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Inhalt

Ohne Erinnerung an das Geschehene sowie vollkommen orientierungslos erwacht Geheimagent Jeremy (Stephen Dorff) in völliger Finsternis in einem abgeschotteten Glaskasten. Einzig eine digitale rückwärtszählende Stoppuhr gibt ihm Licht, während ein Funkgerät an seiner Seite scheinbar ein Weg nach draußen darstellt. Allerdings wird schnell klar, dass hinter der simplen Entführung weit mehr steckt, als es den Schein macht. Denn als Jeremy herausfindet das er sich in einem Kofferraum befindet, geht die Tortur erst richtig los: Terroristen haben ihn gekidnappt, um etwas über das geheime Präsidenten-Versteck Roulette herauszufinden. Und diese schrecken nicht davor zurück, ihm mit psychischer wie physischer Gewalt zu drohen. Perfide bis ins letzte Detail geplant, folgt so ein tödliches Spiel, in dessen Wirren auch ein geheimnisvoller Henry (JR Bourne), der ebenfalls entführt wurde, sowie Jeremys Freundin Molly hineingezogen werden. Nachdem schließlich auch noch Bomben in Washington DC explodieren, bleiben Jeremy nur wenige Minuten, um eine Lösung zu finden.

Kritik

Dunkel, vergraben, dem Erstickungstod ausgesetzt und vollkommen allein. Seit jeher gilt diese brachiale wie schreckliche Vorstellung als Grauen überhaupt. Kein Wunder also, dass sich bereits Edgar Allan Poe dieser Thematik widmete und mit seiner Kurzgeschichte Das vorzeitige Begräbnis literarisch eine Erzählung erschuf, die viele Leser regelrecht in blanke Panik versetzte. Und auch filmisch durfte sich so Ray Milland unter der Regie von Roger Corman in Lebendig begraben im Jahre 1962 bereits unter die Erde begeben. Doch erst mit dem Überraschungshit Buried – Lebend begraben, des spanischen Regisseurs Rodrigo Cortés, wurde das Gefühl eines begrabenen Menschen richtig fühlbar sowie intensiv dargestellt. Die Leistung von Ryan Reynolds war spektakulär, die Atmosphäre bedrückend, die Inszenierung treibend und dadurch das Entsetzen förmlich spürbar. Nun folgt mit Brake von Regisseur Gabe Torres unterdessen ein weiterer Film, der sich dieser Thematik annimmt und mit seinem Zuschauer regelrecht spielen möchte. Die große Vorlage bleibt allerdings trotz aller Mühen stets sichtbar, sodass niemals die Spannung seiner geistlichen Vorgänger erreicht wird. Durch einen engagierten Stephen Dorff, einer sehr wendungsreichen Geschichte sowie einigen durchaus interessanten Ideen, entsteht aber ein spannender Thriller, der durchweg unterhalten kann.

Dies liegt vor allem am Drehbuch von Timothy Mannion (der mit Brake sein Debüt feiert), welches vor allem darauf abzielt, dem Zuschauer regelmäßig in die Irre zu führen. Ist Jeremy wirklich in einem Fahrzeug gefangen? Wer steckt hinter den Terroristen? Was verbirgt sich hinter Roulette? Oder wird gar hier nur ein perfides Täuschungsmanöver inszeniert? All diese Fragen sorgen dafür, dass niemals Längen innerhalb der recht actionreichen 92 Minuten entstehen und der Zuschauer wie gebannt auf das Schicksal von Jeremy blickt. Stets gibt es etwas Neues (von Funksprüchen, über Autobahnfahrten, Polizeikontrollen hin zu Schießereien), sodass die Spannung niemals einen Abbruch erfährt. Allerdings gelingt es Regisseur Gabe Torres, trotz seiner Mühen auf visueller wie erzählerischer Ebene, niemals eine große Tiefe zu erreichen. Klischeehafte Dialoge sowie die recht oberflächlich wirkende Beziehung zwischen Jeremy und seiner Ex-Freundin Molly, wirken konstruiert, sodass gerade das emotionale Finale etwas übertrieben erscheint. Doch damit nicht genug, denn gerade das Ende von Brake sorgt für einen deutlichen Dämpfer, da hier auf einen doppelten Boden gesetzt wird. Was folgt ist ein lauwarmes Überraschungsende, welches einen faden Beigeschmack verursacht und die Frage aufkommen lässt, warum nicht einfach ein paar Minuten vorher der Schlussstrich gezogen wurde. Schade, sein großer Konkurrent und Vorgänger Buried  war hier eindeutig konsequenter.

Natürlich benötigt es indes für solch eine Verfilmung, die sich nur auf einen kleinen begrenzten Spielbereich konzentriert, auch einen Darsteller, der alle Nuancen (von Ratlosigkeit, Panik, Verzweiflung, Wut bis hin zur Aufgabe) perfekt in Szene setzt und somit fesseln kann. Während gerade Ryan Reynolds hier einen höchst genialen Job ablieferte, zeigt sich Stephen Dorff dagegen recht engagiert, aber an vielen Stellen zu glatt sowie cool. Dass er deutlich mehr an schauspielerischem Talent besitzt, zeigte er zuvor bereits in Somewhere von Regisseurin Sofia Coppola, hier bleibt seine Leistung aber recht handzahm. Allerdings ist dies angesichts des Settings sowie des vermeintlichen Berufs seiner Figur, auch kein vollkommener Fehlgriff. Für ein Comeback oder einen Oscar reicht es aber nicht. Warum unterdessen Tom Berenger eine Rolle bekommen hat, bleibt allerdings ein Rätsel. Denn sein kurzes Cameo bleibt mehr als fragwürdig und somit erneut eine Chance ungenutzt.

Fazit

65

Regisseur Gabe Torres gelingt es mit "Brake" trotz seiner vielen Mühen nicht, sich seinem großen Vorbild zu entziehen und somit ein eigenständiges Werk zu offenbaren. Was bleibt ist aber dennoch ein überraschendes, actionreiches wie gerade optisch interessantes Treiben, welches besonders von seinen vielen Wendungen lebt. Einzig das Finale bleibt inkonsequent und lauwarm. Dafür kann zumindest ein engagierter Stephen Dorff einmal mehr vor die Kamera treten und zeigen, dass er auch mehr kann als B-Movies oder simple Actioner. Für Fans daher eine klare Empfehlung.

Autor: Thomas Repenning Userwertung: 5.4 von 10 basierend auf 7.914 Wertungen.

Kommentare

WilliamWhyler

WilliamWhyler am Dienstag, 28 Januar, 22:27 Uhr 7.0/10

Toller Kommentar, da kann man nix sagen oder ergänzen, sogar den Copola Streifen im Vergleich, ja Dorff macht hier seine Sache sehr anständig und mehr Aktion als in Burried wird hier auch geboten..schön das man diesen Stephen noch nicht auf s Abstellgleis gestellt hat. Ein stimmiger Film in ONE MAN SHOW....guter Steifen, eine klare Empfehlung für alle die keine Klaustrophobie haben.

Thumb_guy
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