss sich ausgerechnet der Marineoffizier Captain Garth (Charlton Heston) mit seinem Sohn auseinandersetzen, der sich in eine internierte Japanerin verliebt hat. Als dann der Nachrichtendienst Wind von der akribisch geplanten Japan-Offensive gegen Midway bekommt, erfordert es alles an taktischem Geschick, die zahlenmäßige Unterlegenheit glücklich zu überleben.
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Kritik

In der Nachkriegszeit gab es viele Gründe zur Aufarbeitung historischer Kriegsschauplätze. Etwa mit "Die Brücke von Arnheim" oder "Tora! Tora! Tora!" gab es nicht wenige Kinofilme, die sich dem Thema entsprechend widmeten, und da schlägt "Schlacht um Midway" in dieselbe Kerbe; ungeachtet der Tatsache, dass dieses Feature schon ein wenig wie ein nostalgisches Wehklagen anmuten könnte und mit dem Vietnamkonflikt im Nacken regelrecht veraltet rüberkam. Es sollte jedoch vermerkt sein, dass man Kriege diesen Ausmaßes nicht innerhalb von Wochen verarbeitet.

Dennoch ist "Midway" ein Film geworden, der im Detail einige Elemente offenbart, wie man sie in Vorgängern nur am Rande zu sehen bekommt. Die historisch korrekt aufgegriffene Offensive beschreibt sehr genau, wie die Schlacht einst geschlagen wurde, und das nicht nur mit ein paar Booten und Flugzeugen als Werkzeug überpatriotischer Machtbeschau. "Midway" geht eher als Unterrichtsstoff durch, was Kriegstaktik und Figurenrücken auf einer Landkarte angeht, und wer sich dafür interessiert, wird auch recht ausführliches Anschauungsmaterial zu sehen bekommen. Dabei setzt der Film einige Monate nach der Pearl Harbour-Schlacht ein, die die USA noch zu schlucken hatten, und auch die Voraussetzungen gestalteten sich denkbar ungünstig. Die Flotte der Amerikaner war empfindlich geschwächt, und das Japanische Königreich holte, mit einem scheinbar narrensicheren Manöver im Gepäck, zum entscheidenden Schlag aus, um ihren Gegner zur finalen Aufgabe zu zwingen.

Dadurch entstand für den Film das gerne verwendete David-gegen-Goliath-Prinzip, ohne sich allzu heroisch in dem später unerwarteten Sieg sonnen zu wollen. "Midway" macht nämlich etwas grundlegend anders: Es kommen auch die Feinde wesentlich zu Wort und Bild. Die wahren Personen, sprich Befehlshaber und -empfänger, wirken zwar etwas undifferenziert gezeichnet, aber gesteht man ihnen recht viel Screentime zu, in der sie ihre Pläne und Ausführungen - stocksteif, aber respektvoll skizziert - während des Konflikts angehen. Hierzu zog man einige renommierte, japanisch-stämmige Darsteller wie etwa Toshiro Mifune ("Shogun") und Robert Ito ("Quincy") sowie Mr. Mijagi himself, Pat Morita, heran, die ihrer Arbeit sehr gewissenhaft nachgingen. Natürlich ist das nichts gegen die Amis, die mal eher zu Emotionsausbrüchen motiviert werden und mit der Kippe im Mundwinkel Lockerheit demonstrieren - dafür hat man für den Film wohl den Schaufelbagger aus der Garage geholt und jeden namhaften Schauspieler aufgeschippert, der zu finden war - es kreucht und fleucht von ikonischen Namen wie Henry Fonda, Robert Mitchum, Charlton Heston, Glenn Ford, etc. pp.

Dass man letztlich kaum Frauen für den Film engagierte, liegt erstens im Wesen des Films und vielleicht auch an der Tatsache, dass Krieg in dieser Form chauvinistisch betrachtet beim weiblichen Geschlecht nichts verloren hat. Vordergründig ist die einzige SchauspielerIN mit wesentlicher Spielzeit eine Japanerin, aber ob ihr und ihrem Geschlecht dies im Filmbusiness gerecht wird, bleibt diskussionswürdig. So bleibt "Midway" eher ein Männerspielplatz des Taktierens und Jagengehens. Dafür weiß der Film auch einiges an technischer Machart einzusetzen. Die Kulissen wirken sehr authentisch und werden immer wieder mit Archivaufnahmen aufgewertet, so dass tatsächlich ein bisschen Dokucharakter hängenbleibt.

Bleibt noch abzuhandeln, wie korrekt sich der Film den historischen Ereignissen annimmt. Die Ereignisse und einzelne Personen sind strikt wahrheitsgetreu wiedergegeben, wurde zusätzlich noch um ein paar dramatische Elemente erweitert, dass dann doch noch ein paar Identifikationsfiguren am Zuschauer hängenbleiben, etwa Captain Garth und die Komplikationen um seinem Spross. Die hätte man als Geschichtsfanatiker zwar nicht gebraucht, aber werten sie den restlichen Stoff gar ein wenig auf.

Fazit

"Schlacht um Midway" ist ein durchaus opulenter, geschichtlich korrekter Kriegsstreifen geworden, der mit klanghaften Namen nur so um sich wirft. Ein bisschen schade ist es dennoch, dass der fiktive Charakter da nicht so ganz hineinpassen will. Man darf aber die erzählerische Entscheidung, Taktik und plastische Aufarbeitung einer denkwürdigen Schlacht sowie die Einbeziehung des damaligen Feindes in den eigenen Plot, loben - so ist der Film ein durchaus differenzierendes Kriegsspektakel mit ordentlichen Schauwerten geworden.

Autor: Sascha Wuttke

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