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Inhalt

Weißrußland, 1943. Der 14jährige Fljora schließt sich gegen den Protest seiner Mutter den Partisanen an. Für ihn ist der Krieg noch ein Kinderspiel. Als es in den Kampf geht, darf er nicht mit an die Front. Fljora soll statt dessen mit Alten und Kindern ein Reservelager einrichten. Der Junge fühlt sich alleingelassen. In den Wäldern trifft er auf das Mädchen Glascha, die Geliebte des Partisanenführers. Fljora versucht sie zu trösten, als die Hölle über beide hereinbricht: Sie sind in einen Angriff der deutschen Wehrmacht geraten! Nur knapp können die beiden dem Tod entrinnen. Aber die Schrecken haben noch kein Ende…
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Kaum ein Genre wird seit jeher so heiß diskutiert wie der Kriegsfilm. Die Grenzen zum Anti-Kriegsfilm verlaufen flüssig, jeder scheint seinen eigenen Metriken zur Einteilung zu folgen. Überhaupt begründet das Genre einen großen Widerspruch in sich selbst, indem es zunächst Sinn beziehungsweise Unsinn eines Krieges herausarbeitet, gleichermaßen aber auch daran interessiert scheint, Krieg spektakulär zu bebildern. Dazu kommen Aspekte wie Pathos und historische Korrektheit, die von Zuschauern wahlweise als wünschenswert, unnötig oder sogar störend empfunden werden. Das Spektrum ist breit und dennoch scheint es oftmals so, als würde das gleiche Werk immer wieder verfilmt. Was es braucht sind Filme, die sich von gängigen Mechanismen lösen und ihren Zuschauern dadurch neuartige Seherfahrungen ermöglichen. Filme wie „Komm und sieh!“, die den Betrachter bis an seine Grenzen führen.

„Komm und sieh!“ versucht das Grauen des Krieges anhand eines Einzelschicksals erfahrbar zu machen. Der 14-jährige Fijora (Aleksey Kravchenko, „Die neunte Kompanie“) findet ein Gewehr und schließt sich entgegen seiner Mutter den Partisanen an. Er sieht Krieg als Spiel, als Abenteuer. Doch die Realität holt ihn schnell ein, unaufhaltsam bricht das Grauen des Krieges herein. Auch wenn der Film stets im geschichtlichen Kontext verwurzelt bleibt, erhebt er nie einen allgemeingültigen Anspruch auf historische Korrektheit. Die Bedeutung seines Hintergrundes erklärt er ebenso wenig wie die unterschiedlichen Fronten und Schauplätze. Von der geradlinigen Betrachtung zweier Nationen, die gegeneinander kämpfen wird großer Abstand genommen, in gewisser Weise kämpft hier jeder gegen jeden. Selbst die Soldaten sind oftmals nur schwer zu differenzieren, sie lösen sich in einer gesichtslosen Masse des Hasses auf.

Inszenatorisch wirkt „Komm und sieh!“ zeitweise hektisch, durcheinander und dreckig, fast schon zufällig und wie aus dem Leben gegriffen. Es fällt nicht schwer das Gesehene als Realität wahrzunehmen, Regisseur Klimow („Abschied von Matjora“) weiß um die suggestive Macht seiner Bild und bedient sich simpler Mittel um seinen Film noch intensiver zu gestalten. Immer wieder filmt er Charaktere frontal und in Nahaufnahme, lässt sie dadurch direkt zum Zuschauer sprechen. Der wiederum fühlt sich adressiert und wird selbst in das Geschehen geworfen, Immersion vom feinsten. Davon abgesehen nutzt der Film formale Mittel nur sehr spärlich, oftmals erscheint die Kamera als willkürlicher Beobachter und lässt den Inhalt dadurch realer wirken. Wenig wirkt geplant, vielmehr scheint alles einfach zu passieren. Der inhaltliche Gedanke von Chaos und Zerstörung überträgt sich dadurch auch auf einer formalen Ebene.

Abgehungerte Körper, vor Leid und Schmerzen verzogene Gesichter, verstümmelte Opfer und hingerichtete Soldaten. Der albtraumhafte Schrecken scheint nicht zu enden, unaufhaltsam muss der Zuschauer diese Bilder über sich ergehen lassen. Am Ende wird man sich einmal mehr bewusst, dass Krieg keine Gewinner hervorbringt. Jedoch beweist der Film auch, dass es zu einfach ist die Schuld immer nur auf höhere Instanzen abzuwälzen. Natürlich ist es leicht einen Sündenbock zu finden, doch letztlich tragen viele die Mitschuld, auch der junge Fijora, der den Krieg zu Beginn noch als großes Abenteuer gesehen und sich freiwillig den Partisanen angeschlossen hat. Sein Weg führt ihn jedoch durch die Hölle und wieder zurück, am Ende scheint er geläutert und um viele Jahre gealtert. Und auch wenn der Film an dieser Stelle endet, der Krieg tut es nicht.

Fazit

„Komm und sieh!“ ist ein rohes, ein brachiales und niederschmetterndes Werk, das seine Zuschauer für zwei Stunden mit in die Hölle nimmt und noch viel länger dort gefangen hält. Nach all den Qualen und der Tortur gibt es keine Erlösung, weder für den Protagonisten, noch für den Zuschauer. Alles was bleibt ist eine Erkenntnis, eine simple und erdrückende Aussage, die jedoch kein anderer (Anti-)Kriegsfilm so eindrucksvoll vermittelt. Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Verlierer. Weniger Film als Erlebnis. Kein sonderlich vergnügliches, aber dennoch eines, das man gemacht haben sollte.

Autor: Dominic Hochholzer

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