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Inhalt

Als Lara Brennan (Elizabeth Banks) verhaftet und des Mordes angeklagt wird, fällt ihr Ehemann John (Russell Crowe) aus allen Wolken. Der bis dato eher gemütliche Akademiker glaubt fest an die Unschuld seiner Frau und gibt fortan alles, um das Gericht von ihrer Unschuld zu überzeugen. Doch all seine Mühen sind umsonst – Lara wird verurteilt, den folgenden Suizid-Versuch überlebt sie nur Haaresbreite. John bleiben exakt 72 Stunden, ehe sie in einen Hochsicherheitsknast verlegt wird. Und so wendet er sich hilfesuchend an Ex-Häftling Damon Pennington (Liam Neeson), um einen irrwitzigen Plan auszufeilen: John will erst ins Gefängnis einbrechen, um dann mit Lara zu fliehen...
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Kritik

Drehbuchautor Paul Haggis ist aktuell einer der gefragtesten Schreiber Hollywoods. Und dies zu Recht. Immerhin konnte der Kanadier mit seinem Entwurf zu L.A. Crash, wo Haggis sogar Regie führte, bereits 2 Oscars abräumen. Aber auch das hervorragende Kriegsdrama Letters from Iwo Jima, das Tragik-Drama Million Dollar Baby, sowie das erfolgreiche Comeback von James Bond in Form von Casino Royale, kann sich Haggis auf die Fahne schreiben. Nun erscheint mit 72 Stunden – The Next Three Days seine bereits dritte Regiearbeit. Diese basiert lose auf den erst vor zwei Jahren erschienenen französischen Thriller Ohne Schuld, mit Fred Cavayé und Diane Kruger in den Hauptrollen. Warum Haggis sich gerade diese Geschichte auserkoren hat, wird wohl ein Rätsel bleiben, denn obgleich das Drama um eine Familie die auseinander gerissen wird für ein paar spannende Momente sorgt, ist die Handlung dahinter wenig plausibel. Was bleibt ist ein überdurchschnittlicher Thriller mit vielen glorreichen Momenten, einem exzellenten Cast, sowie einer ordentlichen Inszenierung.

Bei dem Titel 72 Stunden – The Next Three Days könnte man fälschlicherweise annehmen, dass es sich wirklich nur um drei Tage handelt. Doch Regisseur Paul Haggis holt für seine Geschichte viel weiter aus und lässt sich dabei auch gerne Zeit. So umfasst die Tortur der Familie Brennan ganze drei Jahre. Was für Charakterentwicklung, besonders im Hinblick auf John, eine Wohltat ist, stellt den Zuschauer auf eine harte Geduldsprobe. Denn nicht immer kann Haggis in den 122 Minuten das Tempo halten. Dafür konzentriert er sich zu sehr auf die vielen kleinen Details, die fast nur beiläufig wahrgenommen werden, jedoch das große Ganze gekonnt voran treiben. Das Verbrechen um Lara, stellt dabei allerdings nur den Startschuss da. Ob sie unschuldig oder doch schuldig ist, bleibt Langezeit ungewiss und sogar außen vor. Daraus ergibt sich ein Fokus der auf John liegt, sowie dessen Plan, Lara aus der Gefangenschaft zu befreien.

Dieses gestaltet sich in insgesamt drei Etappen. Das erste Drittel von 72 Stunden – The Next Three Days präsentiert sich hierbei als Drama, in dem John und Luke mit der befremdlichen Situation zu Recht kommen müssen. Besuche im Gefängnis, dass ignorieren Lukes gegenüber seiner Mutter, sowie Johns Verzweiflung sind die zentralen Themen. Vor allem Russell Crowe kann hier mit seiner darstellerischen Leistung punkten. Nach einem fließenden Übergang konzentriert sich Regisseur Paul Haggis im zweiten Drittel auf John und seinen Plan. Hier entfaltet sich ein spannender Thriller, der in bester Heist-Manier erzählt wird. Was wird John als nächstes machen? Welche Schritte wird er unternehmen? Mit einer perfiden Ungewissheit wird der Zuschauer in ein spannungsgeladenes Labyrinth aus Versuch und Irrtum manövriert. John ist Hochschullehrer, er macht Fehler, wird ertappt, beobachtet und erregt Verdacht. Man fiebert regelrecht mit, ob sein Plan nun gelingen wird oder nicht.

Schlussendlich folgt darauf der letzte Akt, der Galopp gesagt der Actionteil der Handlung darstellt. Schießereien, Verfolgungsjagden, Geiselnahmen, sowie ein permanenter Adrenalin-Rausch bestimmen fortan an das Bild. Dies mag im ersten Moment befremdlich wirken, sorgt aber für einen rasanten Abgang der Geschichte. Wenn auch hin und wieder das Tempo durch kleinere nicht ganz nachvollziehbare Elemente gebremst wird. So zum Beispiel wenn sich Lara und John mitten auf der Flucht eine Pause auf einer vielbefahren Landstraße gönnen.

Diese Dreiteilung und die lange Laufzeit, lassen das Gefühl nicht los, dass Regisseur Paul Haggis etwas zu viel des guten wollte. Das die Inszenierung dennoch über weite Strecken hält, ist vor allem dem wunderbaren Cast zu verdanken. Allen voran Russel Crow, der als getriebener John eine beeindruckende Leistung hinlegt. Gebrochen, unnachgiebig, zweifelnd und dennoch voller Energie. Mit einem ständigen Dreitagebart, stellt Crow ganz klar das Highlight dar. Obgleich, besonders später, ein paar weiter Nuancen in der Mimik nicht verkehrt gewesen wären. Elizabeth Banks zeigt eine gute Performance, die zwischen dem Wechsel aus Hoffnung und Selbstaufgabe angesiedelt ist. Bei den Nebenrollen präsentiert sich 72 Stunden – The Next Three Days mit einer überraschend bekannten Besetzung. So wird der Anwalt von John von keinem geringeren als Daniel Stern gemimt, der durch die Kevin-Filme zu Weltruhm gelangte. Olivia Wilde (Dr. House) bekommt einen kleinen Auftritt als junge Mutter, die an John Interesse zeigt, Urgestein Brian Dennehy, der vor allem als Sheriff aus Rambo bekannt ist, mimt den griesgrämigen Vater von John und Lennie James Jericho – Der Anschlag darf die Brennans als unnachgiebiger Lieutenant Nabulsi jagen. Selbst Liam Neeson hat einen kleinen Auftritt als Ex-Sträfling und Ausbruchsexperte Damon Pennington.

Fazit

Mit "72 Stunden – The Next Three Days" hat es Regisseur Paul Haggis etwas zu gut gemeint. Zu viel versucht der Drehbuch-Experte aus der nicht ganz so originellen Grundgeschichte heraus zu holen. Zwar sorgt die packende Inszenierung für deutlichen Unterhaltungswert, besonders wenn John versucht seine Tat zu planen, doch täuscht dies nicht über die vielen Unzulänglichkeiten in der Handlung hinweg. Was bleibt ist ein ordentlicher Thriller, der mit einem hervorragenden Cast aufwarten kann.

Autor: Thomas Repenning

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