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Inhalt

Der Detektiv Hercule Poirot lernt auf einer Kreuzfahrt die reiche Witwe Emily Boyton kennen, welche wenig später scheinbar grundlos ermordet wird. Während Poirot ermittelt stellt sich für ihn heraus, dass nicht nur Emilys betrogene Stiefkinder, sondern auch deren erpresster Anwalt und eine ehemalige Gefängnisinsassin ein Motiv haben, den Mord begangen zu haben.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Rendezvous mit einer Leiche basiert auf dem Roman "Der Tod wartet" von Agatha Christie (Das krumme Haus), der sicherlich einen der besseren Poirot-Fälle darstellt. Bemerkenswert ist an dem Roman, dass der Kultdetektiv Hercule Poirot (hier zum letzten Mal dargestellt von Peter Ustinov, Tod auf dem Nil) in der ersten Hälfte des Romans in den Hintergrund gerückt wird, genauso wie die Krimi-Elemente selbst auch. Die erste Hälfte des Romans ist vor allem ein Familiendrama, das viele der Hintergründe einzelner Charaktere hervorbringt, bevor der eigentliche Mord geschieht und Poirot mit seinen Ermittlungen beginnt. Diese Struktur in Christies Roman ist nicht nur für den Spannungsaufbau gewinnbringend, da man die potentiellen Täter schon eine ganze Weile kennt, sondern wirft auch einen interessanten Blick auf den Mordfall selbst. 

Ähnlich wie in Mord im Orient Express hat der Tod hier auch eine positive Seite: Die reiche Mrs. Boynton (Piper Laurie, The Faculty) terrorisiert ihre Familie, untersagt ihren bereits erwachsenen Söhnen und Töchtern jegliche Freiheiten und schart sie stets wie eine Sklavenschaft um sich. Ihr Tod erscheint für die Familie wie eine neu gewonnene Freiheit, endlich können sie lieben wen sie wollen, reisen wohin sie wollen und handeln wie sie wollen. Im Roman wird Mrs. Boynton  stark antagonisiert und ihre Nachkommen besonders devot skizziert. Erst dadurch gelingt es, dass der Leser den Mordfall auch als eine Art Befreiungsschlag verstehen kann. Im Film gelingt es nur teilweise, Mrs. Boynton als das Monster wahrzunehmen, das sie ist. Dafür gibt es zu wenige dieser Momente, in denen sie ihre auch sadistische Grausamkeit entfalten kann. Auch wirken ihre Nachfahren nicht allzu devot, dieses unzertrennbare Band ist hier nicht spürbar. 

Daran erkennt man, dass die Verfilmung eine andere Intention verfolgt als der Roman. Es geht nicht darum, auf eine Ambivalenz im Mordfall aufmerksam zu machen, was Christie zugegebenermaßen gerade in Hinblick auf die Auflösung bereits besser gelungen ist als in "Der Tod wartet", sondern darum einen gemütlichen Krimi für einen Sonntagnachmittag mit einem Whodunit-Plot zu erzählen, was nicht zuletzt an der stilsicheren und konventionellen Inszenierung, so wie der ( wie in vielen Christie-Verfilmungen) heiteren musikalischen Untermalung. Darum erscheint es auch nur konsequent, dass Hercule Poirot bereits zu Beginn eine zentrale Rolle zugeschrieben wird, damit die eigentliche Kultfigur nur darauf warten kann, dass ein Mord geschieht und der Zuschauer mit ihm einen direkten Sympathieträger und offensichtlichen Protagonisten vorgesetzt bekommt. Dieser hat leider in einigen Momenten auch nicht mehr viel mit dem eigentlichen Poirot zu tun, sondern wird zwar stets sympathisch aber etwas selbstgefälliger als in den vorigen Filmen von Peter Ustinov verkörpert. 

Michael Winner (Ein Mann sieht rot) weiß leider nicht, wie damit umzugehen ist, dass der Film nicht die Ambivalenz des Romans aufarbeiten will, sondern nur einen knackigen Krimi-Plot erzählen möchte. So adaptiert er dennoch die erste Hälfte des Romans recht unkoordiniert, wodurch weder Charaktere noch deren Hintergründe wirklich hängen bleiben. Aus diesem ersten Teil des Romans arbeitet er nur ein grobes Motiv auf, was sich auch in der zweiten Hälfte durch Verhöre machen ließe. Winner und sein Team hätten direkt mit dem Mord beginnen müssen, das wäre für die Intention des Filmes zielführender gewesen. So dümpelt der Anfang so vor sich hin und langweilt über weite Strecken, während der Film erst nach dem Mordfall wieder spannend wird, wobei es auch dort nie über ein gemütliches Krimi-Filmchen hinaus reicht. 

Fazit

"Rendezvous mit einer Leiche" ist eine der schwächeren Poirot-Verfilmungen, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass man sich nicht darauf konzentriert hat, die hinter dem Mordfall stehende Ambivalenz aufzuarbeiten. Das Familiendrama des ersten Teils im Roman wird eher lieblos und wenig kohärent gezeigt, wodurch der Film bis zum Mordfall recht langweilig erscheint. Aber auch danach reicht es leider nur für solide Unterhaltung, die nur im Ansatz an die starken Christie-Verfilmungen erinnert. 

Autor: Maximilian Knade

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