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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Yuji Noda ist 50 Jahre alt, hat körperliche Beschwerden und den undankbaren Beruf, arme Schlucker zu bitten, doch endlich ihre Schulden zu zahlen. Als Necroborgs auf der Erde landen und einen Stadtteil unter Quarantäne setzen, mutieren einige Bewohner zu den blutlüsternen Monstern. So auch Yuji, der jedoch die anderen Bewohner des Stadtteils vor den anderen Mutanten beschützen möchte.

Kritik

Der Regisseur von Filmen wie Tokyo Gore Police, Mutant Girls Squad und Vampire Girl vs. Frankenstein Girl ist wieder da! Im Gepäck hat er den zweiten Teil der Kodoku: Meatball Machine-Reihe. Der Name Yoshihiro Nishimura verspricht mittlerweile auf der ganzen Welt ein unerhörtes Maß an Blut und Gedärmen, körperlichen Mutationen und aberwitzigen Splatstick-Humor-Einlagen. Kodoku Meatball Machine möchte natürlich nahtlos dort anknüpfen, wo der Ruf des Regisseurs sitzt und tut das relativ schnell. Wird zu Beginn noch die Herkunft des ominösen und alsbald lebensgefährlichen Giftes möglichst ekelig gezeigt (Achtung an alle Tier-Phobiker), landen wir schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Yuji Noda (Yoji Tanaka, Kill Bill - Vol. 1) wacht auf und ist fünfzig. Na toll.

Yuji zieht seinen wahrscheinlich einzigen Anzug an, während im Frühstücksfernsehen ein Samurai mit seinem Schwert oberkörperfreien Männern die Bauchdecke öffnet. Er macht sich auf den Weg zur Arbeit - abermals um eine positive Einstellung bemüht. Leider wird er nicht sonderlich freundlich empfangen; er muss seine Kunden ja schließlich um ihr rar gesätes Geld erleichtern. Er fühlt sich selbst wie ein Parasit, der von dem eingesammelten Geld noch ärmerer Schlucker lebt. Sein Chef hat kein Verständnis für die endlosen Ausreden. Entweder Yuji treibt Geld ein, oder er kann zuhause bleiben - und dann würde wahrscheinlich bald jemand bei ihm klopfen. Wie Kanji Watanabe aus Akira Kurosawas Ikiru - Einmal wirklich leben sitzt Yuji Noda an seinem Tiefpunkt auf einer Schaukel. Ein Mann, der zwischen den Fronten unterzugehen droht. Doch natürlich hat Yuji Glück: Die Alien-Invasion lässt nicht lange auf sich warten.

In einer abgefahrenen Sequenz kommt eine riesige Glas-Haube auf die Erde zugesaust und schließt einen Sektor der Großstadt ein. Ungeachtet dessen, was da im Weg sein könnte. Schnipp-schnapp, Pimmel ab. Torso ab. Noch ein Torso ab. Alles ab, was ein Körper an Extremitäten so zu bieten hat und alles raus, was rot und flüssig ist. Yoshihiro Nishimura macht seinem Namen hier alle Ehre. Die Necroborgs infizieren ausgewählte Menschen (so auch Yuji) und verwandeln sie in tollwütige und verdammt blutlüsterne Maschinenmenschen. Nur Yuji bleibt von dem Blutdurst ausgeschlossen, dieses Gen wurde von seinen Krebszellen zerstört. Ha, hat das also doch was Gutes. Um seinen parasitären Beruf auszugleichen, lässt Yuji sich nicht von den parasitären Aliens unterkriegen und bezieht Stellung in der aufziehenden Jagd von Mutanten auf Menschen.

Dabei entwickelt sich eine simple Gut gegen Böse-Geschichte. Manche Mutanten sorgen für reichlich abgefucktes Chaos. Yuji versucht, die Menschen zu beschützen. Das ist ein teilweise derart blutiges Durcheinander, dass man nicht so recht Schritt halten kann. Der Unterhaltungsfaktor kennt nur eine Richtung: nach oben. Wer auf diesen Tetsuo-Godzilla-Monster-Show-Wahnsinn abfährt, der wird hier die Zeit seines Lebens haben und jauchzend durch die hüfthohen Blutbäder strampeln. Kodoku Meatball Machine ist mal aberwitzig auf Kleinigkeiten bedacht, dann aber zum Großteil immer nur konsequent auf die Zwölf gedroschen und füllt den absoluten Großteil seiner 100 Minuten mit einem Non-Stop-Kampf-Spektakel aus.

Fazit

„You can’t kill me with breast milk.“ sagt eine Figur mitten im blutigen Chaos. Wer die Arbeit von Yoshihiro Nishimura kennt, der wäre sich da aber nicht so sicher. Der „Tokyo Gore Police“-Regisseur hat auch mit "Kodoku: Meatball Machine" ein aberwitzig brutales Splatter-Fest auf die Beine gestellt, dem nie die Puste ausgeht. 100 Minuten lang feinste Mutanten-Kämpfe, die mal penibel auf absurde Kleinigkeiten bedacht sind und ansonsten nur eine Richtung kennen: Hinein ins Getümmel. Für solche filmischen Grenzerfahrungen muss man eben nach Japan.

Kritik: Levin Günther

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