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'Black Wedding' ist eine tiefschwarze Komödie über die Ehe. Es wird kein einziges Wort gesprochen, dafür aber umso kräftiger gemordet. Es ist die ungewöhnliche Geschichte eines Ehepaars, das ständig versucht sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen - aus Hassliebe - wieder und wieder, in 70 Minuten, ohne ein Wort miteinander zu sprechen. So wie es auch in besseren Kreisen vorkommen kann. Aber das mörderische Ehepaar hat die Rechnung ohne seine Tochter gemacht, die ihre eigenen, dunklen Ziele verfolgt. Und so jagt eine dramatische Wendung die andere amüsant, überraschend und schockierend.

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Kritik

"Bis dass der Tod uns scheidet"

Black Wedding vom deutschen Filmemacher Thomas Bohn ist auf seine Art etwas  Besonderes. Sicherlich ist er nicht der erste Film mit seiner Thematik. Filme über Ehen am Ende gibt es wie Sand am Meer. Auch, dass die Ehepartner den Satz „Bis das der Tod uns scheidet“ äußerst ernst nehmen, ist auch nicht neu. Dennoch ist Black Wedding auf seine Art etwas gänzlich Neues. Es wird nämlich kein Wort gesprochen. Und dabei handelt es sich nicht um einen Stummfilm. Der Zuschauer hört alles, auch wenn es nur ein Magenknurren ist, doch fehlt es gänzlich an Dialogen.

Bohn nutzt diesen klugen Schachzug, um auf die Probleme einer Ehe hinzudeuten. Das Paar hat sich nichts mehr zu sagen. Jahre der Unzufriedenheit führen zu einem wortlosen Zusammenleben, bis einem irgendwann der Kragen platzt. Diese Machart funktioniert auch so lange gut, wie das Paar miteinander agiert. Doch leider bleibt es nicht nur bei dem Kammerspiel der beiden. Die Tochter, ihr Freund und ein paar andere Leute greifen immer wieder in das Leben der beiden ein. Hier wirkt die Wortlosigkeit ziemlich unpassend. Doch egal, der Fokus liegt größtenteils auf dem Ehepaar, welches nahezu perfekt von den Schauspielern Beate Maes und Diego Wallraff verkörpert wird. Zu jeder Minute sieht und spürt man durch Gesten und Blicke ihre Unzufriedenheit. Jederzeit ist klar, was Sie denken, ohne dass sie es dem Zuschauer mitteilen. Das nennt man noch Schauspiel der alten Schule.

Was als Alltag eines destruktiven Ehepaars beginnt, entwickelt sich im Laufe des Films zu einem makaberen Spiel um Leben und Tod. Hier aber immer mit einem Augenzwinkern. Der Humor ist tiefschwarz und wird sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein. Ganz in der Tradition von Very Bad Things oder auch Der Rosenkrieg bewegt sich der Film nahe an der Grenze zwischen witzig und geschmacklos. Anfangs funktioniert dies wirklich gut und Black Wedding weiß zu unterhalten. Doch leider kann Black Wedding das Niveau vom Anfang nicht halten. Im Laufe seiner doch sehr kurzen Spielzeit von 70 Minuten verliert der Film mehr und mehr an Faszination. Die Aktionen werden immer berechenbarer und der Humor flacht immer weiter ab. Das Ende selbst kommt zwar überraschend, aber ist nicht wirklich nachvollziehbar. Als Kurzfilm hätte sowohl die Inszenierung als auch die Geschichte super funktioniert, als abendfüllender Spielfilm will der Funke jedoch nicht vollends überspringen. Dennoch ist Black Wedding eine kleine Überraschung aus Deutschland, welche definitiv einen Blick wert ist.

Fazit

"Black Wedding" macht vieles richtig, doch hält sich die Qualität nicht über die gesamte Laufzeit. Was bleibt, ist eine neue und grandiose Idee der Inszenierung, mit einer Geschichte, welche leider nur bedingt unterhalten kann. Einen Blick kann man aber alle Male riskieren.

Autor: Christian Kühnemann

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