6.2

MB-Kritik

Pandorum 2009

Action, Mystery, Horror – UK, Germany

6.2

Dennis Quaid
Ben Foster
Cam Gigandet
Antje Traue
Cung Le
Eddie Rouse
Norman Reedus
André Hennicke
Friederike Kempter
Niels-Bruno Schmidt
Asia Luna Mohmand
Delphine Chuillot
Wotan Wilke Möhring
Julian Rappe
Domenico D'Ambrosio
Jon Foster

Inhalt

Als die Menschheit nach jahrelangem Suchen nach einem zweiten erdähnlichen Planeten endlich fündig wird, schickt man mit der "Elysium" ein riesiges Raumschiff zu einer Expedition hin. Doch nach Jahrhunderten einer langen Reise erwacht Schiffsingenieur Bower (Ben Foster) alleine aus dem Hyperschlaf und leidet an Gedächtnisschwund. Zusammen mit Captain Payton (Dennis Quaid) versucht er herauszufinden, warum die "Elysium" menschenleer im Raum treibt, und sieht sich neben einer monströsen Überraschung auch einer tückischen Weltraumkrankheit, genannt Pandorum, ausgesetzt...

Kritik

Mit dem deutschen Regisseur Christian Alvart, der 2005 mit dem Thriller "Antikörper" international für Furore gesorgt hatte, kreuzten sich die Wege nach Hollywood und die Interessen von Alvart mit denen von Drehbuchautor Travis Milloy. Die ähnlich gelagerten Ideen der beiden wurde umgehend zu einem gemeinsamen Script versponnen, die dem Science Fiction-Genre nur recht sein konnte. Denn viele Vertreter dieser Machart sucht man lange, und neben "Event Horizon" oder "Alien(s)" gibt es nicht viele Beispiele für waschechtes Horrorszenario in outer space.

So beginnen die ersten 30 Filmminuten sehr verheißungsvoll, wenn Bower sich durch schlauchige Kanäle zwängen muss und Paytons Antlitz von den Konsolen in atmosphärisches Licht getaucht wird. Doch leider lässt sich hier schon erahnen, dass das Projekt nicht ganz überzeugen würde. In einer angehauchten B-Movie-Optik sorgen gerade die vielen Dialogzeilen dafür, vieles der Atmosphäre kleinzuquatschen. Zu viel nerviges Funkblabla, und schon kann man die angestrengten Versuche, mit wenig Licht Spannung zu erzeugen, als gescheitert betrachten - da helfen selbst aufwändige und echte Kulissen nicht mehr, den Eindruck herauszureißen, so imposant sie auch gestaltet wurden.

Noch schlimmer wird es, sobald die Mutierten die Szene betreten. Schön und gut, dass da die Stan Winston-Studios am Werke waren und den Monstren einen sehr organischen Look verpassen durften, jedoch haben dessen Auftritte eher was von "Resident Evil"-Untoten denn von einer wahre Bedrohung - ein Schelm, wer Böses denkt, wenn er den Namen Paul W.S. Anderson als Produzent vernimmt. Auch wenn die so genannten "Hunter" wahre Überlebenskünstler sind, die der Crew das Leben erschweren, kommen sie doch seltsam zahnlos daher. So entspannt sich auch eine ähnliche Dynamik und stinkt sogar durch die Kameraarbeit ein wenig hinter der Zombiesaga ab.

Interessanter indes ist die Story, die sich um die Erschließung der zweiten Erde und die Krankheit dreht. Dadurch wurde das Drehbuch zwar ein bisschen überladen, dienen diese Elemente jedoch dazu, dem Plot einige ordentliche Momente zu verpassen. Die wird nun säuberlich stückweise zusammengeführt und hält auch bei der Stange, kann somit für ein gewisses Maß an Tiefe sorgen. Damit rettet sich das Werk doch noch aus der Belanglosigkeit irgendwelcher Plagiate heraus und hat letztlich noch einige interessante Storywendungen zu bieten, die dem Film etwas Originalität verleihen.

Alvart musste sich gefreut haben wie ein Schneekönig, als er einige gestandene Schauspieler aus den USA in seinem Cast begrüßen durfte. Neben Ben Foster, der schon in "Alpha Dog" und "Todeszug nach Yuma" Beachtung fand, konnte auch Dennis Quaid für die Rolle des Captain Payton engagiert werden und bewies, dass er schon lange nicht mehr der Sunnyboy vergangener Tage war. Mit der vielschichtig angelegten Rolle wirkt der Texaner sehr präsent, aber auch Foster trug seinen Part sehr ordentlich über die Bühne. Ebenfalls darf die Deutsche Antje Traue hervorgehoben werden, die in sehr natürlicher Weise ihre Rolle auszufüllen wusste und somit als mittelgroße Entdeckung galt. Auch in den Nebenrollen wissen so manche zu begeistern, sei es "Twilight"-Entdeckung Cam Gigandet oder Eddie Rouse als herausragend bekloppter Überlebender mit Hang zum Höhlenmenschen.

Fazit

Bedauerlicherweise hat der SciFi-Thriller sein Ziel ziemlich verfehlt, nämlich die Zweite-Erde-Thematik ordentlich zu vertiefen und brachte gleich drei Handlungsstränge ins Rennen, die sich allesamt ein wenig ausbremsen. Dennoch bleibt man gerne am Ball, um die Lösung zu erfahren, und das macht mit gestandenen sowie aufstrebenden Schauspielern sogar recht viel Spaß. Schade, dass Alvart die Dimensionen seiner beachtlichen Kulissen nicht einzufangen wusste, darüber hinaus kommt der Film über den B-Movie-Status nicht hinweg. Wer aber auf der mühseligen Suche nach einem ordentlichen Genrefilm im Kielwasser von "Event Horizon" sucht, wird "Pandorum" richtig gern haben.

Autor: Sascha Wuttke
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