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Früher war Martin Lehrer aus Leidenschaft – heute sind nicht nur die Schüler von seinem fehlenden Enthusiasmus gelangweilt, auch in Martins Ehe ist die Luft raus. Seinen drei Freunden, die am selben Gymnasium unterrichten, geht es nicht viel besser. Bei einer angeheiterten Geburtstagsrunde diskutieren sie die Theorie eines norwegischen Philosophen: Nach dieser ist ein Mensch nur mit einem erhöhten Alkoholgehalt im Blut zu Bestleistungen fähig. Solch eine gewagte These muss überprüft werden. Die vier beschließen den Selbsttest zu machen und während der Arbeit einen bestimmten Pegel zu halten. Soll nicht sogar Churchill den Zweiten Weltkrieg in einem Alkoholrausch gewonnen haben? Mit neuem Antrieb stürzen sie sich in ihre geheime wissenschaftliche Studie. Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten …

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Laut des norwegischen Psychologen Finn Skårderud besitzt der Mensch ein Blutalkoholspiegel-Defizit von 0,5 Promille. Gleicht man dieses aus, kann jeder sein Leben besser bestreiten – zumindest nach dieser nicht-wissenschaftlichen These. In Der Rausch, dem neuen Film des gefeierten, dänischen Regisseurs (Das Fest), versuchen vier befreundete Lehrer mithilfe von Bier, Wein und Hochprozentigem, ihrem stagnierten Alltag wieder in Schwung zu bekommen und tatsächlich gelingt es. Geschichtslehrer Martin (, Wilbur Wants to Kill Himself), der vor wenigen Tagen noch der Buhmann seiner Abiturientenklasse war, macht mitreißenden wie lehrreichen Unterricht. Auch seine Freunde und Kollegen Tommy (, Zweite Chance), Peter (, Brothers - Zwischen Brüdern) und Nikolaj (, Erbarmen) finden schnell heraus, dass ein kleiner Schwipps mehr hilft, als dass er schadet.

Hier könnte eigentlich ein Schlusspunkt gesetzt werden. Aber wer sich mit dem Werk von Vinterberg auskennt weiß, dass er unaufdringlich, unverfälscht und teils schmerzhaft akkurat das Seelenleben seiner Figuren einfängt, hinterfragt und durchleuchtet. Dies sorgt dafür, dass Der Rausch keine reinrassige Zelebrierung der Volksdrogen Alkohol ist, sondern viel mehr das Porträt von Männern in der Midlife-Crisis, die glauben den Schlüssel für ein besseres Leben zu haben. Die Frage, die sich also stellt, ist, ob der Schluck Wodka zum Frühstück wirklich belebt, oder ob er nur dazu verhilft, unschöne Dinge auszublenden.

Es wäre einfach gewesen, aus Der Rausch ein Drama zu machen. Vinterberg entschied sich für einen anderen Weg und realisierte eine gefestigte und dennoch fast schon spielerisch leichte Tragikomödie. Hier wird der Alkohol nicht dämonisiert. Mit sanftem Slapstick werden immer wieder Momente präsentiert, die zeigen, wie schön die Zeit mit Mitmenschen sein kann, wenn der eine oder andere Drink im Spiel ist. Dennoch versucht das Drehbuch von Vinterberg und Co-Autor Tobias Lindholm (A War) auch die Schattenseiten aufzuzeigen.

Dies wird vor allem im letzten Drittel ersichtlich. Hier verliert Der Rausch aber ein wenig an Fahrt und Verve und die eine oder andere dramaturgische Entscheidung wirkt erzwungen sowie aufgesetzt. Nichtsdestotrotz steckt in dieser Entwicklung auch etwas Wahrhaftiges. Alkohol kann eben nicht nur Leben beflügeln, sondern auch zerstören. Glücklicherweise vermeidet der Film diesbezüglich verpflichtende Moralität. Der erhobene Zeigefinger, er wird zum Halten der Bierdose gebraucht.

Der Rausch, der 2021 einen Oscar für den besten ausländischen Film sowie für Regisseur Thomas Vinterberg erhielt, ist einer dieser Filme, der trotz des Verzichts auf großen, dramatischen Radau dennoch sein Ziel punktgenau erreicht: Er ist bewegend sowie amüsant, zeigt uns andere Perspektiven auf und hinterlässt uns die Möglichkeit, das Gesehene zu verarbeiten, zu hinterfragen und Schlüsse auf unser eigenes Leben zu ziehen. So etwas kann nur großes Kino. Mit verantwortlich für diese Qualität ist neben Regie und Script auch das Ensemble, allen voran Mads Mikkelsen, der bereits seit vielen Jahren erfolgreich zwischen Hollywood und Dänemark umher pendelt. Zweifelsohne gehören ihm die besten Szenen im Film. Die reißt er nicht gewaltsam an sich, sondern erobert sie mit seiner darstellerischen Raffinesse, die durchaus als nonchalant bezeichnet werden kann. Egal ob ihm im Restaurant die Tränen kommen, er seinen Schülern Geschichte näher bringt oder er zu What a Life von Scarlet Pleasure tanzt.

Wenn man sich ins Bewusstsein ruft, dass Vinterberg drei Tage nach Drehbeginn seine älteste Tochter Ida bei einem Autounfall verloren hat und der Film teilweise in ihrer Schule gedreht wurde, erhält Der Rausch noch eine weitere meta-emotionale Ebene. Ob dies vom Regisseur gewollt war, steht auf einer anderen Flasche Rotwein. Er transferiert seine Trauer anders in seinen Film wie zuletzt etwa bei seinem Directors Cut von Justice League. Vinterbergs Trauer ist abstrakter und weit weniger grober, als beim überdimensionierten Superhelden-Spektakel. Spürbar ist sie dennoch. Aufdrängen tut sie sich aber nie. Auch ein Indikator für großes Kino. Es wird spannend zu sehen, wie das geplante US-Remake, bei dem involviert ist, mit dem Stoff umgehen wird.

Fazit

Eine genussvolle Tragikomödie rund um (männliche) Lebenskrisen und ein weiterer Beweis dafür, dass Regisseur Thomas Vinterberg und Darsteller Mads Mikkelsen immer dann am besten sind, wenn sie in ihrer dänischen Heimat arbeiten.

Kritik: Sebastian Groß

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