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Bei seinem letzten Fall verlor er sein Team und wurde schwer verletzt: Carl Mørck kehrt traumatisiert zur Kopenhagener Kriminal-Polizei zurück. Um den schwierigen Kommissar zu beschäftigen, wird ihm das Sonderdezernat Q zugeteilt: gelegen in einem Kellerbüro, ausgestattet mit einem aus der Raumpflege versetzten Assistenten namens Assad. Carl Mørck soll hier alte Fälle sichten und abschließen, doch als ihm der knapp fünf Jahre alte Fall der verschwundenen Politikerin Merete in die Hände fällt, gehen er und sein hochmotivierter Assistent hartnäckig einigen Ermittlungs-lücken nach. Unterdessen wird Merete in einem Druckbehälter ohne Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten, und ihr sadistischer Wärter erhöht einmal im Jahr den Druck...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Skandinavien – das Paradies für verschrobene und schrullige Polizei-Ermittler. Zu diesem Schluss könnte der geneigte Fan gelangen, wenn man den Buchmarkt und die zugehörigen Verfilmungen betrachtet. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen treiben Kurt Wallander und Sebastian Bergmann ihre Ermittlungen voran, die ‚Millenium Trilogie’ von Stieg Larsson schaffte es über die große Leinwand sogar bis nach Hollywood. Nun schickt sich mit dem Polizisten Carl Mørck eine weitere nordische (Buch)Figur an, in bewegten Bildern zu ermitteln. In Deutschland ist gerade der fünfte Fall der beliebten Buchreihe von Jussi Adler-Olsen  erschienen, somit stehen bei einem finanziellen Erfolg die Tore für ein neues Franchise weit offen. Der zweite Band "Schändung" wurde mittlerweile u.a. in Hamburg und Schleswig-Holstein abgedreht.

Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) hat keinen leichten Stand. Nachdem er bei einem missglückten Einsatz angeschossen wurde tritt der immer noch traumatisierte Vizepolizeikommissar nach zwei Monaten den aktiven Dienst wieder an. Er wird er mit dem Aufbau des Sonderdezernats Q beauftragt, das alte, bislang nicht aufgeklärte Fälle zum Abschluss bringen soll. Was nach anfänglicher Aktenschieberei aussieht, entwickelt sich bei näherer Betrachtung des angeblichen Selbstmordes der Politikerin Merete Lynggaard (Sonja Richter) zu einem Mordfall. Der Kommissar findet seinen alten Ehrgeiz wieder und geht mit seinem neuen Assistenten Assad (Fares Fares (kein Tippfehler!)) einigen Nachlässigkeiten bei den bisherigen Ermittlungen nach, bis sie eine furchtbare Entdeckung machen …

Dank ARD und ZDF dürfen sich die Fernsehzuschauer nahezu täglich mit diversen Krimiformaten  auseinandersetzen. Dennoch schafft es das Werk wie so viele seiner geografischen Mittäter eine melancholisch erdrückende Stimmung aufzubauen, der nur schwer zu entkommen ist. In düsteren Blau-und Grautönen gehalten, gibt "Erbarmen" in schönen Bildern eingefangen den Grundtenor der Geschichte vor.

Nach einer kurzen Einführung der Charaktere nimmt der Fall mit fortlaufender Spieldauer immer mehr an Fahrt auf und kann durch einige überraschende Wendungen glänzen. Die geschickt eingeschobenen Rückblenden zeigen die permanent bestehende Bedrohung des Opfers, die ohne das Wissen der Ermittler noch am Leben ist. Aufgrund dieser Aufteilung enthält der Film neben der üblichen Polizeiarbeit noch genügend Thrillerelemente, um beide Genres ausreichend abzudecken. Einzelne Handlungsstränge, die den Hauptplot nicht behandeln, sind nur marginal vorhanden und werden wenn überhaupt erst in den kommenden Verfilmungen eine größere Rolle spielen.

Abgesehen von dem spannenden Kriminalfall zieht der Film den größten Reiz aus den Gegensätzen seiner Hauptfiguren. Auf der einen Seite steht der mürrische Carl, der nach seinem Schussverletzung noch ruppiger ist als zuvor, auf der anderen Seite der lebensfrohe Assad, der die neue Stelle als Geschenk ansieht und fast mit kindlichem Enthusiasmus an die Arbeit herangeht. Zusätzlich bieten die kulturellen Unterschiede komödiantische Möglichkeiten, die in dosierten Mengen mittels lakonischen und trockenem Humor ausgeschöpft werden. Das altbewährte Prinzip der unterschiedlichen Charakteristika greift dank passender Chemie zwischen den beiden Protagonisten ausgezeichnet.

Stellenweise zeigt der Film jedoch nicht was der Titel suggeriert – wenn auch nicht mit direkten „Draufhalten“ auf explizit brutale Szenen. Durch geschicktes Spiel mit dem Zuschauer und dank der intensiven Darstellung von Sonja Richter werden die physischen wie psychischen Schmerzen der Gefangenen selbst im gepolsterten Kinosessel greifbar gemacht.

Fazit

Mit "Erbarmen" erscheint ein typisch skandinavisches Werk in unseren Kinos – düster, melancholisch, schwer verdaulich und mit lakonischem Humor. Doch gerade diese Mischung gepaart mit tollen Darstellerleistungen können Kenner der Vorlage sowie Neulinge in seinen Bann ziehen.

Autor: Manuel Schäfer

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