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Inhalt

Larita Filton, verheiratet mit einem Alkoholiker, verliebt sich in einen jungen Künstler. Nach dessen Selbstmord wird sie von ihrem Ehemann geschieden. Sie flieht nach Frankreich, wo sie John Whitaker, einen Mann aus gutem Hause trifft und ihn heiratet. Johns Mutter ist misstrauisch und forscht in Laritas Vergangenheit.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Kaum jemand – selbst die ihm lange nicht wohlgesonnenen Filmkritiker – gingen rückwirkend betrachtet so hart mit ihm ins Gericht wie der ehrliche und reflektierte Alfred Hitchcock mit sich selbst. Dabei stimmt vieles davon. Seine frühen Arbeiten, somit speziell während der Stummfilmphase, halten heutigen Maßstäben nur noch filmhistorisch Stand. Wobei bemerkt werden sollte, dass Hitchcock damals selbst noch ein unerfahrener, mehr oder weniger Selfmade-Jungspund war, der einfach seine Ideen und Fähigkeiten mit geringen Mitteln ausprobierte. Und genau unter diesem Aspekt betrachtet ist sogar ein vom Meister selbst wenig geschätztes Werk wie Leichtlebig eine nach über 90 Jahren nicht uninteressante Fingerübung, die bereits erstaunlich viele Ansatzpunkte von dem herauskristallisiert, was ihn später unverkennbar machen sollte.

Die Story dieses gerade mal knapp die 1h-Marke überragenden Films ist an sich ist völlig banal und könnte auch genau genommen in der Hälfte der Zeit erzählt werden. Eine junge, englische Frau wird nach (angeblichem) Ehebruch vor Gericht von ihrem Mann geschieden, fällt damit in Ungnade und flüchtet inkognito ins französische Exil. Dort verliebt sie sich in einen britischen Junggesellen, kehrt als dessen frischgebackene Ehefrau zurück in die Heimat und versucht ihre „dunkle“ Vergangenheit natürlich geheim zu halten, nur der ihr wenig wohlgesonnene Schwieger-Drache wittert etwas Faules und sucht nur nach einem Grund, diese nicht abgesegnete Partnerschaft erfolgreich zu sabotieren. Allein das ist ja schon eine die gesamte zweite Hälfte umfassende Suspense-Sequenz: Wir wissen, dass die Protagonistin ein Geheimnis hat, welches niemals an die Öffentlichkeit kommen darf. Wir wissen auch, dass es unweigerlich irgendwann ans Licht kommen muss und welche Konsequenzen das hätte. Die Frage ist nicht nur wann und wie, sondern was resultiert daraus? Das klingt wie eine relativ beliebige Blaupause für die Anwendung des Suspense (oder sogar weitergedacht des von Hitchcock später sehr direkt benannten Begriff des MacGuffin), aber nichts anderes ist der inhaltlich eher fragwürdig als wirklich spannende Leichtlebig, der dafür wie ein vorgreifender Crash-Kurs durch das spätere Universum seines Schöpfers anmutet.

War Hitchcock bei seinem heute noch beeindruckend-starkem Frühwerk Der Mieter eigentlich schon da angekommen wo er damals hinwollte, erscheint Leichtlebig auf den ersten Blick wie ein deutlicher Schritt zurück. Wobei es eher als eine Zwischenstufe betrachtet werden muss. Der Mieter war ein früher Volltreffer, bei Leichtlebig – oder dem eher misslungenen Abwärts – experimentierte er vor einem beliebigen Gerüst herum. Entwickelte Techniken und Möglichkeiten von Bildsprache, Motiven und Wechselwirkungen zwischen dem Gezeigten, dessen Effekt und speziell hier auch dem Verzicht, alles nicht über Gebühr ausformulieren zu müssen. Was beim Stummfilm natürlich noch deutlicher zutage tritt. Es gibt viele Sequenzen, die gefühlt ewig ohne Texttafeln auskommen und trotzdem perfekt funktionieren, weil Hitchcock alles daran setzt, dass die Bilder und seine Installation diese es nicht benötigen. Wunderbar natürlich an der von ihm auch später hervorgehobenen Szene mit der Telefonistin verdeutlicht. Unabhängig davon finden sich hier viele später immer wieder verwendete Details an, die sich wie ein roter Faden durch seine Vita zogen. Sei es die herrisch-dominante Mutter-Figur, die (eigentlich irrationale) Flucht einer unschuldigen Person oder selbst visuelle Merkmalen wie der Treppe, die sich zum zentralen, herausstechenden Handlungsort entwickelt. Für jeden einzelnen Punkt Beispiele zu nennen, es würde den Rahmen sprengen.

Fazit

Wer mit Hitchcock vertraut ist, der wird bei „Leichtlebig“ vieles entdecken und wiederfinden. Genau das macht diesen inhaltlich nur marginal interessanten, aber technisch unabhängig davon schon  spielfreudigen Film reizvoller, als es die dürftige Geschichte normalerweise zulassen sollte. Nette Randnotiz: Hitch bezeichnete die Pointe als den schlechtesten Zwischentitel, den er je verfasst hat („Shoot, there’s nothing left to kill!“). Stellvertretend für seine extrem selbstkritische Haltung, denn unabhängig davon das „Leichtlebig“ nicht mehr ist als eine Spielerei, gerade dieses für ihn ungewöhnlich pessimistische, aber völlig konsequente und leicht zynische Ende ist eigentlich ein kleines Highlight. Manche hätten sich dafür auf die Schulter geklopft, er hat sich geschämt. Wie alles hier nur ein Teaser des Genies, was noch folgen sollte.

Autor: Jacko Kunze

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