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"The Expanse" - Staffel 3 - Kritik

siBBe

Von siBBe in "The Expanse" - Staffel 3 - Kritik

"The Expanse" - Staffel 3 - Kritik Bildnachweis: © Syfy

Story

Zu Beginn der 3. Staffel entbrennt der Krieg zwischen der Erde und dem Mars im gesamten Sonnensystem und die furchterregende nächste Phase in der Evolution des Protomoleküls gefährdet die Existenz der Menschheit.

Kritik

Was für eine Zitterpartie für die Fans: Der US-Kabelsender SyFy hatte nach drei Staffeln genug von The Expanse und kündigte an, keine Fortsetzung(en) mehr zu bestellen. Zahlreiche Petitionen wurden ins Leben gerufen, während die Produktionsfirma sich auf die Suche nach einer neuen Heimat machte. Amazon sprang jedoch schnell ein und sicherte sich die Rechte an der Serie, die nun bis auf Weiteres gerettet ist. Dort ist für Prime-Kunden auch bereits die dritte Staffel abrufbar, um die es in der folgenden Besprechung gehen soll. 

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Wir erinnern uns: Die zweite Staffel endet mit einer sich zuspitzenden Fehde zwischen Erde und Mars, die nun in der dritten Staffel nahtlos weitererzählt wird und erwartungsgemäß in einen Krieg führt. Verantwortlich dafür sind einige Strippenzieher hinter den Kulissen, die beide Parteien bewusst gegeneinander ausspielen. Die Wahrheit kennt nur die UN-Politikerin Chrisjen Avasarala (Shohreh Aghdashloo), die nur knapp einem Attentat entkam und unter Verfolgung Beweise ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen versucht, was sie schließlich mit der Crew der Rocinante zusammenführt. 

Über die ersten 6 der insgesamt 13 Folgen hinweg widmet sich The Expanse diesem Konflikt, was insgesamt temporeich und gewohnt spannend erzählt wird, womit die dritte Staffel einen guten Start hinlegt. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten in der ersten Staffel hat man spätestens mit der zweiten ein hohes, gefestigtes Level erreicht, sowohl in Sachen Erzählung, als auch aufseiten der Produktion. Das ändert sich auch mit dem Start der dritten Staffel nicht, die nun einfach abliefern kann, nachdem zuvor alle Akteure in Position gebracht wurden. 

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Mit einem gelungenen Cliffhanger erreichen wir schließlich die Halbzeit, in der The Expanse nun einen eigenartigen Bruch vollzieht: Ein Zeitsprung versetzt uns knapp ein halbes Jahr weiter nach vorn, alle Charaktere wurden neu positioniert, viele neue Gesichter sind hinzugestoßen, im Fokus steht nun das Protomolekül, das sich zu einem mysteriösen Ring im All manifestiert hat. The Expanse tut das jedoch auf höchst ungelenke Weise, die man so inmitten einer laufenden Staffel nicht nur nicht erwartet hätte, sondern auch ungern annimmt. Viele Erklärungen bleiben aus, die uns die Serie zuvor noch geschuldet hätte, wodurch auch nicht jede Charakterentwicklung nachvollziehbar bleibt. Damit nimmt man der Serie viel Wind aus den Segeln, die ihr gerade so einen schönen Schub verpasst hat.

Auch stilistisch orientiert man sich ein wenig um, während zuvor noch todernst der Krieg thematisiert wurde, geht es nun ganz locker-leicht und sogar ein wenig humorvoll weiter, was durch den plötzlichen Cut sehr befremdlich wirkt. Die Rocinante-Crew wird nun von einer (auch für uns) lästigen Doku-Crew begleitet, während Holden (Steven Strait mit immergleichem Gesichtsausdruck) plötzlich Geister sieht (das Serien-Comeback für Thomas Jane), was bei den anderen den Eindruck erweckt, er sei übergeschnappt und von den Autoren für manch müden Gag genutzt wird. 

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Mit der Zeit gewinnt der Handlungsstrang der zweiten Staffelhälfte zwar ebenfalls an Ernsthaftigkeit und wirft einige spannende Fragen auf, den Weg dahin hat die Serie aber einfach ungeschickt gelöst und damit viel an Kraft und Faszination verloren. Nicht alle Fragen werden beantwortet, nicht alle Antworten sind befriedigend. Zudem wollen einige erzählerische Nebenstränge einfach nicht gefallen, darunter der einer Attentäterin, die unter albernen Motiven ein ganzes Schiff in die Luft jagt und die Schuld der Rocinante-Crew zuschiebt, um ihren Papa zu beeindrucken. Den inneren Konflikt, der sie scheinbar zerreißt, nimmt man ihr nur schwer ab. 

Immerhin kriegt The Expanse zum Schluss nochmal die Kurve und findet nach einigen enttäuschenden Episoden zu einem befriedigenden Ende. Jedoch bleibt der Eindruck, dass man das ganze Thema rund um den Protomolekül-Ring, der alle physischen Gesetze aushebelt und Erde, Mars und die Belter über seine Funktion vor ein Rätsel stellt, dramaturgisch besser in die Handlung hätte einbauen können. Hier hat The Expanse, ungeachtet der Buchvorlage,  einiges an Potenzial verschenkt. 


Fazit

"The Expanse" hat in seiner dritten Staffel einige deutliche Aufs und Abs. Wird in der ersten Hälfte der ausgebrochene Krieg zwischen Erde und Mars noch weitestgehend spannend thematisiert, gerät die Serie nach dem erfolgten Bruch zur Halbzeit jedoch ins Straucheln. Hoffentlich klappt das in der kommenden Staffel, mit Amazon im Rücken, besser, es wäre der Serie, die im Sci-Fi-Genre noch immer eine hohe Stellung innehat, nur zu wünschen. 

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